Ein Designer ist wie ein Architekt, der das Fundament einer Website aufbaut und sie optisch ansehnlich für die Nutzer gestaltet. Vom Konzept der Website an müssen Designer an die Benutzerfreundlichkeit denken und wie sich jedes kleine Elemente in den Augen der Konsumenten zusammenfügt. Es gibt dutzende Elemente, die eine Rolle dabei spielen, wie sich eine Website für den Endanwender anfühlt. Das Nutzererlebnis oder auch User Experience (UX) wird von all diesen Teilen beeinflusst – den großen und den kleinen.

Ungefähr 88 Prozent der Konsumenten gaben an, dass sie schon mal eine schlechte Erfahrung auf mobilen Webseiten gemacht haben, und 30 Prozent würden nach einem schlechten Nutzererlebnis nicht auf eine Seite zurückkehren. Wie bei einem normalen Geschäft beeinflusst das Nutzererlebnis den Gesamteindruck, den der Kunde von deiner Marke hat, und ob er noch einmal in dein Geschäft zurückkehrt. Ohne Frage hat das Nutzererlebnis einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg deiner Seite oder deines Geschäfts, daher ist es wichtig, es richtig zu machen.

Die Tipps in diesem Artikel behandeln die ersten Planungsschritte für eine Website und führen dich dann durch ein paar fortgeschrittenere Strategien zur Verbesserung des Nutzererlebnisses.

illustration of people building the parts of a website
Ein tolles Nutzererlebnis zu kreieren ist ein komplexer Prozess, aber er ist die Mühe wert. Illustration von OrangeCrush.

1. Informiere dich

Bevor du irgendwelche Ideen für ein UX-Design skizzierst, studiere deine Marke. Welches sind die hauptsächlichen Ziele und Kernwerte deines Unternehmens? Sobald du das weißt, wirst du den typischen Kunden deines Unternehmens besser verstehen.

Ein nutzerorientiertes Design zu kreieren ist schwierig, wenn du nicht weißt, für wen du designst. Sobald du deine Zielgruppe im Allgemeinen kennst, schaue dir die internen Daten genauer an und gestalte einen Musterkunden. Schaue dir an, aus welchen Regionen deine Besucher kommen und welche Art Gerät sie verwenden, wenn sie auf deine Website zugreifen.

Studiere interne Daten und befrage bestehende Kunden nach Details, was sie dazu bringt, bei deiner Marke zu kaufen. Sobald du alle Daten zu deinem typischen Kunden hast, entwerfe einen Musterkunden, der ihre Merkmale repräsentiert. Du könntest am Ende auch mehr als einen Musterkunden haben. Filtere Seitenänderungen und Nutzerfreundlichkeit durch jeden Musterkunden.

Sobald du eine Vorstellung von deinen Käufern hast, schaue dir deine Konkurrenz und ihre Zielgruppe an. Achte darauf, was gut funktioniert und was nicht, damit du ihren Erfolg wiederholen und von ihren Fehlern lernen kannst. Deine Käufer zu verstehen ermöglicht es dir, ihre Bedürfnisse zu verstehen und diesen im Text und Design deiner Website besser gerecht zu werden.

2. Designe nach dem Geschmack der Nutzer

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Du designst für eine jugendliche, technikbegeisterte Zielgruppe? Spiegele dies in deinem Webdesign wider. Webdesign von Adam Bagus.

Sobald du deine Zielgruppe kennst, finde ein Design, das diese anspricht. Triff Design- und Layoutentscheidungen basierend auf den Vorlieben der Zielgruppe, die deine Seite  am wahrscheinlichsten besuchen wird.

Sagen wir, die meisten deiner Besucher sind aus der Generation Z, einer Gruppe, die ungefähr $44 Milliarden im Einzelhandel ausgibt. Die Generation Z bevorzugt ein schnörkelloses Layout, das schnell lädt und gut auf Mobilgeräten funktioniert. Denke über die allgemeinen Vorlieben der Generation nach, die deine Produkte kauft, einschließlich Farben, Schriftarten, Formen, Layouts und Stilen.

Vergiss nicht, dass die für dein Design gewählten Farben auch zur Farbpalette deiner Marke passen und gut mit den umliegenden Merkmalen funktionieren müssen. Die Herausforderung besteht darin, die Vorlieben der Nutzer mit deinem vorhandenen Markenstil in Einklang zu bringen. Wenn deine Marke nur gedeckte Farben verwendet, du aber eine jüngere Zielgruppe mit leuchtenderen Farben ansprechen willst, musst du einen Kompromiss finden, der einige dieser Nutzervorlieben enthält, ohne deinen Markenstil zu opfern.

