Was kommt dir in den Sinn, wenn du an das Leben freiberuflicher Designer denkst? Vielleicht kreative Menschen, die die Welt bereisen, in Cafés an exotischen Orten ihre Laptops aufklappen und vor einer Kulisse aus türkisfarbenem Wasser oder überwältigenden Bergen arbeiten – und all das, während sie stets pünktlich ihr Geld bekommen?  Die Globalisierung hat weitaus mehr Auswirkungen auf die Designbranche und das Leben der Freelancer.

Die unwirkliche Vorstellung vom Leben freiberuflicher Designer handelt von Unabhängigkeit, Mobilität und Zuversicht. Wie realitätsfern ist diese Vorstellung? Nicht allzu realitätsfern und doch ist sie laut dem jüngsten 99designs Bericht Design ohne Grenzen: Die Zukunft des Freelancing nur ein Teil des großen Ganzen.

Die Globalisierung im Design hat große Auswirkungen auf die gesamte Branche und bringt besondere Herausforderungen und Möglichkeiten für freiberufliche Designer mit sich.

Nach der Befragung von über 10.000 Freelancern haben wir herausgefunden, dass Design wahrlich zu einer globalen Industrie geworden ist, angetrieben von talentierten Freelancern aus aller Welt, die nach Karriere und kreativer Freiheit streben. Wir haben etwas über das tägliche Leben von Designern gelernt; die finanziellen, praktischen und technischen Aspekte der Arbeit und was in der Branche getan werden muss, um die Arbeit zu verbessern.

Die Branche verändert sich. Lies den kompletten Bericht.
Erfahre, wer freiberuflich arbeitet, welchen Herausforderungen sie gegenüberstehen und wie sie ihre Zukunft sehen.

In unserem Bericht schauen wir uns an, wie das Leben für Freelancer weltweit aussieht. Welche Auswirkung hat die Globalisierung? Welche Vorteile hat das freiberufliche Leben momentan? Welche Herausforderungen gibt es? Und wie sieht die Zukunft für freiberufliche Designer aus?

Das Büro ist dort, wo es WLAN gibt

Die Globalisierung hat den Zugang zu internationalen Märkten und Kunden stark erweitert. Freiberufliche Designer arbeiten in zahlreichen Branchen für Marken und Unternehmen jeglicher Größe – von Einzelunternehmern und kleinen Unternehmen bis hin zu Kreativ-Agenturen und großen Konzernen. Die Möglichkeit, virtuell freiberuflich zu arbeiten, hat zu großen Veränderungen geführt, wo Designer arbeiten und leben. Tatsächlich haben 43 % der freiberuflichen Designer schon mal im Ausland gelebt und gearbeitet. Es hat einen Grund, dass der Begriff „digitaler Nomade“ so beliebt ist: Menschen aus verschiedensten Bereichen folgen diesem Lifestyle, besonders freiberufliche Designer.

Millennials haben zweifelsfrei einen großen Einfluss auf die globale Arbeitskultur gehabt und Freiberuflichkeit zur neuen Norm gemacht. Der Großteil der Designer unter 30 (52 %) lässt nach zwei Jahren seinen Job bei einer Agentur hinter sich – wesentlich früher als vorherige Generationen. Diese Veränderung hat viele weitere Möglichkeiten geschaffen, wodurch freiberufliche Arbeit weniger riskant und verbreiteter geworden ist.

Freiberufliche Arbeit zusammen mit dem Aufkommen des Internets hat Designern die Möglichkeit gegeben, ohne festen Arbeitsplatz arbeiten zu können. Ungefähr 85 % der freiberuflichen Designer arbeiten derzeit mit Kunden, die sich in einer anderen Zeitzone befinden. Es ist nun möglich, um die Welt zu reisen und das Meeting mit einem Kunden an einem Taco-Imbiss mit WLAN abzuhalten.

Das Stichwort hier lautet „möglich“. Designer entscheiden sich nicht für freiberufliches Arbeiten, weil es einfach oder ideal ist, sondern weil es bestimmte Dinge ermöglicht.

