Sofia Saxlund und Maria Klokow haben sich in Berlin kennengelernt, als Maria einiger ihrer alten Platten verkaufte. Sie verstanden sich auf Anhieb gut, blieben in Kontakt und bemerkten schließlich, dass sie sich nicht nur gut verstehen, sondern auch eine Leidenschaft für Design und Reisen teilten.

Heute sind sie das kreative Duo hinter SOMA design dealers, reisen als digitale Nomaden durch die Welt und beziehen ihre Inspiration aus ihrer Umgebung. Wir haben mit ihnen über ihre Reisen geplaudert, wie sie die Herausforderungen der Remote-Arbeit gemeistert haben und weshalb Standortunabhängigkeit so gut für die Kreativität ist.

SOMA Design Dealers
Maria (links) und Sofia (rechts) in Uruguay

Name: Sofia Saxlund & Maria Klokow
99designs-Alias: SOMA design dealers
Ort: Digital nomad
Spezialgebiet: Verpackungs- & Label-Design

Erzählt uns ein bisschen über euch

Sofia kommt aus Uruguay und ist Designerin für visuelles Kommunikationsdesign und Maria ist eine Grafikdesignerin/Entwicklerin aus Deutschland. Wir haben uns kennengelernt, als wir beide in Berlin gelebt und gearbeitet haben. Maria hat einige ihrer alten Platten verschenkt (wirklich gute, wie Sofia meint) und Sofia hat sie abgeholt.

SOMA Design Dealers
Smoothie Label

Wir blieben in Kontakt und nachdem wir herausfanden, dass wir mehr als nur den Musikgeschmack gemeinsam hatten, begannen wir, miteinander auszugehen und verliebten uns ineinander. Monate später zogen wir zusammen und entschieden uns, zu reisen und im Ausland zu leben, während wir unserer Leidenschaft nachgehen.

Das Zusammenleben lief super… und dann fanden wir heraus, dass wir auch wahnsinnig gut zusammenarbeiten. Aufgrund unserer unterschiedlichen Vorgeschichten, ergänzten wir uns hervorragend. Sofia war bereits freiberufliche Designerin und Maria war Partnerin in einer Berliner Firma und hatte Spaß daran, nebenbei zu designen und zu programmieren.

Woher kommt der Name SOMA design dealers?

Der Name SOMA ist eine Kombination unserer Namen. Es begann als Witzelei über diejenigen, die ihre Marke nach den Namen oder Initialen der Gründer benennen. Aber es hat auch noch viele andere Bedeutungen.

„Soma“ ist beispielsweise der Name der Droge, die den Leuten in Aldous Huxleys Klassiker „Schöne neue Welt“ gegeben wird, damit sie sich an die Gesellschaftsordnung halten und keine negativen Emotionen haben – daher auch die Anspielung darauf, dass wir Design Dealer sind. Viele unserer Klienten mögen den Namen Soma, weil sie sofort die persönliche Bedeutung dahinter erkennen.

soma design dealers
Maria und Sofia entdecken Argentinien.
Dich von neuen Umgebungen, Menschen und Kulturen beeinflussen zu lassen, macht die Arbeit als Designerin zum perfekten Job zum Reisen.
- SOMA Design Dealers
Was brachte euch zu 99designs?

Als wir unsere jeweiligen Projekte auf SOMA übertrugen, entschieden wir uns dazu, unser Spektrum zu erweitern – nicht nur in Sachen Quantität und Qualität, sondern auch bezüglich Vielfältigkeit. 99designs zeigt uns verschiedene Geschäftsmodelle und wie Produkt- und Designtrends sich anpassen, um mit ihnen im Einklang zu bleiben.

Es ermutigt uns dazu, in verschiedenen Stilen und für unterschiedliche Materialien zu designen, während es uns die Möglichkeit gibt, unseren eigenen Stil zu zeigen und zu verbessern – Nicht nur dadurch, dass wir gegen uns selbst antreten, sondern auch gegen andere Künstler aus der ganzen Welt.

Erzählt uns ein bisschen über euer Reiseleben!

Wir entschieden uns dazu, mit sehr wenig Besitz zu leben, daher benötigen wir auch nicht viel Zeug, wenn wir reisen. Nur uns, unsere Tools und ein paar Klamotten. Es ist sehr leicht, ein vorübergehendes Lager an einem Ort, den wir mögen, aufzuschlagen und in Städte und Länder zu reisen, die in der Nähe sind. Es ermöglicht uns, weiterhin zu arbeiten und ein „Zuhause“ zu haben, zu dem wir zurück können, und gleichzeitig mehr von der Welt zu sehen.

