Die Bedeutung von Videomarketing nimmt zweifelsfrei weiterhin zu. Die einzige Frage ist, wie schnell kannst du dein Unternehmen anpassen, um davon zu profitieren? Hierbei kann dir unser ultimative Guide zum Thema Videomarketing helfen. Erfahre, wie man Videos macht, die deine Stärken kommunizieren, deiner Marke schmeicheln und die man sich gerne ansieht. Deine Videos werden so viral gehen, dass das Gesundheitsamt vor ihnen warnen wird!

illustration of video marketers sending out videos in form of paper planes
Illustration von Vladanland

Die Kraft des Videomarketings

Vor langer, langer Zeit… 2010… sprach der Digital Marketer und ehemalige Comedian Michael Dubin auf einer Weihnachtsfeier mit dem Vater eines Freundes. Scheinbar war es so, dass dieser Freund der Familie – der mehr über Produktion als über Marketing wusste – über 250.000 Rasierer erworben hatte und Dubin um Hilfe bat, diese loszuwerden. Dubin stimmte zu, weil er eine Idee hatte. Was Dubin im Gegensatz zu den meisten anderen Vermarktern damals schon wusste, war, dass konventionelle Werbung schwächelte. Daher entschied er sich, etwas Unkonventionelles zu probieren.


Via Dollar Shave Club

An dem Tag, als das erste Video von Dollar Shave Club erschien (12. März 2012), verkauften sie alle 250.000 Rasierer. Nach 48 Stunden erhielt das frisch gegründete Startup mehr als 12.000 Bestellungen. Im Jahr 2016 wurde Dollar Shave Club für 1 Milliarde US-Dollar von Unilever gekauft. Eine Milliarde Dollar ist ein ziemlich beachtlicher Ertrag für ein eineinhalb Minuten langes Video, das $4.500 gekostet hat.

Mit seiner Erfahrung in Unterhaltung und Marketing verstand Dubin, dass es nur die halbe Miete ist, ein wertvolles Produkt anzubieten. Die wahre Herausforderung besteht darin, die Menschen zu überzeugen, dass du ein wertvolles Produkt oder einen wertvollen Service hast.

Im Schatten des Dollar Shave Clubs wurde Videomarketing der neue Standard. Laut der Onlinemarketing-Agentur IMPACT nutzen 86% der Unternehmen Videos auf ihrer Website und 77% nutzen Videos in ihren sozialen Medien. Heutzutage ist Videomarketing ein legitimes Medium, das A-Promis und Hollywood-Regisseure wie Idris Elba und Spike Jonze anzieht.

Via Squarespace

Was ist Videomarketing?

Videomarketing bedeutet, online Videos über deine Marke zu teilen, sei es auf deiner Seite, den sozialen Medien oder via E-Mail. Dies können reine Werbungen für deine Marke im Stile einer Fernsehwerbung sein oder etwas Subtileres, wo deine Marke sich im Hintergrund hält. Aber in den meisten Fällen weiß der Zuschauer, woher das Video kommt, was Marken die Gelegenheit gibt, ihren Ruf zu beeinflussen.

Die Versuchung ist groß, die derzeitige Beliebtheit von Videomarketing als vorübergehenden Trend zu bezeichnen. Aber die Wahrheit ist, dass Videos schon immer beliebt waren – schau dir nur mal das letzte Jahrhundert des Kinos an. Der Grund, weshalb Videos nun so durch die Decke gehen, liegt in der Technik. Seiten können nun mehr Videos hosten, Geräte können nun Videos schneller laden. Durch mehr Livestream-Optionen in den sozialen Medien und besseren Kameras in den Handys ist die Beliebtheit von Online-Videos zu einem sich selbst erhaltenden Wirbelwind geworden, der aus Zuschauern Filmemacher macht, die neue Zuschauer dazu inspirieren, Filmemacher zu werden.

Aber es ist nicht nur die Beliebtheit von Videos, die sie so wirkungsvoll macht, sondern auch das Medium selbst. Videos ermöglichen mehr künstlerischen Ausdruck und emotionale Verbindungen als statische Bilder oder rein textbasierter Content und sie können eine starke visuelle Hilfe sein, um komplizierte Konzepte zu vermitteln. Videos nutzen Filmtechniken eines ganzen Jahrhunderts, um Geschichten miteinander zu verweben, die Zuschauer auf eine Weise ansprechen, mit denen andere Medien nicht mithalten können.