Ich bin in den letzten Jahren um die Welt gereist. Das wäre ohne Freelancing nicht möglich.
- Designer aus den USA

Das Attraktivste am Freelancing ist sicher die Freiheit und Flexibilität. Und es lohnt sich: Über 75 % der freiberuflichen Designer sind mit ihrer derzeitigen beruflichen Situation zufrieden. Für viele zahlt es sich auch buchstäblich aus. Beinahe ein Drittel der freiberuflichen Designer verdient mehr Geld, als sie für dieselbe Arbeit woanders verdienen würden. Außerdem können mehr als ein Drittel der Designer mindestens zweimal im Jahr in den Urlaub fahren.

Irgendwer arbeitet immer…

Die Work-Life-Balance ist ein wichtiger Bestandteil jeder Arbeit. Aber beim Freelancing bist du so ziemlich auf dich allein gestellt. Kunden finden, Projekte managen und Arbeiten abliefern – alles hängt von dir ab, daher erfordert die richtige Work-Life-Balance Zeit und Erfahrung.

Freelancing heißt nicht, „mit einem Drink und einem Laptop am Strand“ zu arbeiten. Ich habe mich für Design entschieden, ausprobiert, gekämpft, geweint, und wieder und wieder gekämpft… Aber das Leben ist noch immer nicht so sexy.
- Designer aus Uruguay

Freiberufliches Arbeiten gibt Designern die Möglichkeit selbst zu entscheiden, wie viel sie arbeiten. Und das ist keine einfache Aufgabe. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass freiberufliches Designen weniger Arbeit ist als das Designen in Vollzeit. Tatsächlich hat unser Bericht gezeigt, dass Freelancing oftmals die Arbeitszeiten einer traditionellen Vollzeitstelle übertrifft. Geschätzte 40 % der Designer haben berichtet, dass sie über 40 Stunden die Woche freiberuflich arbeiten, während 17 % neben ihrem bestehenden Vollzeitjob freiberuflich arbeiten.

Im Großen und Ganzen erfordert das freiberufliche Arbeiten die volle Aufmerksamkeit, während es gleichzeitig einen flexiblen Terminplan ermöglicht. Dies kann besonders befreiend für diejenigen sein, die in einer anderen Zeitzone als lukrative Kunden leben, aber auch für Designer, die sich zu unüblicheren Tageszeiten kreativer fühlen, wie Nachteulen, Eltern und Designer, die tagsüber einem anderen Job nachgehen.

Trotz der Flexibilität sagen viele Designer, dass eine der größten Herausforderungen darin besteht, Arbeit und Freizeit zu trennen. Deinen eigenen Terminplan zu erstellen ohne die wachsamen Augen von Kollegen oder dem Management, kann zu Prokrastination und Überarbeitung kurz vor Deadlines führen.

Balance bedeutet, die Freiheit zu haben, von der Arbeit abzulassen, um sich um sich selbst und seine Beziehungen zu kümmern.
- Designer aus Brasilien

Es kann schwierig sein, Arbeitszeiten und Grenzen festzulegen, damit dir nicht Tag und Nacht die Arbeit im Kopf schwirrt. Aufzuwachen und in ein Büro zu gehen unterteilt deinen Tag auf eine Weise, die gesunde Grenzen setzt, was als Vorbild für freiberufliche Designer dienen kann, die sich dafür entscheiden, mit ihrer freiberuflichen Arbeit jeden Tag zur selben Zeit anzufangen und aufzuhören.

Die Freiheiten und Herausforderungen dein eigenen Chef zu sein

Designer lieben es, unabhängig von Unternehmen, Agenturen, Zeitplänen, Lifestyles und Erwartungen zu sein. Fakt ist, dass nur ein Bruchteil (5 %) von ihnen freiberuflich arbeitet, weil es notwendig ist. Von der Kundenakquise bis hin zum Fertigstellen von Projekten kontrollieren Freelancer jeden einzelnen Schritt des Arbeitsablaufs, wodurch sie sich aussuchen können, woran und mit welcher Art Kunden sie gerne arbeiten möchten. Sie können sich Projekte aussuchen, die Abwechslung in ihre Portfolios bringen oder sich darauf konzentrieren, zu einem Experten in ihrem Bereich zu werden.