Wir bevorzugen beide lieber eine gesunde Balance aus ein paar Stunden Arbeit am Tag und Freizeit, in der wir dann die Stadt entdecken, in der wir sind, statt lange Urlaube zu nehmen, in denen wir überhaupt nicht arbeiten.

Wie ermöglicht euch eure Arbeit als Designerinnen Job und Reisen miteinander zu verbinden?

Man sagt, je mehr man reist, umso inspirierter ist man. Als Designer ist deine wichtigste Ressource deine Kreativität. Abgesehen davon benötigst du nur ein bisschen Papier und einen Stift (und einen Laptop, machen wir uns nichts vor). Du kannst noch dein Lieblings-Moleskine oder dein Wacom-Tablet mitnehmen, wenn du nicht ohne leben kannst. Aber das war’s auch schon.

Natürlich gibt es Verantwortlichkeiten und Deadlines, an die man sich halten muss. Daher ist es wichtig vorauszuplanen und diszipliniert zu sein. Die Tatsache aber, dass du nicht an ein Büro oder Chef gebunden bist, der dir sagt, wann und wo du sein sollst, gibt dir die Freiheit und den Raum, deiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

SOMA design dealers
Maria und Sofia genießen einen Snack in Santiago, Chile
Wir sind Kinder der Erfahrung. Alles was wir sehen und lernen beeinflusst unseren persönlichen Stil.
- SOMA Design Dealers
Welchen Herausforderungen steht ihr gegenüber?

Sich der unterschiedlichen Zeitzonen bewusst zu sein. Im Moment haben wir viele Kunden in den USA und Europa, was bedeutet, dass wir in der Regel von frühmorgens bis spätabends erreichbar sein müssen. Schriftliche Kommunikation kann schwierig sein, daher können ein Chat oder Skype-Anruf von Angesicht zu Angesicht hilfreich sein.

Hin und wieder bist du vielleicht an einem Ort, an dem es kein gutes Wi-Fi oder eine gute Datenverbindung gibt. Dann musst du jede Menge Arbeit nachholen, wenn du zurück in der Zivilisation bist.

Was ist euer Tipp, um während des Reisens eine gute Beziehung zum Kunden zu erhalten?

Für Designer: Lass die Klienten wissen, wann du erreichbar bist, damit sie vorausplanen können. Du willst auch keinen leeren Posteingang, weil du deine Klienten vernachlässigt hast. Lieber einmal zu viel nachfragen als überhaupt nicht.

Für Klienten: Wenn du einen guten Designer gefunden hast, bleibe bei ihm. Wir haben viele Marken gesehen, die jedes Mal, wenn sie etwas brauchten, zu einem anderen Designer gegangen sind und mit einer Reihe „Mini-Marken“ endeten, statt einer soliden und einheitlichen Marke. Lasse außerdem deinen Designer wissen, wenn etwas dringend ist. Der Designer kennt oftmals deinen Zeitplan nicht. Kommunikation ist für beide Seiten das Wichtigste.

Arbeitet ihr lieber im Café oder woanders?

Wir mieten in der Regel lieber ein Apartment und arbeiten von dort aus. Cafés und belebte Plätze sind schön, um neue Gedanken zu sammeln, aber wenn wir sehr viel zu tun haben, können wir uns in einer ruhigen und gemütlichen Umgebung leichter konzentrieren.

Natürlich kommt es vor, dass eine Deadline in einen Zeitraum fällt, in dem wir gerade für einen Flug einchecken oder unterwegs sind. Aber ein paar notwendige Dinge dabei zu haben, macht es leicht, einen Ort zu finden, an dem man schnell mal eine Stunde Arbeit einschieben kann. Man könnte es kontrollierte Flexibilität nennen.

Wenn du ohne viel Geld reist, ist ein Coworking-Space oder ein Café vielleicht nicht die beste Idee, da du dort viel Geld verbrennst, nur um einen Arbeitsplatz zu haben. Aber wenn du allein reist, möchtest du eventuell etwas Gesellschaft. Kann sein, dass es für uns anders ist, weil wir bereits ein Team sind und uns gegenseitig Gesellschaft leisten.

Welches ist der beste Ort, von dem aus ihr jemals gearbeitet habt?

