Ein Startup, das mit Käse auf Pflanzenbasis die Welt retten will – das ist PlantLX. Da mussten wir einfach genauer nachfragen, was sich dahinter verbirgt und welche cleveren Köpfe daran beteiligt sind. Deshalb haben wir uns mit Karim, Arndt und David, den Gründern von PlantLX zusammengesetzt, um sie über ihr revolutionäres Startup, ihre Pläne und ihr neues Logo auszufragen.

Karim, Arndt und David (v.l.n.r.) von PlantLX

99d: Was ist PlantLX und welcher Gedanke steckt dahinter?

Arndt: PlantLX ist ein Start-Up, das mit Hilfe molekularbiologischer Forschungsmethoden einen pflanzlichen Käse entwickelt, der so gut und gleichzeitig so preiswert ist, dass er tierischen Käse vom Markt drängen kann. Unser Ziel ist es mit unserem Pflanzenkäse einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

99d: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, pflanzlichen Käse herzustellen?

Karim: Wir wollten unseren Beitrag dazu leisten die Welt besser zu machen. Die größte Bedrohung für die Menschheit ist ganz klar der Klimawandel. Den größten Beitrag zum Klimawandel wiederum leistet die industrielle Massentierhaltung (von anderen Umweltschäden ganz zu schweigen), allen voran die Kühe.

Da es ziemlich klar ist, dass die meisten Menschen nicht bereit sind auf Genuss zu verzichten, “nur” um den Planeten zu retten, muss also eine technologische Lösung her. Für Fleisch gibt es bereits gute Alternativen und einige mehr werden entwickelt. Außerdem ist der Verzicht auf Käse für viele Menschen deutlich schwieriger als der Verzicht auf Fleisch.

99d: Käse auf Pflanzenbasis – funktioniert das wirklich?

Käse-Illustration von Inspired Sara

Arndt: Bisher nicht, deshalb kümmern wir uns jetzt darum. Der Schlüssel zur Käse-Textur (also der leicht gummiartigen Konsistenz, dem langsamen Schmelzen und Fäden ziehen beim Erwärmen) liegt im Casein, einem Milchprotein, das sowohl Wasser als auch Fett binden kann und so ein dreidimensionales Netzwerk ausbildet.

Normale lebensmitteltechnologische Ansätze arbeiten immer nur mit relativ wenigen Zutaten, die anscheinend nicht geeignet sind, um pflanzlichen Käse daraus zu machen. Wir wollen daher in alten und vernachlässigten Nutzpflanzen nach einem Protein suchen, das geeignet ist. Hier kommt auch die Molekularbiologie ins Spiel. Ohne moderne Omics-Methoden ist eine solche systematische Suche gar nicht denkbar.

99d: Was sind eure Pläne für PlantLX?

David: Unser Ziel ist es, wie gesagt, den Welt-Käsemarkt auf pflanzliche Beine zu stellen, indem wir ein Produkt anbieten, das schlicht besser ist als tierischer Käse. Praktischerweise sind tierische Lebensmittel eh inherent ungesünder und sehr viel weniger effizient in der Herstellung als pflanzliche. Unser erstes Produkt wird sich wohl vornehmlich an Veganer und Leute richten, denen Nachhaltigkeit wichtig ist, aber mittelfristig wollen wir bei Aldi im Kühlregal liegen.

99d: Welche Erfahrung habt ihr bei der Erstellung eures Logos mit 99designs gemacht?

Logodesign von SAJATI für PlantLX

Arndt: Das war sehr interessant und hat richtig Spaß gemacht. Wir haben einiges dazugelernt und uns zwischendurch auch etwas tollpatschig angestellt. Wir wollten auf jeden Fall ein Logo, mit dem wir uns alle identifizieren können, deshalb haben wir den Prozess gemeinsam vorangetrieben. Obwohl wir beide vorher schon mit Designern gearbeitet haben, hatten wir eine ziemlich unterschiedliche Herangehensweise, besonders was die Kommunikation betrifft.