Und wie wirkungsvoll ist Videomarketing? Aktuelle Statistiken von Hubspot und Social Media Today zeigen, welchen Einfluss Videos haben:

  • Seiten mit Videos haben 41% mehr Traffic als Seiten ohne Videos.
  • Videos in den sozialen Medien erhalten 1.200% mehr Shares als Posts mit Text oder Bildern.
  • 87% der Kunden wollen mehr Videos von einer Marke.
  • Der Umsatz von Marketingkampagnen mit Videos wächst 49% schneller als bei Kampagnen ohne Videos.
  • E-Mails mit Videos haben eine 200-300% höhere Click-Through-Rate als E-Mails ohne.
  • 68% der Kunden nennen Videos ihren Lieblingsweg, um etwas über neue Produkte zu erfahren. Das sind viermal so viele Leute wie bei der zweitbeliebtesten Option, den textbasierten Artikeln (15%).
  • Videos erhöhen Conversions um 20% auf einer Homepage und um 80% auf einer Landingpage.

Und es gibt noch mehr Vorteile. Video-Content wird auch von Algorithmen der sozialen Medien und Suchmaschinen bevorzugt. Plattformen wie Facebook räumen Videos in ihren Feeds Vorrang ein und Googles letzte Änderungen am Algorithmus im Jahr 2018 bevorzugen Videos, indem sie sie in einem Karussell oberhalb der Suchergebnisse zeigen.

Mit anderen Worten: Video-Content wird mehr gesehen als text- oder bildbasierter Content. Wenn du die Barrierefreiheit vorrangig behandelst, kannst du diese Effekte noch weiter steigern, durch SEO Transcripts, die wir weiter unten besprechen.

Um all diese Vorteile zu genießen, musst du natürlich verstehen, wie Videoproduktion und Videomarketing funktionieren. Der erste Schritt besteht darin, all deine Optionen zu kennen.

Arten von Marketingvideos

Ein Video kann alles sein, was du willst. Es ist deine Marke, also bestimmst du die Regeln. Aber wenn du alle verschiedenen Arten von Marketingvideos, die du online sehen kannst, zusammennimmst, kommen einige bestimmte Kategorien besonders zum Vorschein. Hier sind die häufigsten Arten von Marketingvideos, von denen jede auf ein anderes Ziel oder eine andere Markenpersönlichkeit zugeschnitten ist.

Explainer Videos

Via Headspace

Was ist ein Explainer Video?

Explainer Videos sind die häufigste Form der Marketingvideos. Wie du dir sicher denken kannst, erklären diese Videos, was ein Unternehmen oder Produkt macht und wie es funktioniert. Sie sind wahrscheinlich die Art Video, an die du denkst, wenn du von Branding-Videos oder Produktvideos hörst.

Ihre Komplexität reicht von einer kurzen Vorstellung der Marke zu ausführlicheren Anleitungen, die beschreiben, wie ein Produkt oder Service funktioniert. Wenn deine Marke neuen Boden betritt, du beispielsweise Produkte und Dienstleistungen anbietest, von denen Kunden bisher noch nichts gehört haben, sind Explainer Videos ideal, um ihnen zu zeigen, wie sie funktionieren. Deshalb sind sie so beliebt in der Tech-Industrie, wo die Frage „Was macht eure Software?“ stets die erste ist.

Das Tolle an Explainer Videos ist, dass sie unterhalten können, während sie gleichzeitig etwas erklären. Verspielte und stilistische Bilder können langweilige Informationen spannender machen, ganz zu schweigen davon, welche Wirkung Bilder auf das Gedächtnis haben.

Wofür eignen sie sich?

  • Vorstellung neuer Marken oder Produkte
  • Markenwahrnehmung (Bekanntheit erlangen)
  • Kunden zeigen, wie dein Produkt oder Service funktioniert, wenn es kompliziert, neu oder experimentell ist

Wie machst du es richtig?

Achte darauf, dass der Stil zu deiner Markenpersönlichkeit passt: die Bilder, Sprache, Geschwindigkeit etc. Echte Schauspieler oder animierte Motion Graphics? Witze oder einfach nur Fakten? Vergiss nicht, du vermittelst mehr als nur das, was im Script steht – deine gesamten Designentscheidungen wie Szenenkomposition, Farbe und Übergänge werden Einfluss darauf haben, wie die Zuschauer deine Marke wahrnehmen.

