UX (User Experience) ist nichts Neues, aber wichtiger als je zuvor. Für beinahe jedes Unternehmen, in beinahe jedem Markt, egal ob du eine neue App rausbringst oder eine interaktive Website, ist UX ein wichtiger Teil, um ein nahtloses Nutzererlebnis zu bieten. UX, früher nur ein Nischenproblem, ist nun offiziell im Mainstream angekommen.

Vereinfacht gesagt ist UX ein Ansatz, der es deinen Nutzern ermöglicht, sich einfach und problemlos auf deiner Website zurechtzufinden, und für ein reibungsloses Markenerlebnis sorgt. Es kombiniert Designelemente, Psychologie, Research-Techniken und Geschäftliches, um dem Nutzer das bestmögliche Erlebnis zu bieten.

Die Bedeutung von UX sollte nicht unterschätzt werden. Ungefähr 30 % der Leute werden nach einem schlechten Nutzererlebnis nicht auf eine Seite zurückkehren. Diese Zahlen werden mit der zunehmenden Verbreitung von UX nur noch größer. Egal ob es sich bei deinem Unternehmen um ein multinationales, etabliertes Unternehmen handelt oder ein Startup, das seine erste Website erstellt, User Experience muss ein wichtiger Faktor in deinem Designprozess sein.

Illustration: was ist UX?
Illustration von OrangeCrush

Es gibt unzählige Unternehmen, die es richtig machen – AirBnB, Duolingo, MailChimp, Facebook und Starbucks, um nur ein paar zu nennen. In diesem Artikel werden wir uns ein paar dieser Beispiele ansehen, um die Frage zu beantworten: Was genau ist UX?

Was ist UX: eine einfache Definition

UX ist die Möglichkeit eines Nutzers, sich auf deiner Website, App oder deinen Geräten zurechtzufinden. Es berücksichtigt dabei Gedanken, Gefühle und Emotionen, die die Nutzer während dieses Erlebnisses haben. Es ist eine Designart, bei der der Mensch im Fokus steht, angeführt von der Frage: Wie werden die Menschen mit meiner Website oder App interagieren? Ist sie leicht zu navigieren? Finde ich, wonach ich suche? Lädt sie schnell? Ist die Sprache verständlich?

Den Begriff UX gibt es tatsächlich bereits seit den 90ern. Er wurde von Don Norman, einem Kognitionswissenschaftler von Apple, geprägt. Norman sagt, dass das hauptsächliche Ziel guter UX darin besteht, die exakten Bedürfnisse des Kunden zu erfüllen. Die Starbucks-App macht dies hervorragend. Ihr Design ist perfekt auf Einfachheit und Personalisierung ausgelegt und versteht, dass Menschen Gewohnheitstiere sind, besonders wenn es um ihre Kaffeebestellungen geht, weshalb Entwickler einen „Zuletzt bestellt“-Tab eingefügt haben, damit du deine vorherige Bestellung schnell wiederholen kannst und dir nicht das komplette Menü ansehen musst.

UX befindet sich genau im Sweetspot zwischen Technik, Mensch und Unternehmen. Es geht darum, den Endnutzer zu verstehen, indem man durch User Research Empathie aufbaut, die Unternehmensziele zu verstehen, indem man Wert und Nutzen jeder Funktion hervorhebt, und die Technik zu verstehen, um die besten Tools zu nutzen und dann effektive und effiziente Designs für Endnutzer zu kreieren.

UX Grafik
via IDEO

Weshalb UX wichtig ist

Vereinfacht gesagt spart UX deinem Unternehmen Zeit, Geld und Mühe im gesamten Designprozess und bietet deinem Unternehmen einen langfristigen Mehrwert. Obwohl UX häufig Webseiten zugeschrieben wird, kann es auch für Apps oder jegliche andere Produkte oder Dienstleistungen genutzt werden, die ein bestimmtes Erlebnis erzeugen.

Welche Faktoren beeinflussen die User Experience? Einfach gesagt spricht UX vier Kernfragen an:

  • Ist es einfach zu benutzen?
  • Hat es eine flache Lernkurve?
  • Ist es effizient?
  • Ist es nutzerfreundlich?

Diese Fragen zu beantworten kann helfen herauszufinden, was für dein Unternehmen am wichtigsten ist. Egal aus welchem Grund du dich mit UX beschäftigst, seien es geringere Instandhaltungskosten, ein höherer Return on Investment oder der Wunsch, den Nutzer in den Mittelpunkt zu rücken, es hat jede Menge Vorteile.

