Wenn du mit dem Designen einer Website beginnst, musst du die Unterschiede zwischen mobilfreundlich, responsiv und mobiloptimiert kennen. Was bedeuteten diese Begriffe und wofür solltest du dich entscheiden? Selbst diese Begriffe, die sehr häufig von Webdesigner:innen und Webentwickler:innen verwendet werden, können missverstanden werden.

Das liegt daran, dass sie synonym und in gewisser Weise lose verwendet werden. Viele Leute, selbst viele erfahrene Webdesigner:innen nutzen diese Begriffe, um eine Website zu beschreiben, die auch auf einem Smartphone oder Tablet gut aussieht. Da immer mehr User Zeit auf unterschiedlichen Geräten verbringen, versuchen immer mehr Webseiten sich gezielt an unterschiedliche Bildschirmgrößen anzupassen. Jede Seite, die das nicht tut, riskiert, hinter der Konkurrenz zurückzufallen.

Drei Hände, die alle miteinander verbunden sind, aber jede Hand verwendet eine andere Bildschirmgröße
Illustration von OrangeCrush

In diesem Artikel besprechen wir deswegen mobilfreundliches, responsives und mobiloptimiertes Design, erklären ein paar Grundlagen, an die man denken sollte, und zeigen Beispiele von Webseiten, die diese gut umsetzen. All dies wird dir helfen, eine strategische und fundierte Entscheidung für deine Website zu treffen.

Die Unterschiede auf einen Blick

Wenn das Thema Webdesign neu für dich ist, hast du wahrscheinlich ein paar Fragen dazu, wie man Webseiten designt, die sowohl auf Desktop- als auch Mobilgeräten optisch ansprechend sind. Aber vom Desktop bis zum Handy gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, wie deine Website aussehen könnte.

Homepage einer Domain-Unternehmenswebsite für Web und Mobile
Webdesign und mobiles Design von His-P Design Studio

Mobilfreundliches, mobiloptimiertes und responsives Design sind Ansätze im Webdesign, die das Ziel haben, dass sich Webseiten auf verschiedenen Geräten gut nutzen und betrachten lassen. Für einen schnellen Überblick erklären wir hier kurz die Begriffe:

  • Mobilfreundliches Design bedeutet, eine speziell für den Desktop designte Website an kleinere Bildschirme von Smartphones oder Tablets anzupassen. Dies ist in der Regel das absolute Mindestmaß an mobilem Design, mit dem die meisten Unternehmen davonkommen. Auch wenn es wie eine einfache und kosteneffektive Lösung scheinen mag, sind viele Webseiten damit nicht erfolgreich, es sei denn, sie befolgen diese mobilfreundlichen Designtipps.
  • Mobiloptimiertes Design ist, obwohl es ähnlich klingt, tatsächlich eine weitaus fortschrittlichere und komplexere Designtechnik als mobilfreundliches Design. Eine mobiloptimierte Website ist weder einfach eine kleinere Version einer Desktop-Seite, noch müssen lediglich die Bilder an einen kleineren Bildschirm angepasst werden. Es handelt sich um eine Website, die vollständig für die Nutzung auf einem Smartphone designt wurde.
  • Responsive Webseiten sind in der Lage, auf das Gerät zu reagieren, auf dem sie betrachtet werden, und ändern automatisch ihre Formatierung, damit sie auf Laptops, Tablets, Smartphones und beinahe allen anderen Geräten gut funktionieren und aussehen. Dies ist das ultimative adaptive Webdesign.
webdesign für desktop und mobile
Webdesign und mobiles Design von rylian

Solange du weißt, was du beachten musst, wird deine Website gut aussehen, unabhängig davon, ob du dich für mobilfreundliches, mobiloptimiertes oder responsives Webdesign entscheidest. Wir haben diesen Guide zu mobilfreundlichem, mobiloptimiertem und responsivem Design erstellt und erklären dir, wie du es richtig machst.