Markenvideos

Via Salesforce

Was ist ein Markenvideo?

Markenvideos sind Explainer Videos ohne die ganzen Erklärungen. Bewährte Unternehmen nutzen sie oftmals, um ihr Ansehen zu pflegen. Ihr Hauptziel besteht darin, die Marke in einem positiven Licht zu präsentieren, daher enthalten sie häufig Kundenempfehlungen und Statistiken, welche den Erfolg des Unternehmens hervorheben.

Wofür eignen sie sich?

  • verbessern oder ändern des Ansehens einer Marke
  • hervorheben deiner Value Points
  • belohnen von Zuschauern, die mit dir Geschäfte machen

Wie machst du es richtig?

Obwohl viele Markenvideos denselben abgenutzten Weg gehen, sind sie wirkungsvoller, wenn sie originell sind. Du willst, dass deine Marke auffällt, daher solltest du keine Angst haben, einzigartig zu sein. Vermeide dieselben Strukturen und Bilder, die deine Konkurrenz verwendet – wie bei der Werbung von Hoolio im Silicon Valley.

Social-Media-Storys

Was ist ein Social-Media-Video?

Jede Social-Media-Plattform hat ihre eigene Rubrik für nutzergenerierte Videos, meist „Storys“ genannt. Diese bestehen in der Regel aus kurzen Livestreams oder kurzen Nachrichten an die Follower – ideal, um dich regelmäßig bei deiner Online-Community zu melden.

Als Faustregel gilt, dass diese kurz gefasst sind und nur wenige Sekunden dauern, oftmals ohne Ton. Storys sind bei Jüngeren beliebt und könnten für förmlichere oder seriöse Marken eher unpassend sein.

Via Pizza Hut

Wofür eignen sie sich?

  • Stärkung deiner Online-Community und Aufbau persönlicher Verbindungen
  • regelmäßiges „Hallo sagen“ für eine größere Markenwahrnehmung
  • deine Marke jugendlich und modern wirken zu lassen
  • etwas anzukündigen und Traffic auf andere Kampagnen zu leiten, so wie Pizza Hut mit der Kampagne Buy 1 Get 1 Free

Wie machst du es richtig?

Passe Videos an ihre Plattform und die Zielgruppe dieser Plattform an. Deine Follower auf Snapchat haben andere Erwartungen und Vorlieben als deine Follower auf Facebook, also variiere den Stil deiner Videos dementsprechend. Achte auf die technischen Unterschiede jeder Plattform – Facebook hat beispielsweise ein paar interaktive Funktionen, die andere Plattformen nicht haben. Für mehr Informationen lies hier über die Unterschiede zwischen Storys auf Instagram, Facebook und Snapchat.

Livestreams

Via Marvel

Was ist ein Livestream?

Livestreams sind Videos, die in Echtzeit aufgenommen und gesendet werden. Sie ähneln den Social-Media-Storys, sind aber anspruchsvoller und live. Sie sind aufwändiger, dauern länger und werden (hoffentlich) mit hochwertigerer Ausrüstung gedreht. Während Livestreams in den sozialen Medien den Regeln der Plattform unterliegen, wie zum Beispiel einem Zeitlimit oder wie lange sie online bleiben, kannst du Livestreams auch unabhängig von ihnen senden, um mehr Freiheit und Kontrolle zu haben.

Livestreams eignen sich perfekt, um über einmalige Events zu berichten: einen einflussreichen Influencer in deiner Branche interviewen, einen Vortrag halten, zeigen, wie es bei einem öffentlichen Event hinter den Kulissen aussieht, etc. Sie müssen allerdings nicht immer eine besonders große Sache sein. Du kannst eine Produktdemonstration streamen, einen kurzen Rundgang durch dein Büro oder sogar die komisch aussehende Spinne unter deinem Schreibtisch.

Und da Livestreams live sind, verleihen sie ein zusätzliches Gefühl von Intimität und Engagement. Die Zuschauer haben oftmals das Gefühl teilzuhaben, trotz der großen geografischen Entfernung. Manche Plattformen können diesen Effekt sogar noch durch Interaktivität steigern, wie zum Beispiel mit Kommentaren der Zuschauer zum Livestream.

Wofür eignen sie sich?

  • Aufbau einer Community und Engagement
  • Menschen Zugang zu exklusiven Events zu geben
  • Publicity für Events zu bekommen

Wie machst du es richtig?