Gleichzeitig musst du sicherstellen, dass der Kontrast zwischen den in deinem Design genutzten Farben und dem Hintergrund es auch Menschen mit Sehbehinderungen oder solchen mit kleineren Geräten problemlos ermöglicht, deine Seite zu betrachten.

Achte auch auf Nutzervorlieben für Navigation und Layout. Jüngere Menschen werden deine Seite eher auf einem Mobilgerät besuchen, daher erleichtert die Platzierung der Elemente in Reichweite des Daumens und die Verwendung responsiver Grafiken das Betrachten der Seite auf kleineren Bildschirmen. Millennials bevorzugen weniger chaotische Räume mit jeder Menge Weißraum, also verwende nur wichtige Elemente auf der Seite, wenn dies deine Zielgruppe ist.

3. Wähle intuitive Navigation

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Gestalte deine Navigation intuitiv, damit die Menschen problemlos finden können, wonach sie suchen. Webdesign von FuturisticBug.

Nutzer haben ein Gespür dafür, wo deine Navigation sein sollte. Wenn du zu sehr von der Norm abweichst, könnte es sie frustrieren und von deiner Seite vertreiben. Du hast fünf bis zehn Sekunden, um bei deinen Seitenbesuchern einen ersten Eindruck zu hinterlassen.

Ein intuitives Layout, das dem der meisten anderen Seiten ähnelt, ermöglicht es den Besuchern auf den ersten Blick zu erkennen, wo die wichtigsten Funktionen sind, und macht deine Seite zugänglicher. Menschen sind an ein bestimmtes Layout auf einer Website gewöhnt und sie werden sofort in diesem Bereich nach Funktionen deiner Seite suchen, wie beispielsweise dem Home-Button (oder dein Logo, das als Home-Button fungiert) in der linken oberen Ecke deiner Navigationsleiste.

Die Navigation formt die gesamte Architektur deiner Seite. Schaue die interne Analysen an und schaue, wohin Besucher gehen, wenn sie auf deiner Seite landen. Die Spitzenreiter bilden wahrscheinlich Kategorien für deine Navigationsstruktur. Elemente wie Content und FAQs kommen unter die jeweilige Hauptkategorie.

Es spielt auch eine Rolle, wo du Elemente in deiner Navigationsleiste platzierst. Die wichtigsten Kategorien sollten beispielsweise zuerst erscheinen und weniger wichtige am weitesten rechts. Da Besucher oftmals den Home-Button verwenden, um zurück zur Landingpage zu navigieren, sollte er sich ganz links oder oberhalb der Navigationsleiste befinden. Platziere deinen Kontakt-Button ganz rechts, da die meisten Seiten ihn dort haben.

4. Nutze Wegweiser

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Nutze Wegweiser, um deine Besucher durch deine Seite zu navigieren.  Webdesign von Mithum.

Das Nutzererlebnis betrifft mehr als nur deine Website. Jede Interaktion zwischen Kunde und Marke spielt beim Eindruck, den das Unternehmen als Ganzes hinterlässt, eine Rolle. Wegweiser können dabei helfen, das Erlebnis deiner Besucher zu verbessern, indem sie ihnen zeigen, wo sie etwas finden – sei es auf einer Website oder in einem Laden.

Eine Ladenfassade sollte beispielsweise Wegweiser haben, welche Laufkundschaft in das Geschäft bringen. Bringe einen gelben Pfeil an, der den Weg zu einem Special Event in deinem Laden weist.

Genauso kannst du Abschnitte deiner Website verbessern, indem du Besucher dorthin führst, wo du sie haben möchtest, wie beispielsweise zu neuen Produkten oder einem Sonderangebot. Wegweiser ziehen Traffic von der Homepage und leiten ihn dann durch deine Seite in die von dir gewünschte Richtung.

Du kannst Wegweiser online so nutzen, wie sie für deinen Customer Journey am meisten Sinn ergeben, beispielsweise, um den Weg zu einem CTA oder zur Kasse zu zeigen. Füge zum Beispiel einen roten Pfeil hinzu, der von einem Infovideo auf einen „Jetzt kaufen“-Button zeigt. Du kannst jede Art Pfeil verwenden und auch Wörter hinzufügen, zum Beispiel „weiter unten“, um den Leuten den richtigen Weg zu zeigen.

