Typografie ist oftmals das Arbeitstier jedes Designs. Schrift wird genutzt, um eine Botschaft klar und leserlich zu kommunizieren und sich gleichzeitig um die schwierigeren, weniger greifbaren Dinge von Stimme und Ton zu kümmern. Und obendrein muss sie noch angesagt sein! Nichts lässt ein Design härter und schneller scheitern als eine veraltete oder unmoderne Schrift. In Sachen Schriftarten gilt 2019 das Motto „Größer (und fetter) ist besser“.

Während zarte, handgezeichnete Schriftarten im Design die erste Hälfte der 2010er Jahre dominiert haben, sehen wir nun das Aufkommen großer, kräftiger Schrift in jedem Designbereich. Die unerschütterlichen Sans-Serif-Schriften wie Arial und Helvetica werden immer vorherrschend sein, aber Designer haben auch immer mehr Spaß daran, fantasievolle, vollmundige Schriften zu verwenden.

Wirf auch einen Blick auf unsere Grafikdesign-Trends 2019!

Du fragst dich, wie du den Trend der großen, fetten Schriftarten nutzen kannst? Wir haben tonnenweise inspirierender Beispiele von Produkten, bei denen sie auftauchen, und viele Tipps, wie du ihre Stärke in deinem nächsten Design nutzt.

Was sind fette Schriftarten?

Bevor wir über die Verwendung fetter Schriftarten in deinen Designs reden können, lass uns den Trend definieren.

CCC logo
Via Scott Fuller

Wir reden über schriftorientiertes Design: Kompositionen, bei denen große, ausladende Schriftarten im Mittelpunkt stehen und nicht zu übersehen sind. Dies sind Designs, die keine Angst davor haben, laut zu wirken, bei denen sich die Schrift auf Augenhöhe mit den grafischen Elementen befindet oder sogar die gesamte Komposition dominiert. Der Trend der fetten Schriften entstand aus dem größeren Trend des Minimalismus. Wenn die Schrift übergroß ist, kann der Rest der Komposition sauber und simpel bleiben. Die Schrift wirkt wie ein großes, auffälliges Kunstwerk inmitten eines ansonsten kaum möblierten Raumes.

Dieser Trend bevorzugt individuelle Schrift – Schriftarten, die man nicht sofort erkennt. Viele Designer, die diesen Trend nutzen (wie Scott Fullers großartige Arbeit oben), erschaffen eine maßgeschneiderte Schrift für jedes Design. Andere Designer verwenden alte Lieblinge auf neue und überraschende Wege.

Was fette Schriftarten zu bieten haben

Grundlegend sind fette Schriftarten schwer zu übersehen. Die Designs funktionieren in einer kleinen Größe und neigen dazu, den Blick weg von zarteren, dezenteren Designs zu lenken.

Typographic red wine label
Von Christian Bjurinder

Ob du nun ein Kunde bist, der das Regal nach einem Produkt absucht, oder ein Nutzer, der das erste Mal auf einer Website oder in einer App landet, du hast ein bestimmtes Gefühl, wenn du von großer, fetter Typografie begrüßt wirst. Fette Schriftarten vermitteln einem Nutzer Bestimmtheit und Selbstvertrauen.

Fette Schriftarten sind gerade angesagt. Und zwar deshalb.

Je größer die Schriftart, umso klarer die Botschaft.

Rhino beer label
Von Fe Melo
Dope Fitness logo
Von artsigma

Wenn ein potenzieller Kunde auf deiner Website landet und du ihm mit einem Text in Schriftgröße 64 unmissverständlich klar machst, was du tust, hast du ein effizienteres und vielleicht überzeugenderes Erlebnis für den Nutzer kreiert. Dasselbe gilt für ein Stück Seife oder ein Buchcover.

Wir leben in einer turbulenten, lauten Welt mit vielen konkurrierenden Reizen, die uns täglich überfluten. Fette Schriftarten helfen dabei, eine Botschaft oder ein Markenleitbild schnell und auf eine gelassene Art zu vermitteln.

