Schwer zu glauben, aber 2019 bedeutet, wir befinden uns schnurstracks auf dem Weg ins letzte Kapitel dieses Jahrzehnts. Das Internet hat in den Jahren dazwischen viele Veränderungen durchgemacht. Wir haben den Vormarsch der Mobilgeräte beobachtet, die Einführung von AR, VR, AI und vielen anderen Kombinationen des Alphabets. So aufregend diese neue Technik auch ist, Webdesign-Trends sind hier, um diese Fortschritte zugänglich zu machen und für den Nutzer optisch ansprechend darzustellen.

In den vergangenen Jahren haben wir im Design eine Bewegung Richtung ungezügelter Kreativität gesehen. Raster und traditionelle Stockfotos wurden für lebhafte Illustrationen, kräftige Farbschemata und asymmetrische Layouts verworfen. Gleichzeitig haben technologische Fortschritte dazu geführt, dass Webseiten immer smarter wurden, mit maschinellem Lernen und unauffälligen Interaktionen. Die Webdesign-Trends 2019 zeigen beide Seiten der Medaille – Ästhetik und Technologie, die zusammenkommen wie nie zuvor.

Hier zusammengetragen sind die Vorhersagen der Webdesign-Trends für das kommende Jahr 2019. Aber natürlich sind diese auf keinen Fall das letzte Wort zum Thema kreative Innovation. Denn wenn wir eine Sache mit Sicherheit über 2019 sagen können, dann dass dies für Webdesigner die letzte Chance ist, diesem Jahrzehnt ihren Stempel aufzudrücken.

10 Webdesign-Trends, die 2019 ganz groß rauskommen

1. Serifen auf dem Bildschirm
2. Schwarz-Weiß-Paletten
3. Natürliche, organische Formen
4. Glitch Art
5. Mikrointeraktionen
6. Chatbots entwickeln sich weiter
7. Noch mehr Video-Inhalt
8. Minimalismus
9. Daumenfreundliche Navigation
10. Vielfalt

1. Serifen auf dem Bildschirm

Wir alle haben die Regel gehört, dass Serifenschriften für Print und Sans-Serif-Schriften für den Bildschirm sind. Aber wofür gibt es Design-Trends, wenn nicht dazu, um das Konventionelle etwas aufzulockern?

Während serifenlose Schriften mit ihrer sauberen Lesbarkeit immer noch die erste Anlaufstelle für längeren Website-Text sind, wenden sich immer mehr Marken kräftigen Serifenschriften in anderen Teilen ihres Designs zu, wie beispielsweise Überschriften und Textboxen. Dafür gibt es einen guten Grund: Serifenschriften wurden designt, um dekorativ zu sein, wodurch sie perfekt sind, um etwas hervorzuheben.

Und auch wenn Serifenschriften oftmals mit der Vergangenheit assoziiert werden, haben sie viel Charakter und sind anpassungsfähiger, als man denkt. Nimm zum Beispiel die abgerundeten Serifen in Mailchimps heiterem Branding. Oder die keilförmigen Serifen und kräftigen Linien, die für Medium einen modernen Look erzeugen.

Mailchimp web design
via Mailchimp
Minimalistic web design
via Mike Barnes

2. Schwarz-Weiß-Paletten

Involve Digital web design
via Involve Digital

Farbe ist eines der wichtigsten Elemente einer Website. Sie erzeugt eine Atmosphäre, vereinheitlicht eine Marke und führt Nutzer durch eine Benutzeroberfläche, indem sie visuelle Anhaltspunkte kreiert. 2019 sehen wir gewagtes Schwarz-Weiß-Webdesign, das ein eindrucksvolles Statement abgibt.

Farbe ist genau genommen, wie wir die Welt sehen, wenn Lichtteilchen absorbiert werden. Wenn Farbe fehlt, beginnen wir die Welt anders zu sehen: Texturen und Formen werden klarer und die Welt erscheint merklich langsamer.

Weiß selbst ist sauber und zurückhaltend, wohingegen Schwarz stark und bestimmt ist. Kombiniere diese beiden und du erhältst einen unglaublich eindrucksvollen Look.