Die Freiheit bezüglich der Arbeit, die Freelancer haben, kann ein guter Weg sein, die Arbeitsbelastung zu managen, führt aber auch zu einer Reihe von Herausforderungen. Da die Arbeit tendenziell projektbasiert ist (im Gegensatz zu einem monatlichen Gehalt), kann es vorkommen, dass Freelancer die Chance auf zu viele Projekten zugleich haben, und es besteht das Risiko, überhaupt keine rentablen Projekte zu finden. Tatsächlich berichten 37 % der Designer, dass es ihnen schwerfällt, neue Kunden zu finden.

Digitale Freelancing-Plattformen wie 99designs haben Jobangebote geschaffen und erweitert, indem sie es bemerkenswert einfach gemacht haben, qualitativ hochwertige, freiberufliche Arbeit zu finden. Mehr als 84 % der freiberuflichen Designer haben einen Account auf einer oder mehreren Freelancing-Plattformen. Über die Hälfte der Designer (57 %) hat berichtet, dass Onlineplattformen ihre Hauptquelle zur Kundenakquise sind, während Empfehlungen (24 %) und Social Media (11 %) ebenfalls wichtige Kanäle sind.

Da es immer mehr Kreativ-Plattformen gibt, haben Marken jetzt einen direkten Zugang zu kulturell kompetenteren Experten, die ihnen helfen, ihr kreatives Repertoire zu erweitern und neue, globale Märkte zu erreichen. Die große Bandbreite an Unternehmen, die nach spezialisierter Arbeit von Kreativen sucht, macht Fortbildung wichtiger als jemals zuvor. Der Großteil der Designer bildet sich im Laufe der Karriere durchweg fort und beinahe die Hälfte der Designer nennt „die Gelegenheit, neue Fähigkeiten zu erlernen“ als eines der besten Dinge am Freelancing. Und was früher sehr viel Zeit und Geld erforderte, ist heutzutage dank Technik und Onlinekursen sehr viel leichter umzusetzen.

Selbst wenn du nicht zur Uni gehen kannst, bedeutet das nicht, dass du kein Grafikdesigner werden kannst. Niemand sollte dir ein schlechtes Gefühl geben, nur weil du nicht dieselben Möglichkeiten hast.
- Designer

Selbst mit den Kunden in Kontakt zu stehen, gibt dir auch die Möglichkeit, deinen eigenen Stundenlohn festzulegen. Während Designer mehr Erfahrung sammeln und mit mehr Kunden arbeiten, kann dies zu sehr viel profitableren Ergebnissen führen, als wenn man an eine Agentur gebunden ist. Beinahe ein Drittel der Designer (31 %) sagt, dass sie mit freiberuflicher Arbeit mehr verdienen, als wenn sie woanders arbeiten würden.

Da sich allerdings immer mehr Designer für Freelancing entscheiden, kann der Konkurrenzkampf zu lockereren Regeln darüber führen, wie und wann Designer bezahlt werden möchten: 34 % der Designer berichten, dass sie ihrer Meinung nach nicht ihrem Wert entsprechend bezahlt werden, 26 % sagen, dass sie Probleme dabei haben, das Geld einzutreiben, und 24 % fällt es schwer, den Stundensatz zu verhandeln.

Design ohne Grenzen – das ist die Zukunft

Was hält die Zukunft für das Leben freiberuflicher Designer parat? Die Mehrzahl der Designer (78 %) sagt, dass sie mit ihrer gegenwärtigen beruflichen Situation zufrieden ist, obwohl viele (65 %) zugeben, dass es durchaus noch besser werden muss.

Auch wenn die treibende Kraft hinter Freelancing die Freiheit ist, wandelt sich die Branche und sowohl Kunden als auch Kreative versuchen weiterhin, ihren Platz zu finden. Während die Technik die Art und Weise verändert, wie wir arbeiten, gibt es vielseitig talentierte, kreative Arbeitskräfte auf der ganzen Welt, die gewillt sind zu lernen und sich den Herausforderungen anzupassen. Mit ihrer Technikaffinität und ihrem globalen Bewusstsein werden Designer gut dafür gerüstet sein, die Zukunft des Freelancings in die Hand zu nehmen. Ihre Flexibilität und Kreativität stärkt sie in einer unberechenbaren Branche, die sich kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Branche verändert sich. Lies den kompletten Bericht.
Erfahre, wer freiberuflich arbeitet, welchen Herausforderungen sie gegenüberstehen und was sie von der Zukunft erwarten.