Was ist mobilfreundliches Design?

Mobilfreundliches Design ist oftmals eine abgespeckte Version der Desktop-Version. Bei diesem Ansatz werden kleine Anpassungen an einer Desktop-Website vorgenommen, damit diese auch auf Smartphones genutzt werden kann.

Bei diesem Ansatz müssen Designer:innen ein paar Grundprinzipien beachten:

  • Alle verwendeten Schriftarten auf deiner Seite sollten mindestens 14pt oder 16pt sein. Das ist so ziemlich die Standardgröße auf einem Laptop-Bildschirm. Alles, was kleiner ist, lässt sich auf einem Smartphone schwer lesen.
  • Die Bilder sollten neu formatiert werden, damit sie klein genug sind, um auf einem Smartphone mit mobiler Datenverbindung schnell zu laden.
  • Bestimmte Effekte, besonders der Hover-Effekt der Maus, den man so häufig auf Desktop-Versionen einer Seite sieht, können auf Smartphones nicht genutzt werden und sollten vermieden werden.
  • Die Seitenelemente sollte mit Bedacht designt werden und so angeordnet sein, dass sie sich nicht überlappen, wenn sie auf die Größe eines Smartphones verkleinert werden. Stattdessen könnten die Elemente mithilfe eines horizontal scrollbaren Karussells übereinander gestapelt werden, zum Beispiel für Testimonials und Bilder.
mobilfreundliches webdesign
Mobilfreundliches Webdesign von akorn.creative

In der Praxis kann es schwierig sein, mobilfreundliche Webseiten zu designen, vor allem wenn eine Website bereits als Desktop-Version existiert. Doch es gibt Tipps für mobilfreundliches Webdesign, die dabei helfen können. Oftmals muss man Kompromisse eingehen, wenn man Informationen einer Desktop-Version für die mobile Version reduzieren will: Welche Information ist am wichtigsten und muss von den Betrachtern unbedingt gesehen werden? Welche Informationen kannst du in ein Karussell packen?

desktop und mobile versionen einer website
Mobilfreundliches Webdesign von A.D.S

Das mobilfreundliche Webdesign von A.D.S nutzt ausklappbare/erweiterbare Bereiche, um Informationen zu verbergen, solange die User diese nicht sehen wollen. Dadurch, dass die wichtigste Information an erster Stelle steht, können die User problemlos die restliche Seite erkunden und die Bereiche nach Belieben aus- oder einklappen.

Was ist mobiloptimiertes Design?

Mobiloptimiertes Design ist ein Webdesign, bei dem User von Mobilgeräten an erster Stelle stehen. Man beginnt mit der kleinsten Bildschirmgröße, zum Beispiel für Smartphones, und passt das Design dann an größere Bildschirme, zum Beispiel Desktopgeräte, an. Bei dieser Herangehensweise geht man im Vergleich zum mobilfreundlichen Design genau umgekehrt vor. Das Ziel besteht also nicht darin, die große Version zu nehmen, und sie an eine kleinere Größe anzupassen.

mobiles webdesign
Mobiles Design von Andrew Grzesiak

Wenn die Leute über ihr Telefon auf deine Website gehen, sollen sie schnell finden, wonach sie suchen, egal ob sie ein Produkt ausfindig machen oder eine Antwort finden wollen. Darüber hinaus wollen mobiloptimierte Webseiten die Website vereinfachen, indem sie Bilder komprimieren, Text kürzen und Textfelder begrenzen. Sie vermeiden in der Regel jegliche Animationen, Maus-Effekte und Popups.