Gutes Design und UX sind für den Erfolg eines Unternehmens essenziell, doch viele Unternehmen wissen ihre Bedeutung nicht zu schätzen und vernachlässigen das Grafikdesign, um sich auf unternehmerische Aufgaben zu konzentrieren. Unabhängig davon, wie UX dein Unternehmen verbessert, es gibt keinen Zweifel daran, dass UX in deinem gesamten Design von Bedeutung ist.

Um das Ganze mal in einen Kontext zu setzen, lass uns mit den Sprachlernplattformen Rosetta Stone und Duolingo zwei Beispiele für UX in Aktion ansehen, die beide sehr unterschiedlich an ihre neuen Nutzer herangehen.

Duolingos UX verleiht das Gefühl, dir helfen zu wollen, mit einem mühelos simplen Design, das eine neue Sprache in kleine Schritte unterteilt, um es weniger herausfordernd zu machen. Es ist leicht zu bedienen, reibungslos und du kannst in wenigen Minuten damit beginnen, eine neue Sprache zu lernen.

Duolingo’s menüs UX
Duolingos Menüs sind simpel, klar und freundlich. Via Duolingo
Gaming elemente bei Duolingo
Duolingo gamifiziert wichtige Elemente seiner Benutzeroberfläche und sorgt so für Engagement. Via Duolingo
startbildschirm DuoLingo
Duolingos Begrüßungsbildschirm ist beeindruckend simpel. Via Duolingo
Screenshot Rosetta Stone
Im Gegensatz dazu fühlt sich die Benutzeroberfläche von Rosetta Stone ernsthafter und weniger ansprechend an. Via Rosetta Stone

Auf der anderen Seite steht das traditionellere Rosetta Stone, lange die Spitze der Sprachlernplattformen, das nicht so viel Engagement bietet. Es setzt auf einen strengeren Ansatz und ist kostenpflichtig, wohingegen Duolingos Basisversion kostenfrei ist.

Emotionale Verbindung ist ein weiteres starkes Tool im UX, selbst die logischsten und rationalsten Menschen werden von Emotionen angetrieben. Sie sind das, was uns menschlich macht. Emotionen werden im UX ständig genutzt und schaffen unglaublich gutes Design, wenn sie richtig genutzt werden. Zu verstehen, wie emotionales Design im UX genutzt wird, ist wichtig, um herauszustechen.

Ein tolles Beispiel dafür ist MailChimp, das beliebte Mailprogramm, das zwar kein sonderlich spannendes Geschäft hat, mit dem man aber aufgrund des farbenfrohen Designs, freundlichen Maskottchens und lockeren Herangehensweise gerne arbeitet.

Mailchimp UX
Via Mailchimp

Viele Menschen glauben, Design bedeutet, wie etwas aussieht, die Fassade, das Äußere, aber tatsächlich ist es genauso wichtig, dass es gut funktioniert. Bei Design geht es auch darum, wie etwas funktioniert, nicht nur wie es aussieht. UX zu verstehen ist definitiv eine wichtige Fähigkeit innerhalb deines Unternehmens. Selbst wenn du also keinen Spezialisten engagierst, solltest du jemanden in deinem Team haben, der ein UX-Training gemacht hat und über das nötige Können, Erfahrung und Selbstvertrauen verfügt, sich den herausfordernden Aufgaben dieses Feldes zu stellen.

Gutes UX-Design hat eine Reihe von Eigenschaften, doch ein paar der grundlegenden Eigenschaften, die immer vorhanden sind, sind:

  • Zuverlässig (funktioniert es so, wie es funktionieren soll?)
  • Dialogorientiert (stimmt der Tonfall?)
  • Ermutigend (ist es eine Verbesserung von etwas, das bereits existiert?)
  • Sympathisch (ist es nachvollziehbar und benutzerfreundlich?)
  • Zweckmäßig (erfüllt es seine Aufgabe schnell und effektiv?)
  • Teilbar (kannst man es leicht teilen?)

Der Unterschied zwischen UX und UI

UX und UI werden selbst von Branchenprofis häufig verwechselt und die Grenzen sind in der Tat verschwommen. Was also ist der Unterschied zwischen User Experience (UX) und User Interface (UI)? Stark vereinfacht gesagt, ist UX die Art und Weise wie jemand dein Design empfindet und welche Gedanken und Gefühle er dazu hat, wohingegen UI die Art und Weise ist, wie er mit deinem Design und seinen Funktionen interagiert.