Ironischerweise können schwarz-weiße Designs ihre größte Wirkung in Kombination mit einem minimalen Anteil an Farbe erzielen. Eine zusätzliche Akzentfarbe kann nicht nur das Meer an Einfarbigkeit auflockern, sondern auch wichtige Einzelheiten und Calls-To-Action hervorstechen lassen.

3. Natürliche, organische Formen

Obwohl Webseiten in der Regel für systematische Raster eingerichtet sind, wenden sich Designer natürlichen Formen und weichen Linien zu. Geometrische Strukturen wie Quadrate, Rechtecke und Dreiecke mit ihren scharfen Ecken erzeugen ein Gefühl von Stabilität. Die Trends für 2019 jedoch sorgen sich mehr um ein Gefühl von Zugänglichkeit und Bequemlichkeit.

Da organische Formen von Natur aus unvollkommen und asymmetrisch sind, können sie einem Webdesign eine Tiefe geben, die Seitenelemente hervorstechen lassen. Sie basieren auf der Natur (denke an die kurvigen Formen von Bäumen und Hügeln), aber freihändig gezeichnete Elemente können die Spontanität von menschengemachten Unfällen wie Farbspritzern einfangen. Das Ziel hier besteht darin, dass Webdesigns sich durch die Illusion der Bewegung menschlich und lebendig anfühlen.

curvy web design
via BrioRom
Affinity web design
via Affinity
IOTA web design
via IOTA
Baby Talk For Dads web design
via Baby Talk For Dads

4. Glitch Art

Keine Trendliste wäre komplett ohne eine Form von Retrodesign, das ihr Comeback feiert. Im Fall von Glitch Art handelt es sich um schiefgegangenes Retro. Diese Momente, in denen zerknitterter Film oder eine langsame Internetverbindung zu einem verzerrten, eindrucksvollem Bild führten, wenn auch ungewollt.

Störungen sind in unserer modernen Zeit, in der Computer so weit verbreitet sind, von großer Bedeutung. Wir haben Angst, dass die Maschinen die Kontrolle übernehmen, aber wir wissen auch nicht, was wir ohne sie tun würden. Das macht den Zusammenbruch der Technik zu einer verlockenden Angelegenheit, sowohl als Idee als auch in der Designausführung, wo es den Blick des Betrachters auf die Teile der Seite lenken kann, die verzogen, doppelt belichtet und fehlerhaft sind. Wir leben in einer merkwürdigen, futuristischen Zeit und niemand weiß genau, wohin die Reise geht. Glitch Art verstärkt dieses Gefühl von Verwirrung, indem es Webseiten einen merklich psychedelischen Look verleiht.

Active Theory website design
via Active Theory
DTSi web design
via DTSi
Standardabweichung website
via Standardabweichung

5. Mikrointeraktionen

Mikrointeraktionen sind Ereignisse mit einem Zweck: den Nutzer zu überraschen und ein Ereignis zu kreieren, das einladend und menschlich ist. Jedes Mal, wenn du eine kleine Aktion auf einer Website oder in einer App durchführst und es darauf eine Reaktion gibt, ist dies eine Mikrointeraktion. Wenn du eine Twitter-Seite aktualisierst und einen Piepton hörst, ist dies eine Mikrointeraktion. Oder wenn du Facebook checkst, ist das rote Symbol, dass dir anzeigt, dass du eine Nachricht hast, eine Mikrointeraktion.

Dies sind die häufigsten Anwendungen von Mikrointeraktionen. 2019 hingegen werden Webseiten noch viel stärker ihre interaktiven Inkarnationen nutzen. Hover- und Scroll-Animationen, Töne und viele weitere. Insgesamt ist dies ein Weg, um deine Zielgruppe auf deiner Website einzubeziehen, dem Nutzer dezent Informationen bezüglich seiner Handlungen und Nutzung zu vermitteln und dafür zu sorgen, dass Webseiten sich ein bisschen smarter anfühlen.

femme and fierce web design
via Femme & Fierce

6. Chatbots entwickeln sich weiter

Chatbots sind nun schon seit einer Weile im Kommen, werden aber 2019 endlich vollkommen ins Rampenlicht rücken. Das liegt hauptsächlich an den Fortschritten in AI und maschinellem Lernen, was sie intelligenter und effizienter macht.

