Selbstständig in einem kreativen Beruf: Jedes Projekt ein neues Abendteuer! Über Wettbewerben, Aufträgen und sprudelnden Ideen gibt es aber eine Sache, die Kreative leicht aus den Augen verlieren: die Buchhaltung. Erst wenn ein sinkender Kontostand anzeigt, dass es höchste Zeit ist, mal wieder kurz über liebe Geld nachzudenken, setzen sich Freiberufler an die Rechnungen der letzten Monate. Damit der Gedanke an Zahlen und Papierkram nicht in einer Kreativblockade endet, fasst billomat die wichtigsten Fakten zum Rechnungen schreiben zusammen. 

Auf der Grafikdesign-Plattform 99designs haben es die Designer in Sachen Rechnung stellen leicht und umkompliziert, da sich das Team von 99designs komplett selbst darum kümmert und sich der Designer somit auf das Wesentliche, nämlich die Kreation schönster Designs konzentrieren kann. Viele Designer jedoch arbeiten zudem als Freelancer, wo das Stellen von Rechnungen ein essentieller Bestandteil des Arbeitsablaufes ist. Genau dafür haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, die im Kampf der Kreativen gegen Zahlen nützlich sein können. Schnell und übersichtlich.

Der wohl erste Punkt, den Designer unbedingt beim Rechnungen schreiben beachten sollen: Stell deine Forderungen immer zeitnah zum Abschluss eines Projektes in Rechnung! Du hast deine Leistung erbracht. Das Geld steht dir zu, also kümmere dich darum, dass dein Honorar herein kommt! Warum? Weil du so einen besseren Überblick über deine Einnahmen hast und du die Liquidität deiner Firma sicherst.

© UBER IMAGES / Fotolia

Foto: © UBER IMAGES / Fotolia

Natürlich kann eine Auftragsflut mit ganz viel Arbeit über dich hereingebrochen sein und du kommst nicht dazu, deine Rechnungen zu schreiben. Das ist es aber nicht bei allen. Gerade Berufsanfänger oder frisch gebackene Selbstständige sind manchmal zögerlich und unsicher, wenn es um Rechnungen geht. Einigen fehlen organisatorische Strukturen und auch das Wissen darüber, wie Buchhaltung richtig geht. Andere sind sich nicht sicher, ob und wie sie für kreative Arbeit Geld verlangen sollen. Im ersten Fall hilft eine Rechnungssoftware, die dir viele Schritte in Sachen Rechnungsstellung und Buchhaltung abnimmt und etwas besseres Zeitmanagement. Ist das zweite dein Problem, dann stell dir mal die Frage: Würde eine Dachdeckerin oder ein Fliesenleger sich diese Gedanken auch machen, wenn ein Gewerk fertig gestellt und vom Kunden abgenommen ist? Die Antwort darauf ist eigentlich immer: Nein. Wer qualifizierte Arbeit leistet, der hat ein Recht darauf, dafür bezahlt zu werden. Klingt logisch, oder?

Also schreib die Rechnung!

Um zu deinem Geld zu kommen, musst du als Dienstleister eine Rechnung stellen. Damit die Rechnung auch vom Finanzamt als Beleg anerkannt wird, ist es unumgänglich, dass alle Pflichtangaben enthalten sind. Das ist wichtig für deine Kunden und für dich, denn nur formal richtige Rechnungen berechtigen zum Beispiel zum Vorsteuerabzug.

Die Pflichtangaben auf Rechnungen im Überblick:

  • Vollständiger Name und Anschrift – sowohl des Dienstleisters als auch des Leistungsempfängers
  • Fortlaufende Rechnungsnummer
  • Ausstellungsdatum der Rechnung
  • Leistungszeitraum oder Lieferzeitpunkt
  • Menge und Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder Art und Umfang der Dienstleistung
  • Aufgeschlüsseltes Entgelt: Was kostet was, welche Steuersätze gelten dafür und sind Entgeltminderungen wie z.B. Skonto vereinbart
  • Zu zahlender Betrag und die darauf anfallende Umsatzsteuer
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  • Hinweise auf Steuerbefreiung (z. B. wenn der Rechnungsstellende die Kleinunternehmerregelung anwendet. Es gibt aber auch Leistungen und Kunden, die von der Umsatzsteuer befreit sind)

Das muss drauf stehen. Naheliegend ist außerdem, dass du deinen Kunden die Bankverbindung mitteilen musst, nur so erreicht dich das Geld auch. Aber daneben gibt es noch Angaben, die du zusätzlich machen kannst, zum Beispiel ein Zahlungsziel festsetzen und eine freundliche Grußformel hinzufügen. Du kannst auch noch die Sache mit der Umsatzsteuer erläutern: Für viele Kunden von Kreativen ist bei der ersten Zusammenarbeit nicht klar, warum nicht immer 19% Umsatzsteuer angegeben sind, sondern bei Nutzungsrechtevergabe 7% anfallen. Wenn du hier eine kurze Erklärung anfügst, hilft das der Buchhaltungsabteilung deines Kunden, deine Rechnung zu verstehen. Du kannst es zum Beispiel so formulieren: „Ermäßigter Steuersatz, der sich nach dem Urheberrechtsgesetz, § 12 Nr 7c UStG, aus der Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten ergibt.“

So viel ist es also eigentlich gar nicht, dass Designer beim Rechnungen schreiben beachten müssen.

Zum Autor

doreen-schollmeier
Doreen Schollmeier von billomat
Als Kleinunternehmer im kreativen Bereich und Marketing Managerin der Rechnungssoftware Billomat beschäftigt sich Doreen Schollmeier tagtäglich mit Themen wie Online Buchhaltung, effizientes Arbeiten und Software.