In der HBO-Serie Game of Thrones (oder der Fantasy-Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“, wenn du eher eine Leseratte bist), agieren die großen Häuser von Westeros ähnlich wie Konzerne. Es gibt Führungskräfte (Lords), Niederlassungen (kleine Vasallenhäuser) und feindliche Übernahmen (Kriege).

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Und genau wie die Häuser von Westeros sind nicht alle Konzerne gleich. Wir haben uns gefragt, welches Unternehmen sich wohl mit welchem Haus vergleichen ließe…

Haus Stark – Apple

Game of Thrones House Apple
Alle Haussiegel wurden von Fi2 Design für 99designs gestaltet.

In den frühen 1980er Jahren war Apple eines der führenden Computerunternehmen der Welt. Ihr Börsengang hält den Rekord, die meisten Millionäre gleichzeitig gemacht zu haben (300!). In gleicher Weise war das Haus Stark der Wächter des Nordens und eines der großen Häuser von Westeros.

Doch dann, aufgrund durchtriebener Machenschaften von Feinden innerhalb und außerhalb, verlor es seinen Kopf! In Apples Fall bestand diese metaphorische Enthauptung in der Entlassung von Steve Jobs. Für Ned Stark war es eine wesentlich wörtlichere Enthauptung.

Sowohl Apple als auch das Haus Stark mühten sich daraufhin ab und verloren doch die Kontrolle über ihre entsprechenden Märkte. Mike Sculley, der die Kontrolle bei Apple übernahm, war nicht ganz so böse wie die Boltons, aber beide wurden nicht sonderlich gemocht.

Apple hat die Trendwende geschafft, indem sie Steve Jobs zurückholten. Er brachte das Internet auf deinen Heimcomputer, Musik in deine Tasche und abgerundete Ecken an dein Handy.

Ned Stark wird zwar nicht nach Winterfell zurückkehren, aber die jüngsten Entwicklungen in der Serie deuten darauf hin, dass ein Stark sich seinen rechtmäßigen Platz als Herrscher von Winterfell zurückholen wird.

Haus Frey – Telekom

 

Auf der einen Seite haben wir hier eine gut vernetzte Familie aus Westeros. Auf der anderen Seite eines der nervigsten Unternehmen Deutschlands

Beide kontrollieren entscheidende Kontrollpunkte – einerseits virtuelle Verbindungen und andererseits umkämpfte Gebiete. Und sowohl die Telekom als auch das Haus Frey genießen ihre Macht über diese Verbindungen. Sagen wir es so: Beinahe jeder braucht die beiden – und beinahe niemand kann sie ausstehen.     

Es ist immer eine schlechte Idee, Macht zum eigenen Vorteil auszunutzen. Walder Frey erlaubte den Starks freies Geleit durch seine Gebiete, allerdings nur unter der Bedingung, dass Robb Stark seine Tochter heiraten würde. Als Robb sein Versprechen brach, folgte Racheakt auf Racheakt. Natürlich kann man die Position der Telekom nicht mit den brutalen Taten des Hauses Frey vergleichen, das bei der sogenannten „Roten Hochzeit“ alle seine ursprünglichen Verbündeten betrog. Doch ähnlich wie die Freys versteht es die Telekom, ihr Monopol zu nutzen und andere Unternehmen von sich abhängig zu machen.

Haus Baratheon – AOL

Erinnert sich eigentlich noch jemand an AOL? Vor gerade mal zwei Jahrzehnten war der Internetdienstanbieter dermaßen groß und mächtig, dass er mit Time-Warner fusionierte, einem der größten und altehrwürdigsten Medienunternehmen der Welt.

Ganz ähnlich erging es auch dem Haus Baratheon, dem jüngsten der großen Häuser von Westeros. Das von Orys Baratheon gegründete Haus erhob sich, um die Macht über alle sieben Königreiche zu ergreifen und verbündete sich durch eine Heirat mit einem weiteren mächtigen Haus – den Lannisters.   

Beide Fusionen klangen zu ihrer Zeit wie eine tolle Idee – und gingen im Anschluss ziemlich schnell den Bach herunter. Zeitweise stand es um AOL und Baratheon sogar so mies, dass es dich vielleicht verwundern mag, dass beide auch heute noch existieren. 

Doch was war geschehen? Nach Roberts Tod kämpfte sein Bruder Stannis verbissen um die Macht und den heißbegehrten, eisernen Thron. Er verbündete sich sogar mit der mächtigen roten Priesterin Melisandre, um über ganz Westeros herrschen zu können. Genutzt hat das alles nichts: Der letzte verbliebene Baratheon ist derzeit ein unehelicher Sohn. 

Hier in der realen Welt sah sich AOL nach Jahren des enormen Erfolgs mit stetig sinkenden Kundenzahlen konfrontiert. Kein Wunder also, dass das Unternehmen gewaltige Hoffnungen in eine weitere Fusion mit einer roten Figur setzte: dem Telekommunikationskonzern Verizon. Aber auch diese Aktion konnte das Unternehmen nicht retten. Kürzlich wurde AOL geschluckt und mit einer fremden Unternehmenslinie (Yahoo!) zur Marke „Oath“ zusammengeschlossen. Es bleibt wohl abzuwarten, was die Zukunft für die beiden letzten Abkömmlinge dieser mächtigen Häuser bereithält.

Haus Greyjoy – Reddit

Game of Thrones House Reddit

Wir säen nicht, wir sammeln.

Die Greyjoys und all ihre Vasallen auf den Eiseninseln bekunden stolz, dass sie lieber die Arbeit anderer plündern und stehlen würden, als eine eigene Ernte anzubauen.