Die neuen Chatbots werden mehr und mehr auf Webseiten auftauchen und individualisierbarer sein als in der Vergangenheit. Leuchtende Farben werden sie nicht nur auffälliger auf der Seite machen, sondern auch einladender. Wir können zudem einen Zuwachs von freundlichen Maskottchen vorhersagen, die Marken repräsentieren und diesen Bots ein sympathisches Gesicht geben.

insomnobot-3000 chat screenshot
via insomnobot-3000
web design for cherrypick
via Răzvan I.

7. Noch mehr Video-Inhalte

Du brauchst kein Erklärvideo, das dir sagt, dass Video-Inhalte für das Web nichts Neues sind. Videos bringen nicht nur Abwechslung auf eine Seite, sondern bedienen auch die Zielgruppe, die unterwegs ist und nicht die Zeit hat, sich viel Text durchzulesen.

Neu ist der Schritt, den Google Richtung gemischter Suchergebnisse gemacht hat, bei denen Video-Inhalte über den normalen Webseiten stehen. Das hat dazu geführt, dass Webseiten Videos bevorzugen, damit sie besser gefunden werden und Inhalte auf wirkungsvollste Weise bieten können, die leicht zu teilen sind.

alphabet video website
Lerne das Alphabet im Videoformat kennen. Via A is for Albert.

8. Minimalismus

Als einer der klassischsten und zeitlosesten Webdesign-Trends ist Minimalismus eine beliebte Ästhetik. Je weniger Elemente und Inhalte auf einer Website, um so weniger wird deine Zielgruppe denken müssen. Wenn eine Website richtig designt ist, wird sie dem Nutzer genau zeigen, wonach er sucht.

Minimalismus wird die digitale Landschaft auch 2019 weiterhin dominieren. Animationen und Fade-in-Effekte, die das Scrollen ansprechender machen, werden Webseiten die Freiheit geben, ihre Inhalte zu verteilen. Dies führt zu mehr Weißraum, Kontrast und deutlicher Typografie ohne zu viele ablenkende Elemente.

Libratone web design
via Libratone
via ON-POINT

9. Daumenfreundliche Navigation

Da Mobilgeräte Desktopgeräte deutlich überholt haben, wird Design insgesamt zunehmend daumenfreundlicher. Eine der wichtigsten Analysen in diesem Bereich war die von Josh Clark mit seinem Buch „Designing for Touch“, in dem er untersuchte, wie Nutzer ihre Mobiltelefone halten und wie mit ihren Bewegungen, besonders denen des Daumens, beim Webdesign umgegangen werden soll. Nutzer werden vermehrt auf Navigation treffen, die auf den Daumen zugeschnitten sind, wie beispielsweise das Hamburger-Menü, das auf die Unterseite des mobilen Bildschirms wandert.

10. Vielfalt

Zu oft vergessen die Menschen, dass das Web schon immer von einem Paar weiterer Ws begleitet wurde: „World Wide“. Das Internet verbindet Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt aus verschiedenen Kulturen mit verschiedenen Fähigkeiten, verschiedenem Alter und verschiedenen Geschlechtern. Die Menschen wollen sich in ihrem Inhalt wiedererkennen, statt grinsende Stockfoto-Models zu sehen.

Selbst kleinere Sachen der Vergangenheit (wie Apples unterschiedliche Hautfarben für Emojis) haben viel dazu beigetragen, dass Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft sich im digitalen Raum einer Marke ein bisschen willkommener fühlen. 2019 werden wir sehen, wie Webdesigner sogar noch größere Sprünge Richtung Einbindung machen, von verbesserter Barrierefreiheit hin zu sozialeren und vielfältigeren Bildern. Die Welt hat in diesem Bereich noch einen langen Weg vor sich, aber Designer können ihr Handwerk nutzen, um zu zeigen, dass es im Internet darum geht, echte Verbindungen zwischen echten Menschen herzustellen.

UN Women web design
via UN Women
Nowness web design
via Nowness

Wie freuen uns auf die Webdesign-Trends 2019

Da sind sie – die Trends des letzten Jahres dieses Jahrzehnts. Noch allerdings ist das Jahr nicht angebrochen! Es wird noch einige andere Überraschungen geben und du hast jede Menge Zeit, deinen eigenen Einfallsreichtum zu dieser Liste von Trends beizutragen. So gern wir auch wissen würden, was das Jahr 2019 bringt, liegt es letztendlich doch bei dir.

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