Vergiss nicht zu sagen, wann du deinen Livestream starten wirst, damit die Leute wissen, dass er stattfindet, und sich darauf freuen. Wenn du schon ein Event ankündigst, kannst du auch gleich noch den Livestream in deinen Pressmaterialien erwähnen. Wenn der Livestream das Event ist, bewirb ihn so, wie du ein richtiges Event bewerben würdest. Es ist immer peinlich, wenn niemand zu deiner Party kommt, egal ob online oder offline.

Vlogs

Via Sephora

Was ist ein Vlog?

Kurz gesagt: Video + Blog = Vlog (es war niemals dazu gedacht, das Wort laut auszusprechen). Dies sind regelmäßige Videos über ein bestimmtest Thema; im selben lockeren Format wie Blogs, aber als Video. Vlogs beinhalten in der Regel die täglichen Erfahrungen eines Vloggers (Video-Blogger). YouTuber, die jede Woche ein neues Spiel bewerten, oder Reiseblogger, die ihre Reise filmen, sind bekannte Beispiele. Gefilmte Podcasts können auch als Vlogs betrachtet werden, solange sie mehr als nur Ton zu bieten haben.

Vlogs eignen sich hervorragend, um eine Community aufzubauen und Traffic zu steigern, da sie die Leute dazu bringen, immer wieder zurückzukommen, und  das auch noch zu vorhersehbaren Zeiten. Der Nachteil ist, dass sie aufwändiger sind. Vlogs erfordern Beständigkeit und jedes Mal, wenn du vergisst zu posten, merken deine Follower das.

Wofür eignen sie sich?

  • mehr Traffic durch regelmäßige Besucher
  • Aufbau einer Community
  • Etablierung deiner Marke als Experte zu einem bestimmten Thema – wann immer ein Zuschauer eine Frage zu diesem Thema hat, sucht er zuerst bei dir nach einer Antwort
  • Erstellung von genügend Content, was die SEO und verbrachte Zeit auf der Seite erhöht

Wie machst du es richtig?

Konzentriere dich auf Themen, die wichtig für deine Marke sind. Videos in diesen Bereichen werden sowieso die Kunden anlocken, nach denen du suchst, und diese Leute werden sehr wahrscheinlich deine Marke mit dem Thema assoziieren, das du dir ausgewählt hast.

Produktvideos

Via Tello

Was ist das?

Produktvideos drehen sich einzig und allein um ein einziges Produkt: Sie heben seine Funktionen hervor, erklären, wie es funktioniert, und wecken Vorfreude auf seine Veröffentlichung. Produktvideos sind ähnlich wie Fernsehspots, aber sie haben die Freiheit, sich auf einen oder zwei wichtige Aspekte zu konzentrieren, statt einen allgemeinen Überblick geben zu müssen.

Für den Onlinehandel sind Produktvideos ein Muss. Laut Neil Patel kaufen bis zu 85% der Zuschauer eher ein Produkt, nachdem sie ein Video gesehen haben, daher gibt es eine direkte Korrelation zwischen Verkäufen und Conversions. Produktvideos verringern auch die Zahl der Rücksendungen – Videos sind realistischer als Bilder, daher haben die Käufer schon vor dem Kauf eine bessere Vorstellung davon, was sie kaufen werden.

Des Weiteren kann ein Video erklären, wie ein Produkt funktioniert, und so die Zahl der Rücksendungen von Kunden verringern, die nichts weiter sagen als „Es hat nicht funktioniert.“ Die besten Videos können sogar neue Wege anregen, das Produkt zu verwenden. Schau dir an, wie das Drohnenvideo von Tello verschiedene Wege vorschlägt, das Produkt zu verwenden.

Wofür eignet es sich?

  • Vorstellung neuer Produkte oder Funktionen bei existierenden Produkten
  • Produktseiten im Onlinehandel
  • zur Erklärung, wie man komplizierte oder verwirrende Produkte verwendet
  • Beeinflussung des Ansehens eines Produkts. Glückliche Leute, die das Produkt verwenden, machen den Eindruck, dass die Nutzung Spaß macht

Wie machst du es richtig?

Da sie ein ganz bestimmtes Ziel haben, folgen Produktvideos nicht denselben Regeln wie andere Videos. Bei ihnen geht es weniger um Stil und Branding, sondern mehr darum, das Produkt selbst zu zeigen. Stell dir das Video aus Sicht des Zuschauers vor, der das Produkt noch nie gesehen hat. Welche Funktionen werden ihn interessieren? Welche Teile müssen genauer erklärt werden? Was würden sie nicht von selbst herausfinden?