Auf die gleiche Art stellt Reddit keinen eigenen Content (den sie „Original Content“, oder „OC“ nennen) bereit. Stattdessen ist beinahe alles ein Link auf eine externe Website – eine Nachrichtenseite oder, noch wahrscheinlicher, Imgur.

Sowohl Redditor als auch die Bewohner der Eiseninseln sind ein unbändiges Volk. So wie jeder Kapitän der König auf seinem eigenen Schiff ist, ist Reddit in viele „Subreddits“ unterteilt, beaufsichtigt von Moderatoren. Ihre Interessen und Temperamente variieren stark von Subreddit zu Subreddit, aber du kannst sicher sein, dass sie erbittert ihre kleine Ecke in der großen Reddit Nation beschützen.

Und fairerweise muss man sagen, dass auch viele Redditors eigenen Content kreieren. Aber genau wie die Greyjoys ist vieles davon ist grenzwertig frauenfeindlich oder zumindest nicht ganz politisch korrekt.

Als Reddit einen König suchte und einen neuen CEO einstellte – eine Frau – drehte die Hälfte der Community durch. Es gab einige gute Gründe, Ellen Pao nicht zu mögen, genau wie Yara Greyjoy wohl nicht die perfekte Königin der Eiseninseln war, aber es ist schwierig, die berechtigte Kritik von der Altherrenrhetorik zu trennen.

Haus Lannister – Enron

Game of Thrones House Enron

In den späten 90er Jahren wurde Enron vom Fortune Magazine sechs Mal hintereinander zu Amerikas innovativstem Unternehmen gekürt. Ebenfalls vor 15 Jahren in Westeros-Zeit waren die Lannisters eines der großen Häuser und Wächter des Westens. Sie waren so erfolgreich, dass „reich wie ein Lannister“ eine gängige Redewendung war.

Aber leider verbarg sich hinter dem Erfolg beider Organisationen nur Schall und Rauch. Hast du dich je gefragt, weshalb die Lannisters an einem Ort namens „Casterly Rock“ leben? Ihr vorzeitlicher Urahn, Lann der Listige, vertrieb die Casterly-Familie mit einem Trick aus ihrem eigenen Schloss.

Ebenso basierte Enrons riesiger Börsenwert auf Lug und Trug. Viele Vermögenswerte und Profite der Firma waren überhöht oder sogar komplett erlogen.

Aber diese Art Betrügereien können nicht ewig gut gehen. Letzten Endes wurden Enrons dubiose Machenschaften aufgedeckt und sie waren gezwungen, Konkurs anzumelden. In Game of Thrones sind die Goldminen der Lannisters längst leer; es hat noch niemand herausgefunden, aber es ist anzunehmen, dass ihr Schicksal nicht besser als das von Enron sein wird.

Haus Tyrell – Google

Game of Thrones House Google

Es ist schwer, das Haus Tyrell nicht zu mögen. Sie mischen sich eher weniger in die Angelegenheiten anderer Häuser ein, kümmern sich um ihre Vasallen und sind ziemlich wohlhabend.

Obwohl ich ihre Angestellten nicht „Vasallen“ nennen würde, wurde Google in den letzten zehn Jahren sieben Mal zum besten Arbeitgeber gewählt. Und das Unternehmen ist eines der wertvollsten Firmen in der Fortune 500.

Und was ist mit dem Heraushalten aus anderer Leute Angelegenheiten? Nun, Google hat diesbezüglich nicht unbedingt die beste Bilanz. „Don’t be evil“ wäre ein großartiges Hausmotto für den Wächter der Suche, aber es wäre in etwa so glaubhaft wie die Machenschaften von Littlefinger.

Aber was die Vernetzung angeht würde Varys wohl für Googles Spionagenetz töten…

Haus Targaryen – Bumble

Gesegnet mit einem Namen, der eines GoT-Charakters würdig wäre, durfte Whitney Wolfe, die Co-Gründerin von Tinder, natürlich nicht auf dieser Liste fehlen. Die Dating-App hätte Wolfes persönliche Erfolgsgeschichte werden können, doch sie verließ das Unternehmen aufgrund des feindlichen Arbeitsumfeldes. Heute steht sie an der Spitze von Bumble, einer Dating-App mit dem Potenzial zum nächsten großen Social Media-Hit.   

Werfen wir einen Blick auf das Spiel um den Thron von Westeros: Daenerys Targaryen wurde als jüngste Tochter des Königs geboren. Auch wenn sie nicht die nächste Anwärterin auf den Thron war, gehörte sie doch zur königlichen Familie. Dieser Umstand machte Daenerys zu einer der mächtigsten Frauen in Westeros. Doch wie das Schicksal so spielt, wurde ihre Welt ziemlich abrupt auf den Kopf gestellt: Ihr Vater wurde durch Robert Baratheon gestürzt, und der neue König setzte alles daran, sie und ihre Geschwister aus dem Weg zu schaffen. Wenn das mal kein feindliches Umfeld ist!

Keine dieser beiden Frauen verzweifelte angesichts ihres Unglücks. Stattdessen suchten sie ihr Glück auf eigene Faust, fanden neue Verbündete und starteten ihre eigenen Dynastien

Bumble mit seinem Bienen-Logo mag zwar nicht ganz so cool sein wie feuerspeiende Drachen, aber mit ihrer App baut Wolfe ebenfalls ein Imperium in der realen Welt.

Danny
via HBO

Welche anderen Unternehmen erinnern dich an Häuser aus Game of Thrones? Lass es uns in den Kommentaren wissen!