Svart ink wusste schon als Kind, dass sie einmal Künstlerin werden wollte. Über einen länger als ursprünglich geplanten Abstecher in die Fotoentwicklung machte sie sich mit Bildbearbeitung und Grafikprogrammen vertraut. Mittlerweile arbeitet sie Vollzeit auf 99designs, genießt die örtliche Flexibilität, die ihr die Plattform bietet, sowie die unbegrenzten Möglichkeiten, ihren kreativen Hunger zu stillen.

Wir haben sie über ihren Werdegang, ihren Designstil und ihre Lieblingsprojekte ausgefragt.

Name: Svetlana Vlaskalic
99designs-Profil: svart ink
Ort: Serbien
Spezialität: Logo-Design, Corporate Design

Erzähl uns erst einmal ein wenig über dich.

Ich bin Svetlana, 39 Jahre jung und wohne zur Zeit in Novi Sad, Serbien. Ich bin in Wien, Österreich aufgewachsen und habe dort einen Abschluss als Dentistin gemacht. Kurz darauf nahm ich einen Teilzeitjob bei der damaligen „Eastman Kodak Company, heute Kodak GmbH “ in der Fotoentwicklung in Wien an – hatte aber das Ziel, eine Festanstellung als Dentistin zu finden.
Dazu kam es jedoch nicht und ich war letztlich sieben Jahre lang in der Fotoentwicklung als relativ junge vertretende Gruppenleiterin und in der Qualitätskontrolle tätig. Der Job passte zu meiner ersten Großen Liebe, der Kunst. Ein Ende fand das Ganze mit dem Anstieg der Digitalfotografie als die Fotoentwicklung und damit auch mein Job abgeschafft wurden. Allerdings fand ich kurz darauf die Liebe meines Lebens, weswegen ich nach Serbien zurückzog, wo ich seit 2005 in Novi Sad lebe.

Brand-Konzept für The National Edition
Wie bist du zum Design gekommen und was hat dich zu 99designs geführt?

Ich bin in einer Künstler-Familie aufgewachsen. Mein Vater war Musiker, Kunsttischler und Maler. Daher gab es bei uns überall im Haus viel Malerei und Tischlerei-Utensilien. Kleine Tricks beim Malen habe ich seit meiner Kindheit einfach mitbekommen und mitgenommen. Ich erinnere mich, als Kind immer gesagt zu haben: „Wenn ich groß bin, werde ich Künstlerin sein.“ Im Teenager-Alter habe ich das Thema vor allem in surrealen Zeichnungen umgesetzt. Während der Kodak-Zeit war ich sehr an Motion Graphics interessiert und habe am SAE-Institut in Wien einen Multimedia-Studiengang begonnen. Der „Bachelor of Art“ war mir damals aus finanziellen Gründen leider nicht möglich.

Corporate Design von svart ink

Auf 99designs bin ich erstmals 2012 gestoßen, als ich an einem Tag, wortwörtlich ohne Job im Regen stand. Die Firma, bei der ich arbeitete, hatte sich teilweise aufgelöst und die Gehälter wurden nur noch unregelmäßig gezahlt. Ich stand unter Druck, etwas Neues zu finden. Gleichzeitig war ich aber fest entschlossen, einen Wendepunkt im Leben zu schaffen und meine beruflichen Fähigkeiten auf die Probe zu stellen. CorelDraw, Adobe Photoshop und Illustrator waren mir dank Kodak, SAE und dem eigenen Interesse nicht unbekannt und haben mir den Einstieg auf 99designs erleichtert. Mit ein paar Klicks und der Google-Suche „online Geld verdienen“ bin ich damals auf 99designs gestoßen.