5. Kenne aktuelle Trends

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Zeige deinen Besucher, dass du die aktuellsten Trends kennst – wie dieses Webdesign, das den isometrischen Designtrend nutzt. Von Spillo (Luigi Burrelli).

Mit den aktuellen Trends auf dem Laufenden zu sein ist ein wesentlicher Teil beim Designen einer Website oder eines Geschäfts. Wenn du weißt, was bei deiner Zielgruppe angesagt ist, kannst du dir Popkultur zu Nutze machen.

Du solltest nicht nur die aktuellen Webdesign-Trends kennen, sondern auch deine Aufmerksamkeit auf Elemente legen, die deine Marke herausstechen lassen, wie formverändernde Logos, die den Nutzer ansprechen, oder Geisterbuchstaben, bei denen die Typografie weiß umrandet, der innere Bereich aber transparent ist, damit man den Hintergrund sehen kann. Sie erinnert den Nutzer, weshalb er auf der Seite gelandet ist und hebt dein Hero-Image hinter den Worten hervor.

Die Kunden erwarten, dass du verstehst, welche Bedürfnisse sie haben und was sie von deiner Marke wollen. Der Popkultur und aktuellen Trends zu folgen, lässt dich verstehen, was deine Zielgruppe antreibt, und ihre Probleme lösen. Zusätzlich zum Durchstöbern der sozialen Medien solltest du Blogs lesen, um über Trends und Probleme auf dem Laufenden zu bleiben.

6. Weniger ist mehr

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Ein minimalistisches Webdesign mit sehr viel Weißraum. Webdesign von MarkoSimic.

Reduziere die Elemente auf deiner Seite oder in deinem Laden für ein besseres Nutzererlebnis. Auf einer chaotischen Website kann man sich schwer zurechtfinden. Sie wissen nicht, wohin sie zuerst sollen und welche Elemente wichtig sind.

Lerne die Balance zwischen negativem und positivem Raum, damit genügend Platz ist, um zu zeigen, was verfügbar ist. Hebe wichtige Produkte und Informationen hervor, indem du um sie herum noch mehr Weißraum hinzufügst. Zusätzlicher Negativraum funktioniert auch in einem Geschäft, in dem du die Aufmerksamkeit auf ein neues Produkt lenken willst. Platziere es auf einem großen Tisch und halte die Gänge darum frei.

Bei einer Website solltest du dich auf ein oder zwei Elemente konzentrieren – sowohl in Sachen Design als auch Content. Betone deine Stärken als Marke und verzichte auf alles, das nicht deinem Zweck entspricht. Wenn du für jeden alles sein willst, wirst du jeden verärgern.

7. Plane und teste die User Journey

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Plane dein Design sorgfältig. Ein Wireframe hilft dir herauszufinden, wie die User Journey aussehen wird. Via PicJumbo.com.

Ein Wireframe zu nutzen, um die Architektur einer Website oder die räumliche Aufteilung eines Geschäfts zu skizzieren, verhindert größere Nutzerfehler. Du wirst sofort sämtliche Lücken oder sich überschneidende Elemente sehen.

Das Design deines Online- oder Offline-Shops sorgfältig zu planen ist der Schlüssel zu einem guten Nutzererlebnis. Teste jedes Element, indem du es aus Sicht des Musterkunden betrachtest. Denke über die User Journey für deine Seite nach. Wie sieht die ideale Reihenfolge aus, in der ein Nutzer sich durch deine Seite und in deinem Verkaufstrichter bewegt?

Wenn du ein Element findest, das nicht funktioniert oder fragwürdig ist, überlege dir, wie du diese Funktion in Ordnung bringen kannst. Wenn deine Website live geht oder dein Laden eröffnet, sollte das Erlebnis auf Seiten der Nutzer nahtlos sein. Teste jedes Element, bevor die Öffentlichkeit das erste Mal damit interagiert.

Bei einer Online-Seite:

  • Klicke auf alle Links, um sicherzustellen, dass sie funktionieren und dorthin führen, wo sie hinführen sollen. Denke auch darüber nach, was der Nutzer glaubt, wohin ihn der Link anhand der Beschreibung des Ankertextes führen wird, und sorge dafür, dass der Inhalt des Links dazu passt.
  • Teste alle Formulare
  • Kontrolliere die Ladegeschwindigkeit der Seite und stelle sicher, dass alle Bilder richtig laden.
  • Teste deine Seite auf verschieden großen Bildschirmen und Geräten.