Fette Schriften in Aktion

Fette Schriften haben einen Wow-Faktor. Eine große, fette Schriftart hat auch etwas an sich, das sich selbstbewusst und cool anfühlt. Wer will nicht Teil davon sein? Kaum überraschend sehen wir, wie fette Schriftarten in beinahe jeden Designbereich eindringen.

Fette Schriften in Web- und App-Designs

Webdesign war eines der ersten Vorreiter dieses Trends. Kombiniert mit hochwertiger, authentischer Fotografie, wird eine große Schriftart in kürzester Zeit einen starken Eindruck beim Nutzer hinterlassen und dabei nur wenige Worte verwenden.

Fette Schriften in Logo-Designs

Es wird immer Logos geben, die die Schrift zugunsten eines logobasierten Designs herunterspielen. Aber wir sehen auch jede Menge Logos, die keine Angst davor haben, den Trend der fetten Schriftarten anzunehmen. Er ist besonders wirkungsvoll, wenn die Schriftart das Gefühl vermittelt, atmosphärisch komplett an das Logo-Design gebunden zu sein (dieselbe Linienstärke, selbe Form etc.) und so ein durchdachtes, zusammenhängendes Design erzeugt.

Maja Mexican Grill surfing logo
Von nevergohungry
TwinPop popsicle logo
Von bo_rad
Blue Cube cubic logo
Von bo_rad
Minim logo
Von Julié9

Fette Schriften in Visitenkarten und Postern

Poster-Design ist ein Bereich, an dem fette Schriftarten schon immer der vorherrschende Stil waren, schon damals als sie mit der Druckerpresse erzeugt wurden. Wenn wir über ein Poster reden, das deutlich aus 5 Metern Entfernung zu lesen sein muss, ist die Schriftgröße wichtig. Viele Designer wenden diese Idee nun auch bei Visitenkarten an, bei denen der erste Eindruck mit Abstand das Wichtigste ist.

Forum Cinfo logo
Via A&V

Fette Schriften im Verpackungsdesign

Fette Schriftarten auf Verpackungen sagen einem potenziellen Kunden geradewegs, was deine Marke ist und was sie von dir kaufen sollen. Denke an eine Marke, bei der Authentizität und Ehrlichkeit Teil ihrer Identität ist – vielleicht die Transparenz ihrer Produktion, ethisch produzierte oder ökologische Zutaten, Verzicht auf Chemikalien, die man bei größeren Marken findet, etc. Dies sind Marken, bei denen der freimütige, sachliche Vibe einer fetten Schriftart einen großen Reiz versprühen kann.

Fette Schriften in Buchcover-Designs

Fette Schriftarten tauchten mit dem Aufkommen von E-Book-Readern in den späten 2000er Jahren vermehrt auf Buchcovern auf. Immer mehr Konsumenten finden ihre Bücher, indem sie sich durch Amazon scrollen, ohne jemals ein Buch anzufassen oder es zu sehen. Während gedruckte Bücher wieder zurück sind (und nun mehr verkauft werden, als eBooks), ist der Trend der fetten Schriftarten vom Bildschirm auf die Seite übergesprungen. Gehe in irgendeinen Buchladen und du wirst Regale über Regale voll mit sogenannten „Big Book Designs“ mit fetten Schriften sehen.

Experiment. Fail. Repeat. book cover
Von Meella
Fired Up! book cover
Von Meella
Fat book cover
Von goopanic
Beautiful Boy book cover
Von Proi

Fetter ist besser

Es ist offensichtlich, dass starke, auffällige Typografien im Trend liegen und uns noch eine Weile begleiten werden. Wie in jedem anderen Bereich ist das Glück mit den Mutigen! Da du nun gesehen hast, wie fette Schriftarten in beinahe jedem Designbereich funktionieren, kannst du den Trend selbst in dein nächstes Design einarbeiten.

Du möchtest ein Design mit auffällig fetter Schrift?
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