Wie hat die Arbeit auf der Plattform dein Leben verändert?
Logo Design für Life Essentials

In den ersten zwei bis drei Jahren war ich nicht zu 100% auf der Plattform tätig – im Gegensatz zu heute. Anfangs hatte ich Nebenjobs im Ausland und bin oft gereist. Auf 99designs hatte ich immer nur mein ständiges Verlangen nach Kunst und kreativer Arbeit befriedigt. Ich denke, 2015 war mein richtiger Durchbruch auf 99designs. Aus gesundheitlichen Gründen war ich beruflich plötzlich sehr eingeschränkt. Da kam mir der Gedanke, Vollzeit durchzustarten mit dem, was ich liebe: Designen. Es war genau richtig, körperlich nicht anstrengend und wann ich designe, war mir auch überlassen. Somit war ich auch mental vollkommen entlastet. Ich hätte damals keine bessere Entscheidung treffen können! 99designs war und ist das Beste, das mir beruflich passieren konnte. Es hat mich als Person vervollständigt. Davor hat immer etwas gefehlt. Mein Verdienst auf 99designs steigert sich von Jahr zu Jahr, ebenso wie mein Kundenkreis. Ich kann ein normales Leben führen und mir Sachen leisten, die ich mir vorher nur sehr schwer hätte ersparen können. Ich reise sehr gerne und sehr viel – mit 99designs, alles kein Problem. Man packt sich das benötigte Werkzeug einfach ein. Praktisch! Ich bin glücklich und unendlich dankbar und meine kleine Familie auch!

Du kombinierst gekonnt minimalistische und illustrierte Designstile. Woher nimmst du deine Inspiration?

Ich führe ein, soweit möglich, minimalistisches Leben. Wie im richtigen Leben frage ich mich oft, während ich designe, „brauch ich das jetzt wirklich oder kann das weg?“. Dann braucht es noch einen Hauch von mir selbst. Jedes einzelne Design in meinem Portfolio hat diesen Hauch, den ich gerne und mit Absicht hinterlasse. Oft ist es ein illustriertes Element, das ein deutliches handgemacht Siegel-Gefühl hinterlässt. Die Inspiration kommt aber hauptsächlich aus dem Briefing. Oft lese ich Stunden, bevor ich anfange. Wenn es ein Wettbewerb ist, wird dieser von mir oft ewig lang gesucht. Ganz egal, wie hoch oder niedrig der Preis und welche Branche es ist, es muss eine interessante Hintergrundgeschichte vorhanden sein. Oft sind es Geschichten, wie eine Marke entstanden ist, die der Kunde im Briefing hinterlässt. Diese inspirieren mich. Manchmal sind es auch nur zwei Wörter. Irgendwo macht es einfach Klick und ich fühle mich angezogen.

Was mich sehr oft inspiriert ist die nordische Mythologie. Zahlreiche Runen und Symbole verstecken sich in etlichen meiner Designs. Persönlich bewegt mich der skandinavische Stil auch sehr.

Hast du ein Lieblingsprojekt oder einen Lieblingskunden, mit dem die Zusammenarbeit besonders viel Spaß gemacht hat?

Jedes Projekt wächst mir auf seine eigene Art und Weise an’s Herz. Es gab aber ein Projekt letztes Jahr, das mir besonders viel Spaß machte und zur Abwechslung kein Logo oder Branding war: Website-Bilder/Fotomanipulationen für Badekugeln zum Thema „Game of Thrones“. Wir hatten 15-20 Fotomanipulationen im GoT Style designed; das hat einfach sehr viel Spaß gemacht!

Du hast kürzlich ein Treffen mit anderen 99designers in Serbien organisiert. Wie kam es dazu und was waren die Highlights?