Die Bibliothek in De Hallen in Amsterdam! Du kannst auswählen zwischen den Tischen in der Cafeteria im Erdgeschoss oder nach oben gehen, wo es lange Tische und Sofas gibt. Es ist sehr ruhig und du bekommst das beste Mittagessen in den Food Hallen.

Etwas exklusiver und schwieriger zu erreichen ist der Garten von Sofias Eltern in Uruguay. Die Hängematte unter dem Baum, der leichte Wind, der vom Strand her kommt, und das Gezwitscher der Vögel machen ihn zum besten Arbeitsplatz. Ehrlich gesagt sollten wir ihn für einen Preis vorschlagen.

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Bieretiketten-Design
Was ist das Wichtigste, wenn man einen Arbeitsurlaub plant?

Überlege dir ein Budget und verliere es nicht aus den Augen. Wenn du reist, können unerwartete Sachen passieren – Projekte werden vielleicht gestrichen oder verschoben oder du verpasst einen Flug. Wenn du mindestens zwei oder drei Monate Lebenshaltungskosten gespart hast, bist du für die meisten Sachen gut gerüstet.

Wenn du es mit Kunden in verschiedenen Zeitzonen zu tun hast, solltest du nicht vergessen, dass du zu unterschiedlichen Zeiten verfügbar sein musst, wenn du den Zeitplan für deine Reisen und für’s Arbeiten erstellst.

Denke auch daran, dass einige Orte kein Wi-Fi oder schnelles Internet haben, also plane voraus und schaue nach nationalen SIM-Karten oder, wenn du eine Bleibe gefunden hast, Frage deinen Gastgeber, wie gut die Internetverbindung ist.

soma design dealers
Reise nicht nur des Reisens wegen. Versuche einen Nutzen für deine Arbeit und dein Leben zu finden.
- SOMA Design Dealers
Was ist euer Rat an andere digitale Nomaden?
  • Wenn etwas dringend ist, versuche, es so bald wie möglich zu erledigen. Dann werden dir deine Klienten die freie Zeit lassen, wenn etwas nicht so dringend ist.  
  • Hab ein Auge auf deine Sachen, wenn du in der Öffentlichkeit bist. Versichere deinen Laptop oder halte genug Geld bereit für den Fall, dass er kaputt geht, gestohlen wird oder du ihn verlierst. Du willst nicht unprofessionell aussehen, im Falle dass dein Laptop abstürzt und du sämtliche Designentwürfe des Klienten verlierst.
  • Verliere dich nicht in deinem Computer oder deinem Telefon. Geh raus, fühle, höre zu, rieche, sehe! Tritt mit den Einheimischen in Kontakt. Sie wissen immer, wo es am schönsten ist und können dir besser ein Gefühl für die Stadt geben als jeder andere.
  • Triff andere Reisende, Designer oder Leute, die wie du sind. Sie können dir gute Tipps für den Alltag geben und Orte nennen, an denen man arbeiten kann.
Wonach entscheidet ihr, wohin es als nächstes geht?

Wie viel Zeit wir mit dem Reisen verbringen, hängt vom Ziel und dem Grund unseres Trips ab. Wir reisen meist für ein paar Monate, bevor wir zurück nach Berlin gehen und dort nach unseren Liebsten sehen. Aber wenn es ein Ort ist, den wir sehen wollen und der nicht weit weg ist, reisen wir in der Regel für ein paar Tage oder eine Woche dorthin.

Wir waren jetzt für ein paar Monate in Südamerika, um Familie und Freunde zu besuchen und in die südamerikanische Kultur einzutauchen, weg vom europäischen Stress. Du würdest niemals erraten, von wo aus wir die Fragen für dieses Interview beantworteten… Wir begannen in Santiago de Chile, machten in einem Basislager auf dem Aconcagua weiter und beendeten es in Buenos Aires.

Wohin geht es für euch als nächstes?

Für den Rest des Jahres gehören die USA, Griechenland, Island und Japan zu unseren Plänen. Im Moment such wir auch nach einem Ort, an den wir unsere Homebase verlagern können und von wo aus wir mit SOMA expandieren können, indem wir einen gemeinschaftlichen Arbeitsplatz kreieren. Wir sind offen für Vorschläge und künstlerisches Zusammenarbeiten, also sag uns Bescheid, wenn du glaubst, dass deine Stadt die beste für uns ist!

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