How-to-Videos

Via Lowe’s

Was ist ein How-to-Video?

Ein How-to-Video erklärt auf visuelle Weise Schritt für Schritt, wie man etwas macht. Ein großer Teil der Menschen schaut auf Online-Videos, wenn sie wissen wollen, wie man etwas macht, daher kann das richtige How-to-Video jede Menge Traffic bringen. Wenn du es richtig machst, etablieren sie dich als Experte zu einem Thema und stärken deine Community, indem sie ihnen etwas Wertvolles geben, das sie verwenden können: Wissen.

Wofür eignen sie sich?

  • dich als Experte zu etablieren
  • Steigerung des Traffics durch regelmäßige Besucher
  • Verbesserung des Markenansehens und der Loyalität – Zuschauer sind dankbar, dass du ihnen nützlichen Content bietest

Wie machst du es richtig?

Der Trick besteht darin, der Marke treu zu bleiben und Anleitungen zu Themen zu geben, die für deine Zielgruppe von Bedeutung sind. Normalerweise stolpern die Leute über dein Video, wenn sie danach suchen, wie man etwas macht. Aber wenn du diese Technik meisterst, werden regelmäßige Zuschauer deine Video direkt durchstöbern, um Inspiration für neue Ideen zu finden oder, wie im Fall von Lowe, neue Projekte zu probieren.

Kurzfilme

Via Apple

Was ist ein Kurzfilm?

Wenn wir über Videomarketing als künstlerisches Medium reden, beziehen wir uns auf Kurzfilme. Diese verzichten auf den Schein eines Werbevideos und unterscheiden sich nicht von den Kurzfilm bei den Oscars (ungeachtet der Qualität).

Statt zu verkaufen gehen Kurzfilme den Weg durch die Hintertür, indem sie die Herzen der Zuschauer gewinnen, um an ihr Geld zu kommen. Schau dir die Wirkung von Ridley Scotts „Werbung“ aus dem Jahr 1984 für Apples Macintosh an oder die filmische Erzählung aus The Follow, bei der erstklassige Schauspieler, Regisseure und Autoren aus Hollywood mitwirkten.

Genau wie Spielfilme zielen Kurzfilme auf eine emotionale Verbindung und einem oder zwei Lacher ab. Aus Sicht eines Marketers wird der Zuschauer diese positiven Emotionen mit der Marke assoziieren und dies hat einen stärkeren Werbeeffekt, als einfach nur die Vorteile aufzuzählen.

Das Problem ist, dass es wesentlich schwieriger ist, einen guten Film zu machen, als Pixar es aussehen lässt. Ohne Eigenwerbung als Stütze bist du darauf angewiesen, deine eigene Geschichte auf emotionalen Verbindungen und Filmtechniken aufzubauen – was beides jede Menge Talent und Können erfordert. Deshalb lagern Marken diese Videos oftmals an erfahrene Filmemacher außerhalb der Werbebranche aus.

Wofür eignen sie sich?

  • Entfachen emotionaler Verbindungen und Aufbau einer Community
  • Fördern von Markenwahrnehmung
  • die Persönlichkeit deiner Marke zu zeigen, besonders wenn deine Brandingstrategie Stil oder Gefühle dem praktischen Nutzen deines Produkts/Service vorzieht (in der Regel z. B. in der Modebranche)

Wie machst du es richtig?

Kurzfilme funktionieren am besten, wenn die werbenden Elemente in den Hintergrund rücken. Das bedeutet, dass deine Zuschauer in der Geschichte versinken sollen, ohne sich daran zu erinnern, dass es sich eigentlich nur um eine Werbung handelt. Apples „The Bucket“ macht dies sehr gut. Es ist im Grunde nur ein kurzer Film; das werbende Element besteht darin, dass er sich komplett um das zu verkaufende Produkt dreht.

Klassischer Werbespot

Via Walmart

Was ist ein Werbespot?

Beim Online-Videomarketing ist ein Werbespot im Grunde ein TV-Spot, der für das Internet zweckentfremdet wird. Vergiss allerdings nicht, dass die Leute Werbespots nicht unbedingt mögen und sie vielleicht nicht online sehen wollen. Aus diesem Grund solltest du dich am besten der unterhaltsamen Seite der Werbespots widmen.