Bei einem Laden:

  • Teste Point-of-Sale-Systeme (POS), um sicherzustellen, dass die Waren den richtigen Preis haben, und schule die Mitarbeiter im Umgang mit der Software.
  • Biete ein Soft Opening an, bei dem eine begrenzte Anzahl an Leuten eingeladen wird, für Sonderangebote vorbeizukommen, und Mitarbeiter das System testen sowie den Kundenservice trainieren können.
  • Beobachte, wie die Kunden sich im Laden bewegen, und schaue, ob etwas an der Raumgestaltung geändert werden muss.

Der beste Weg, den Nutzerbedürfnissen gerecht zu werden besteht im Testen und du kannst niemals zu viel testen.

8. Evaluiere die Benutzerfreundlichkeit

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Evaluiere die Benutzerfreundlichkeit deines Designs. Via Rawpixel.com

Ein weiteres Element, mit dem du das Nutzererlebnis deiner Website verbessern kannst, ist die Benutzerfreundlichkeit. Es ist wichtig, dies zu tun, bevor du live gehst. Schaue dir an, wie benutzerfreundlich deine Seite für jeden ist, einschließlich Menschen mit Sehbehinderungen oder solchen, die auf Sprachsteuerung angewiesen sind. Wie sieht die Seite für jemanden aus, der farbenblind ist? Kontrast ist wichtig, um deine Seite für jeden nutzbar zu machen. Es gibt verschiedene Wege, wie du die Benutzerfreundlichkeit deiner Seite evaluieren kannst:

  • Heuristische Evaluation: Experten überprüfen das Interface deiner Seite und sagen dir, wie gut es mit den gesetzlichen Empfehlungen zur Barrierefreiheit übereinstimmt. Heuristik findet Probleme in der Benutzeroberfläche deiner Seite, damit du sie lösen kannst, bevor sie Besucher vergraulen.
  • A/B-Test: Wenn du nicht sicher bist, wie benutzerfreundlich eine bestimmte Funktion ist, führe einen A/B-Test mit zwei verschiedenen Versionen deiner Seite durch. Verändere Farben, die Position der Elemente und sogar Formulierungen und schaue, welche Version am besten abschneidet.
  • Fragebögen: Verteile Fragebögen an deine Kunden und befrage sie nach ihrem Erlebnis. Was gefällt ihnen an deiner Seite und was hassen sie?

Nimm alle finalen Anpassungen an deiner Seite vor, bevor sie live geht. Es ist auch wichtig, deine Seite regelmäßig zu testen und Veränderungen vorzunehmen, wenn sich deine Zielgruppe ändert oder neue Methoden aufkommen.

9. Erhalte regelmäßiges Feedback

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Verschicke Umfragen, um Feedback zu sammeln. Design von PerfectMail.

Selbst nachdem deine Seite live ist oder dein Geschäft eröffnet hat, solltest du Feedback der Seitenbesucher sammeln und sorgfältig alle Komponenten testen, um sicherzustellen, dass UI und UX funktionieren. Führe Umfragen durch und frage deine Kunden, was sie an deiner Seite oder deinem Geschäft lieben und hassen, und nimm entsprechende Anpassungen vor.

Schenke den Beschwerden deiner Kunden über die Benutzerfreundlichkeit deiner Seite oder deines Geschäfts Aufmerksamkeit. Wenn jemand in deinen Laden kommt und erwähnt, dass es schwierig ist, aufgrund der Unordnung in den Kassenbereich zu kommen, überlege dir, wie du dies verbessern kannst. Achte darauf, was die Kunden sagen, und du kannst dein Unternehmen durchgehend benutzerfreundlicher für sie machen.

Testen und Probleme lösen ist nichts, was du nur machen solltest, wenn deine Seite live geht oder dein Geschäft eröffnet, sondern etwas, dass du regelmäßig machen solltest.

Nutze die Kraft der UX

Sich auf die UX zu konzentrieren ist eine starke Methode, um Kunden zu deinem Unternehmen zu locken und sie zu behalten. Kunden wollen ein nahtloses Erlebnis von dem Moment an, in dem sie dein Geschäft betreten oder auf deiner Seite landen. Sie sollten wissen, wohin sie gehen müssen und wie sie den Kauf ohne große Stolpersteine abschließen. Betrachte dein Unternehmen aus Sicht deiner Zielgruppe und designe nach ihren Vorlieben.

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