Karim bevorzugt sehr konkrete Anweisungen im Stil von “die Linie muss etwas dicker, der Abstand etwas größer und die Farbe 2% dunkler”, während ich eher versuche zu beschreiben, was mir an dem Eindruck, den ich habe, nicht gefällt, und darauf vertraue, dass die Designerin oder der Designer im Zweifel besser weiß, welche konkreten Änderungen angemessen sind.

Auch spannend war, wie unterschiedlich die Designer und die Qualität der Designs war. Manche von ihnen schienen Probleme mit Englisch zu haben oder unser Feedback nur zu überfliegen. Einige waren super-aktiv und haben fast immer innerhalb weniger Minuten geantwortet oder neue Designs hochgeladen, andere manchmal tagelang nicht.

Wir haben aber definitiv auch Fehler gemacht. Zum Einen sind wir manchmal zuerst auf die Designs eingegangen, bei denen das Feedback besonders klar war, statt auf die, die uns am besten gefielen. Und ein paar Mal haben wir, wenn wir uns nicht 100%ig einig waren sowas geschrieben, wie “eigentlich mögen wir das und das nicht so, aber wenn ihr glaubt eine besonders tolle Idee zu haben, schlagt es ruhig trotzdem vor.”

Aber wir sind da immer besser geworden und haben am Ende ja auch ein super Logo rausbekommen.

99d: Was war euch bei eurem Logo-Design besonders wichtig? Was wolltet ihr mit eurem Design vermitteln?

Karim: Am wichtigsten war uns der wissenschaftliche Ansatz und alles, was dazugehört. Dazu natürlich noch die Aspekte “Essen” oder sogar “Käse”, “Pflanzen” und vielleicht noch die “Welt-Retten-Mission”.

Das Logo richtet sich auch nicht an Kunden im eigentlichen Sinn, eher an potentielle Investoren und Partner. Da ist es uns wichtig, uns von den vielen Food-Startups abzugrenzen, die eben keinen wissenschaftlichen Hintergrund haben.

Weitere Logo-Optionen, aus denen Karim, Arndt und David wählen konnten:
Logodesign von O.R.G.N.L.
Logodesign von Brookeinpa
Logodesign von zenefashions
Logodesign von Corey Garner Design

99d: Wieso habt ihr euch für dieses Logo unter allen eingereichten Designs entschieden? Warum ist dieses Logo das richtige für euch?

Arndt: Im Endeffekt, weil es genau das leistet, was es soll. Es ist relativ schlicht und geradlinig, mit einem etwas “futuristischem”, aber trotzdem sehr gut lesbaren, Schriftzug. Die Doppelhelix erinnert an DNA und stellt den Bezug zur Molekularbiologie her. Die Stränge enden in einem stilisierten Blatt und einer stilisierten Gabel und bringen so die Aspekte “Pflanzen” und “Essen” mit ein. Und nicht zu vergessen: es sieht einfach gut aus.

99d: Was meint ihr, wie euch euer neues Logo auf dem Weg zum Erfolg helfen kann?

David: Mit dem Logo wirken wir viel professioneller und können ganz anders auf Investoren und Partner zugehen. Ohne Logo hatten wir nur eine Idee, mit dem Logo sind wir ein Startup.

99d: Wie geht es jetzt für euch weiter? Was sind eure nächsten Schritte im Aufbau von PlantLX?

Karim: Nach ersten Proof-of-Concept-Experimenten, die wir bei unseren Mentoren durchführen konnten, ist der nächste Schritt der Aufbau eines eigenen Labors. Da wir einen Hochdurchsatzscreen machen wollen, brauchen wir genug Platz und Ausrüstung, um Hunderte Proben gleichzeitig bearbeiten zu können.

Als Startup sind wir natürlich auch viel damit beschäftigt Geld aufzutreiben. Wir sind daher über jeden Kontakt zu Investoren dankbar!

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für ein Gespräch genommen habt! Wir wünschen euch viel Glück und alles Gute mit eurem fantastischen Vorhaben!