Einige Grundprinzipien mobiloptimierter Webdesigns sind:

  • Verwendung eines einspaltigen Layouts
  • Kaum Notwendigkeit zu schreiben
  • Grafiken, die Weißraum als Begrenzung nutzen
  • Einfache Navigation
  • Reduzierte Funktionen, um mehr Ordnung zu schaffen

Man könnte meinen, dass mobile Versionen von Webseiten leichter zu designen sind, da sie minimalistischer sind als Desktop-Versionen. Aber tatsächlich das Gegenteil der Fall. Deine Produkte oder Dienstleistungen in ein winziges, benutzerfreundliches Design zu pressen, kann eine ziemliche Herausforderung sein.

mobiloptimiertes webdesign
Mobiles Design von Newwen

Newwens Ansatz für diese Website ist es, sie einfach zu halten. Die Homepage selbst kommt mit wenig Text direkt zur Sache. Welche Version dieser Website betrachtet wird, hat keine Auswirkung auf ihr tolles Design oder ihre Funktionalität.

Was ist responsives Webdesign?

Responsives Design ist ein Webdesign,  das sich an verschiedene Bildschirmgrößen anpasst. Du solltest die Breite des Browsers von der größten zur kleinsten einstellen können, um zu sehen, wie die Website sich an unterschiedliche Größen anpasst.

Website-Design für Desktop-, Laptop-, Tablet- und Smartphone-Bildschirme
Responsives Webdesign von MVB

Responsive Designs können sich an eine Vielzahl von Geräten und Kontexte anpassen – von Smartphones bis hin zu 4K Breitbildmonitoren. Das ist das Ziel responsiven Designs. Aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit ist diese Form des Webdesigns häufig der komplizierteste und teuerste Ansatz.

Wenn du über responsives Webdesign nachdenkst, haben wir hier die wichtigsten Grundprinzipien:

  • Mehrere Breakpoints – Das bedeutet, ein Design für jeden Punkt zu erstellen, an dem sich das Layout deiner Website ändert. Dies definiert, auf welche Weise deine Website responsiv sein wird und wohin die Elemente sich an jedem Breakpoint bewegen.
  • Fluss – Wenn die Bildschirme in responsiven Designs kleiner werden, wird der Text mehr vertikalen Platz einnehmen und alles andere wird nach unten gedrückt. Man muss also beim Designen für einen gewissen Fluss und Bewegung sorgen, indem man sicherstellt, dass jedes Element sich an eine neue Stelle bewegen kann, ohne an Qualität zu verlieren.
  • Kein Desktop- oder Mobile-First-Ansatz – Es spielt keine Rolle, ob deine User vorwiegend ein Desktop- oder Mobilgerät nutzen. Responsive Designs passen sich an alle Bildschirme an. Es ist also wichtig, dass Funktionalität und Design auf großen Bildschirmen genauso gut funktionieren wie auf einem kleinen Bildschirm.
Responsive Webdesign für die Golfplatzbuchung
Responsives Webdesign von Technology Wisdom

Im Design von Technology Wisdom kannst du sehen, wie die drei Versionen dieselben Designelemente und Struktur beibehalten. Bei gutem responsiven Design geht es mehr darum, wie und wohin sich die Elemente je nach Bildschirmgröße bewegen.

Was ist am besten? Mobilfreundliches, mobiloptimiertes oder responsives Design?

Nun fragst du dich vielleicht, wohin das alles führt, und willst wahrscheinlich eine klare Antwort auf eine simple Frage: Welcher dieser Ansätze ist besser? Sollte mein Webdesign mobilfreundlich, responsiv oder mobiloptimiert sein?

Nun, leider gibt es auf diese Frage keine einfache Antwort. Beziehungsweise hängt die Antwort von deinen Bedürfnissen, deinem Unternehmen und schließlich deinem Budget ab. Da du nun weißt, was mobilfreundliches, mobiloptimiertes und responsives Design zu bieten haben, kannst du dir überlegen, welches von ihnen am besten für dich funktionieren wird.

Egal wie du dich entscheidest, es gibt eine Lösung, die dir zu einer schicken und gut funktionierenden Website verhilft, selbst wenn du dazu die Hilfe professioneller Designer:innen benötigst.

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