Ja, das stimmt. Wir haben uns Ende Januar endlich getroffen. Die Idee kam spontan, als ich mit einer anderen Designerin („Angry Lizard“) gemeinsam an einem Projekt gearbeitet habe. Wir hatten uns darüber unterhalten, wie schön es doch wäre, ein kleines Meet-up zu organisieren, da doch sehr viele Leute aus Novi Sad auf 99designs aktiv sind. Wir hatten es ins Forum gestellt und ein paar Leute waren interessiert. Highlight des Abends waren die Jungs, S. Kitanovic  und Krstatzar, die aus Nis, ca. 330km von Novi Sad entfernt, ganz schön weit gereist sind, um teilnehmen zu können. Wir hatten wahnsinnig viel Spaß beim Austausch von Erfahrungen und Geschichten über lustige Projekte und Kunden. Da sieht man erst, wie nahe man sich steht! Es war wirklich schön, sich mit Gleichgesinnten zu unterhalten. Es steht nun ein weiteres kleines Meet-up in Novi Sad an und ein drittes im Frühjahr in Belgrad. Da lassen wir uns vom Team aus Belgrad überraschen.

Welche drei Tipps hast du für Designer, die sich bei 99designs einen Kundenkreis aufbauen und ihre Fähigkeiten verbessern möchten?

1. Ein starker Wille, Durchhaltevermögen und Interesse VOR Verdienst müssen da sein. Man muss lernen, zehn Mal zu fallen, wenn es sein soll auch zwanzig, aber alle Male wieder aufzustehen und etwas daraus zu machen, anstatt alles zu schmeißen. Die Zeiten auf 99designs sind nicht immer rosig, für keinen von uns. Man konkurriert täglich mit tausenden von ausgezeichneten Designern, was nicht einfach ist.

2. Kommunikation. Es ist die Kommunikation mit den Kunden in erster Linie. Diese muss von Anfang an stimmen. Setzt man den falschen Ton ein, kann es bereits zu Beginn eher bergab als bergauf gehen. Man muss an dem Kunden und nicht nur an dessen Projekt interessiert sein und als Team zusammenarbeiten. Am besten immer versuchen, sich in die Kunden hineinzuversetzen und sie bestmöglich zu verstehen. Die 1-zu-1 Projekte sind ein gutes Beispiel dafür. Um ein Projekt erfolgreich abschließen zu können, muss man im Team spielen und das Projekt so behandeln, als wäre es das eigene. Während dieser Zeit sind es immer „wir“ (der Kunde und ich) – diejenigen, die etwas gemeinsam erreichen möchten. Und zwar ein tolles Design, so wie es sich der Kunde gewünscht hat.

3. Die eignen technischen Fähigkeiten kann man leicht verbessern, wenn man daran interessiert ist. Ein Stift und ein Heft reichen auch wirklich aus, um Ideen zum Leben zu erwecken und um generische Designstile zu vermeiden. Man sollte keine Angst vor dem Neuen haben und viel experimentieren. Durch Zufall können neue Designrichtungen geschaffen werden. Man sollte Designstile unterscheiden können und eventuell auch an Kunsthistorik interessiert sein oder wenigstens ein wenig darüber gelesen haben. Das hilft einem, sich ein Bild zu machen, wer und was man werden möchte.

Logo-Design für RawChemistry
In welchen anderen Medien oder Bereichen der Kunst arbeitest du außerhalb der Plattform am liebsten?

Polymer Clay Schmuck! Ich bastele gerne mit Polymer Clay. Außerdem lerne ich immer noch Adobe After Effects kennen. Es überrascht mich jedes Mal wieder, wie unendlich die Software ist. Damit bringe ich meine Motion Graphics Fähigkeiten auf ein neues Level, was ich aber nur privat mache und es dabei auch belasse. Ansonsten fotografiere ich in meiner Freizeit viel. Etliche Fotos verwende ich sogar für Projekte.

Drei Dinge, die du 2018 gerne verwirklichen möchtest.
  • Ich würde gerne das Zimmer meines 11-jährigen Sohns komplett renovieren und neu einrichten, so wie er es sich wünscht.
  • Drei bis vier Mal reisen.
  • Ich würde gerne meine Arbeitsecke technisch wieder auf den neuesten Stand bringen.

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