Wofür eignen sie sich?

  • traditionelles Onlinemarketing
  • Hervorheben von Produktfunktionen und Kaufanreize
  • Multichannel-Kampagnen, die TV, Print oder andere Medien neben dem Internet umfassen

Wie machst du es richtig?

Wenn du bereits einen Werbespot fürs Fernsehen gedreht hast, brauchst du ihn nur hochladen – auch wenn Zuschauer durchaus dankbar wären, online etwas Neues zu sehen. Du könntest eine längere Version mit „Zusatzmaterial“ hochladen, so wie Walmarts TV-Werbung mit noch mehr bekannten Autos.

Wie du Videomarketing meisterst

Sobald du eine Vorstellung von der Art des Marketingvideos hast, die für deine Marke am besten funktionieren wird, steht die wahre Herausforderung an: sie zu machen und zu vermarkten. Hier sind 9 Experten-Tipps, wie du deine Videos wie ein Profi vermarktest.

1. Entwickle eine Videomarketing-Strategie

Du denkst, du bist bereit für den Dreh? Sorge dafür, dass du zuerst eine Videomarketing-Strategie entwickelst. Eine Strategie wird dir helfen, dir darüber klar zu werden, was deine Marketingziele sind und wie genau du sie erreichen willst. Sie ist das Fundament deines Videomarketings. Kläre zunächst die Sachen dieser Checkliste für die Vorproduktion:

  • Was ist dein Ziel? – Willst du Verkäufe oder nur Traffic? Willst du beeindrucken oder nur informieren? Verschiedene Ziele erfordern verschiedene Herangehensweisen, daher ist die Beantwortung dieser Frage der erste Schritt. Du wirst dies auch dazu verwenden, die Metriken zur Messung deines Erfolgs festzulegen.
  • Wer ist deine Zielgruppe? – Was wollen sie sehen und wo werden sie online danach suchen?
  • Wie hoch ist dein Budget? – Filme zu drehen ist bekanntermaßen teuer (es sei denn, du drehst einen Low-Budget-Film auf deinem Telefon). Lege dein Budget früh fest, damit deine Kreativität nicht deine Finanzen überschreitet.
  • Was ist deine Deadline? – Wann soll das Video fertig sein? Dies ist ein wichtiger Faktor, wenn man eine Filmcrew engagiert, besonders wenn du darauf warten musst, dass sie verfügbar ist.
  • Wie ist dein Branding-Stil? – Mit anderen Worten, wie lässt sich deine Markenpersönlichkeit filmisch übertragen? Ein farbenfroher Cartoon über Pferde oder ein Schwarz-Weiß-Film mit echten Schauspielern?

Klare Antworten auf diese Fragen stellen die Weichen, um voranzuschreiten, also habe keine Angst davor, bei deinen Antworten zu genau zu sein. Hier kannst du lernen, wie man eine Videomarketing-Strategie von Grund auf entwickelt.

2. Bleibe bei dem, was du am besten kannst, und lagere den Rest aus

Weißt du, wann man eine Totale statt eines Closeups verwendet? Bist du 100% sicher überhaupt zu wissen, was eine Totale ist?

Falls nicht, keine Sorge – das ist nicht deine Aufgabe. Du bist kein professioneller Filmemacher. Wenn du ein Marketingexperte bist oder ein Unternehmen leitest, solltest du deine Zeit damit verbringen – und nicht damit, mit einer Kamera zu hantieren.

Statt ins kalte Wasser zu springen, wirst du bessere Ergebnisse erzielen, wenn du deine Zeit für die Strategie und das Marketing aufwendest und das Drehen deines Films einer professionellen Crew überlässt. Freiberufliche Filmemacher beherrschen ihr Handwerk; du musst nur den gewünschten Stil und Ton erklären und sie kennen die Filmtechniken, um diesen zu kreieren. Und da sie freiberuflich sind, kannst du so viele engagieren, wie du benötigst.

Das Problem besteht häufig darin, eine Filmcrew in deiner Umgebung zu finden, da Branding-Videos häufig ortsabhängig sind. Plattformen wie 99designs bieten einen Videoproduktionsservice, der dich mit den besten Filmemachern in deiner Umgebung zusammenbringt und deinen gewünschten Stil haben. Wenn du nicht weiter weißt und unsicher bist, wie du fortfahren sollst, können wir dich auch leiten.