Viele Leute betrachten es als UX vs. UI, dabei sollte es eigentlich UX & UI heißen. Sie sind keine Gegensätze, sondern hängen zusammen. Bei UX steht der Mensch im Mittelpunkt, wohingegen bei UI die Funktion im Vordergrund steht. UI ist das Ziel der Reise.

UI umfasst Ästhetik, Aussehen, Gefühl, Responsivität und Interaktivität eines Produkts. Es konzentriert sich auf Anthropometrie, Ergonomie und Haptik, um Layout, Interaktionen, Übergänge, Animationen und sogar einzelne Mikrointeraktionen zu definieren. Ein relativ neuer UX-Trend, bei dem dir vielleicht gar nicht aufgefallen ist, dass er sowohl bei UX als auch UI im Mittelpunkt steht, ist der Darkmode oder Themes, bei deren Designs es sowohl um Aussehen als auch Funktionalität geht (UX und UI).

Die WeGo App im hellen und dunklen Modus
Darkmode kann die Benutzerfreundlichkeit vieler Apps verbessern. Via Wego

UX und UI sollten beide Teil eines erfolgreichen Designprozesses sein, da sie unterschiedliche Bedürfnisse bedienen. Die Bedeutung beider zu verstehen ist daher wichtig, um das beste Produkt für deine Nutzer zu designen. Wenn etwas beispielsweise fantastisch aussieht, aber schwer zu nutzen ist, hat es tolles UI und schlechtes UX, wohingegen etwas, das benutzerfreundlich ist, aber schlecht aussieht, gutes UX und schlechtes UI hat.

UX anwenden

Die Implementierung von UX durch einen Designer kann manchmal nicht zu erkennen sein und nicht jeder folgt den Grundprinzipien des UX-Designs, daher ist es essenziell zu verstehen, welche Aufgaben ein UX-Designer übernimmt. Natürlich ist jeder Designer und jedes Unternehmen einzigartig, aber schauen wir uns doch mal ein paar allgemeine Beispiele dazu an, was ein UX-Designer macht.

User Research durchführen: Dies hilft dem UX-Designer, etwas über die Nutzer, ihre Ziele, Bedürfnisse, Motivationen und Verhalten zu erfahren. Basierend auf dieser Analyse wird der Designer Personas entwickeln, um die Kernzielgruppe zu ermitteln, was wiederum dem Design des Produktes hilft.

Informationsarchitektur (IA): Die Informationsarchitektur nutzt die Research-Ergebnisse und Personas und bildet die Struktur des Designs – in Form von Navigation, Kategorisierungen und Informationshierarchien.

Wireframes: Diese entstehen dann aus den obigen Abschnitten und werden genutzt, um erstes Feedback zu bekommen, und – wie der Name vermuten lässt – ein Gerüst des fertigen Produkts zu erstellen.

Prototyping: Wenn Wireframes das Äquivalent zu Blaupausen sind, dann sind Prototypen die 3D-Modelle; sie stellen das fertige Produkt sehr viel genauer dar.

Produkttest: Dies hilft Designern, potenzielle Probleme zu finden und zu lösen, die ein Nutzer während der Interaktion mit dem Design hat, was in der Regel persönlich gemacht wird, um das Verhalten beurteilen zu können.

UX umzusetzen und auf eine Website anzuwenden muss keine lästige Aufgabe sein. Tatsächlich verfügen viele Website-Baukästen über UX-Tools und wenn du das nötige Geld hast, ist es eine gute Idee, einen UX-Experten zu engagieren.

Professionelle UX-Hilfe bekommen

UX kann über Erfolg und Misserfolg eines Unternehmens entscheiden, besonders auf überfüllten und umkämpften Märkten. Es war nie wichtiger, diesen Teil des Designs richtig zu machen – gutes UX wird dir helfen, dein Potenzial maximal auszuschöpfen, ohne potenzielle Kunden zu verprellen. Die Welt des UX-Designs ist groß und komplex, aber mithilfe des richtigen Experten kannst du deine Website, dein Design und dein Unternehmen revolutionieren. Schlaue Designer verstehen die Bedeutung von guter UX und UI.

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