2007 investierte Microsoft 240 Millionen US-Dollar in Facebook, dessen damaliger Wert auf 15 Miliarden US-Dollar geschätzt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war Facebook noch nicht gewinnbringend.

1995 kauft People Soft eine Firma namens Red Pepper für einen Preis, der 25 mal dem Wert des eigenen Jahreseinkommens entsprach. Der Mann, der diesen Kauf tätigte, Dr. Tom McKaskill, widmete sich daraufhin einem kleinen Sport und Reise Unternehmen. Dieses wurde später zu einem Preis, der 40 Mal höher als deren Profit war, verkauft (EBIT).

Wenn in der Regel Unternehmen für den 1,5-fachen Wert verkauft werden, wie erklärt sich dann, dass gerade die eben genannten Firmen viel höhere Werte erhielten?

Zwei Wörter: Strategischer Nutzen.

Der strategische Nutzen ist der nicht-finanzielle Wert eines Unternehmens und kann somit nicht den Anlagebüchern entnommen werden. Es ist das geistige Eigentum, der Kundenstamm, die Technologie und die Marke. Es sind die bestimmten Dinge in einem Unternehmen, die einen größeren Einfluss auf andere Unternehmen haben kann, als man selbst.

Nehmen wir als Beispiel eine Zeitschrift, die Verlust macht, aber durch eine Umfrage ihres 40.000 Leser großen Kundenstammes herausfindet, dass 40% dieser Leser in den nächsten 12 Monaten in Eigentum investieren wollen. Diese Zeitschrift ist nun von sehr hohem Wert für einen Projektentwickler, welcher diese Datenbank für viel größere Zwecke nutzen kann, als die Zeitschrift selbst. Sollten die beiden Unternehmen in eine Diskussion über die aktuelle Wertschätzung geraten, so würde die Zeitschrift nicht über ihre eigenen wirtschaftlichen Ertrag reden, sondern was sie, in diesem Fall mit Ihrer Datenbank,  einem potentiellen Käufer wert sei.

Um den strategischen Nutzen in Zukunft besser identifizieren und ausbauen zu können, fragt euch folgende Frage: “Wer kann mehr Geld aus unserem Unternehmen herausschöpfen als wir und warum?”.

Könnten die Produkte, falls sie von einer größeren Firma mit einer bestehenden Infrastruktur und Kundenstamm übernommen werden, signifikantere Gewinne für diese bringen? Könnte eine größere Firma mehr Nutzen aus der Technologie herausholen als man selbst?

Falls die Antwort auf mindestens einer dieser Fragen “Ja” ist, sollte man sich mit diesen Unternehmen unterhalten und somit einen Investor oder sogar Käufer für das eigene Unternehmen finden