Video für Leigh & Taylor via 99designs

3. Bleibe im Einklang mit deiner Marke

Dein Video spiegelt deine Marke wider, möglicherweise mehr als alles andere, wenn es der erste Eindruck ist, den ein Zuschauer von deiner Marke hat. Aber es wird keine große Wirkung haben, wenn es nicht zum Rest deines Brandings passt.

Animated octopus logo design
Animiertes Logo-Design von Sava Stoic

Ein Video soll nicht nur wie besprochen deine Markenpersönlichkeit widerspiegeln, sondern visuelle Hinweise auf deine Marke liefern. Dazu gehören das Farbschema der Marke, welches in deinen Videos auftauchen sollte, und auch Maskottchen und Sprecher. Wenn es die Leute an deine Marke erinnert, sollten sie einen Gastauftritt in deinem Marketingvideo haben.

Du kannst sogar Videos als Gelegenheit nutzen, um auf dein Markenimage aufzubauen. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist eine animierte Version deines Logos. Die meisten Logos werden als statisches Bild designt, wie ein Produktetikett oder eine Webgrafik. Aber Video ist ein Medium der Bewegung; wenn du deinem Logo etwas Bewegung verleihst, kann diese es mit neuem Leben füllen und einen bleibenden Eindruck beim Zuschauer hinterlassen.

4. Ziele auf das Herz ab

Viele Käufer treffen Kaufentscheidungen basierend auf Gefühlen statt rationalen Fakten – sie vertrauen ihrem Bauch mehr als ihrem Gehirn. Für ein starkes Geschichten erzählendes Medium wie Video kann dies ein großer Vorteil sein.

Wenn du einen Kurzfilm drehst, musst du emotionale Verbindungen definitiv den Verkaufstaktiken vorziehen. Aber selbst wenn du ein trockenes Explainer Video drehst, solltest du einen Narrativ und sentimentale Momente einfügen. Selbst die einfachsten Elemente können viel bewirken – Charakter, Konflikt, Lösung etc.

Statt Bilder verschiedener Leute zu zeigen, die das Produkt verwenden, denke über eine einzelne, charismatische Person nach, die sich auf einer Art Weg befindet, um ihr Problem zu lösen. Du kannst immer noch das Produkt zeigen und die dramatischeren Aspekte bieten zusätzlich einen persönlichen Kontext, der dem Zuschauer hilft, sich in die Lage dieser Person zu versetzen.

Selbst direkte Videos wie Empfehlungen echter Nutzer können von einer emotionaleren Geschichte profitieren. Zu wissen, wann man die richtigen Filmtechniken anwenden muss, z. B. wann man reinzoomt, wann man in der Totalen bleibt, kann die Emotionen betonen und dazu führen, dass der Zuschauer den Sprecher noch besser versteht.

5. Nutze Animationen gezielt

Wir haben alle schon mal diese animierten Explainer Videos mit einfachen Bildern im Flat Design gesehen. Sie sind in einem simplen Stil gehalten, der nach „Cartoons für Erwachsene“ schreit. Flat Design ist bei Explainer Videos ziemlich beliebt und das aus gutem Grund.

Crazy Cap social media banner
Verloren in den Bildern wirst du nach dem Video wissen, was CrazyCap für dich tun kann. Animation von Maryia Dziadziulia.

Wenn du Flat Design mit Motion Graphics kombinierst – was wir in diesem Artikel über Animation und Motion Graphics genauer erklären – bieten sie eine tolle visuelle Hilfe, um jemand etwas beizubringen. Erstens sorgen diese schön anzusehenden Bilder dafür, dass es Spaß macht, sich ansonsten langweilige Videos anzugucken. Weiche Animation allein kann hypnotisierend sein und den Zuschauer empfänglicher dafür machen, etwas Neues zu lernen, ob er will oder nicht.

Außerdem hilft dieser Stil beim Verständnis. Wie beim Beispiel von CrazyCap können viele moderne Produkte und Dienste schwer zu verstehen sein und Konzepte enthalten, von denen der Zuschauer noch nie gehört hat. Der Flat-Design-Stil von Motion Graphics kann diese Ideen verständlicher machen und im Grunde dabei helfen, dass der Zuschauer mehr versteht, als wenn im Video echte Schauspieler zu sehen gewesen wären.

Natürlich kann dieser verspielte Stil förmlichere oder professionelle Marken untergraben. Wenn deine Marke sich um etwas grundsätzlich Emotionales dreht, können echte Menschen diese Gefühle besser vermitteln als eine Animation. Die Art deiner Marke und die Ziele des Videos bestimmen, ob animierte Motion Graphics der richtige Weg für dich sind oder nicht.

6. Gib dir selbst einen Vorsprung

So wie Suchalgorithmen manchmal Videos anderen Arten von Posts vorziehen, bevorzugen sie auch Videos mit vielen Aufrufen gegenüber solchen mit weniger Aufrufen. Ein Video, das schnell beliebt wird, hat also eine größere Chance, langfristig beliebt zu sein.

Aber das ist leichter gesagt als getan. Der beste Weg, damit dein Video gleich zu Beginn viele Aufrufe und Likes erhält, besteht darin, mit gezinkten Karten zu spielen. Gib deinen Angestellten, Freunden und Familie Zugriff auf das Video, bevor du es veröffentlichst, damit deine Kunden dein neues Video nicht für ein unbeliebtes halten.

Eine weitere Strategie besteht darin, das Video als „exklusiven Content“ an deine E-Mail-Abonnenten zu schicken, bevor es veröffentlicht wird. Das belohnt ihre Treue und gibt deinem Video direkt einen Vorsprung.

7. Sei zur rechten Zeit am rechten Ort

Du bist nicht dafür verantwortlich, dein Video allen Zuschauern zu zeigen – sie werden es auch allein finden. Deshalb sollte dein Video so leicht wie möglich zu finden sein.

Dazu gehört, es auf den richtigen Plattformen zu posten, also allen Plattformen, auf denen deine potenziellen Zuschauer aktiv sind – sei es YouTube, Instagram, Facebook oder schlichtweg auf allen.

Und du solltest zur richtigen Zeit posten. Jede Social-Media-Plattform hat eine andere „goldene Stunde“, also plane deine Posts entsprechend. Sprout bietet einen umfassenden Guide für die besten Zeiten zum Posten.

8. Gestalte deine Video so, dass sie leicht zu finden sind

Verwende einen cleveren Titel und Beschreibung, die Stichwörter enthalten, nach denen deine Zielgruppe suchen könnte. Gute Titel erklären, worum es im Video geht, ohne zu viel zu verraten – sie ziehen die Leute in ihren Bann und machen sie neugierig. Du solltest deine Videotitel an deine SEO-Stichwörter anpassen. Du kannst besonders lange Phrasen nutzen – eine Kette von SEO-Stichwörtern, die zu ganzen oder Teilen von Sätzen passen, die Nutzer in Suchmaschinen eingeben wie beispielsweise „Was ist Coachella?“

Zusätzlich musst du die richtigen Tags und Hashtags verwenden (wenn die Plattform diese nutzt). Kombiniere die beliebtesten Tags mit weniger häufig verwendeten, um unterschiedliche Zuschauer anzuziehen, und finde heraus, welche deine Zielgruppe bevorzugt.

9. Mache es mit Untertiteln und Transkripten barrierefrei

Bei Barrierefreiheit geht es darum, deinen Content für Nutzer mit Behinderungen zugänglich zu machen. Bei Videos bedeutet das Untertitel und Transkripte. Du wirst sehen, dass dies deiner Marke genauso hilft wie deinen Zuschauern.

Nutzer mit Hörproblemen sind auf Untertitel angewiesen, um den hörbaren Teil des Videos zu verstehen. Obwohl du automatische Untertitel-Generatoren nutzen kannst, sind diese bei weitem nicht perfekt und deine Untertitel würden sehr davon profitieren, wenn jemand noch mal drüber schaut. Untertitel sind auch deshalb eine gute Idee, weil die meisten Leute, die dein Video in den sozialen Medien schauen, dies ohne Ton tun werden.

Nutzer mit Sehbehinderungen werden dein Video möglicherweise nicht in vollem Maße genießen können, aber sie können mithilfe von Transkripten dennoch etwas von ihnen lernen. Ein Screenreader kann ein Transkript vorlesen und du hast einen zusätzlichen Vorteil für deine SEO, indem du einen ganzen Text voller Stichwörter einfügst.

Fazit: Bist du bereit für dein Closeup?

Bist du bereit, dein Marketingvideo zu kreieren und die Welt des Videomarketings zu betreten? Halte dich einfach an die Tipps in diesem Guide für Videomarketing und du wirst in der Lage sein, deine Videos wie der Profi zu vermarkten, der du bist.

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