Was machst du, wenn dir jemand auf der Straße einen Flyer in die Hand drückt oder du einen versteckt zwischen Rechnungen und Zeitungen findest? Liest du ihn ganz gebannt? Oder wirfst du ihn weg, ohne ihn dir auch nur eine Sekunde anzusehen? Wann hast du das letzte Mal einen Flyer bekommen, den du dir wirklich angesehen hast?

Design für Marketing gehört zu den 8 Arten von Grafikdesign und erfordert konzeptionelles Denken. Darüber nachzudenken, was deine eigene Aufmerksamkeit erregt, ist ein guter Anfang, wenn man einen Flyer designt. Viele Unternehmen machen hier Fehler und ihre Flyer landen direkt im Altpapier. Folge unserem umfassenden Guide für Flyer-Design, um sicherzustellen, dass deine Flyer auch wirklich eine Wirkung erzielen. Wir führen dich durch Strategie und Konzept bis hin zu Druck und Verteilung.

flyer design

Entwurf deiner Flyer-Strategie

Die Versuchung kann groß sein, direkt mit dem Designen des Flyers zu beginnen, egal ob es sich um ein DIY-Projekt oder ein Briefing für einen professionellen Designer handelt. Wenn dein Flyer eine wirkungsvolle Rolle in deiner Marketingkampagne spielen soll, musst du wissen, welche Rolle genau das sein soll! Bevor du also mit dem Designprozess loslegst, musst du dir die Zeit nehmen, die Strategie hinter deinem Flyer ordentlich vorzubereiten.

1. Welches Ziel hat deine Marketingkampagne?

Bevor du überhaupt zum Flyer kommst, lautet die größere Frage: Was versuchst du im Moment mit deinem Unternehmen zu erreichen? Welche Ergebnisse strebst du mit deiner Marketingkampagne an? Möchtest du deine neue Marke bekannt machen? Den Start eines neuen Produkts bewerben? Engagement erhöhen? Leads sammeln? Du musst deine Ziele eingrenzen, bevor du festlegst, ob ein Flyer das richtige Werkzeug ist, dieses Ziel zu unterstützen.

2. Welche Rolle spielt dieser Flyer in deiner Marketingkampagne?

Sobald du die Ziele deines Marketings kennst, kannst du die Ziele deines Flyers festlegen. Flyer sind ein günstiges und zielgerichtetes Marketingtool, die besonders wirkungsvoll sein können, um ein lokales Unternehmen oder Event zu bewerben und Leute zu einem bestimmten Ort zu locken. Wie wird dein Flyer das Gesamtziel deines Marketings unterstützen und zum Rest deiner Aktivitäten passen? Welchen genauen Vorteil hat ein Flyer im Vergleich zu einer anderen Taktik?

3. Wer ist deine Zielgruppe?

Wie bei allem im Marketing, musst du zuerst wissen, wen du ansprichst. Dazu gehört die Demografie – Alter, Geschlecht, Ort etc. – ebenso wie Psychographie – Gedanken, Einstellung und Verhalten. Hast du es auf Leute abgesehen, die noch nie von dir gehört haben, oder versuchst du, alte Kunden wiederzugewinnen? Versuchst du, Kunden von deinen Mitbewerbern wegzulocken? Wer wird am meisten von dem profitieren, was du zu bieten hast?

Dieser Flyer wurde speziell designt, um ehemaligen Kunden ein „Willkommen zurück“-Angebot zu unterbreiten. Flyer-Design von bmp design für Farm Fresh to You.
Dieser Flyer ist für bestehende Kunden und soll sie dazu animieren, eine Bewertung abzugeben. Flyer-Design von SilviaJordanova für Hula Delights.

4. Wie lautet deine Kernbotschaft?

Wie lautet die Kernbotschaft, die dein Flyer vermitteln soll, nun, da du deine Zielgruppe kennst? Was sollen die Leute denken, fühlen oder tun? Woran sollen sie sich bei deiner Marke oder deinem Produkt erinnern? Welchen Vorteil oder welche Eigenschaft sollen sie mit dir in Verbindung bringen? Du hast am Ende vielleicht wesentlich mehr Infos auf deinem Flyer stehen, aber bei dieser einen wichtigen Botschaft musst du besonders genau sein.

5. Was sollen sie als Ergebnis dieses Flyers tun?

Du musst auch äußerst genau darin sein, was die Leser deines Flyers tun sollen, nachdem sie ihn gelesen haben. Sollen sie sich beispielsweise irgendwo online anmelden oder an einem bestimmten Tag in deinen Laden kommen? Selbst wenn dein Ziel darin besteht, bekannt zu werden, musst du dennoch deutlich machen, welchen Schritt der Leser als Nächstes gehen soll. Vielleicht soll er nur deine Website besuchen, um mehr Informationen zu  bekommen, oder dir in den sozialen Medien folgen – Hauptsache du machst es dem Leser super einfach zu wissen, was als Nächstes zu tun ist.

6. Wie und wo wird der Flyer verteilt?

Flyer können persönlich auf der Straße ausgehändigt, an ein schwarzes Brett gehängt oder per Post verschickt werden. Sie können auch elektronisch verschickt werden. Überlege dir, wie du deine Flyer verteilen willst, und behalte dies beim Designen des Flyers im Hinterkopf. Ein kleiner Flyer an einer Wand sollte zum Beispiel von vornherein größer und auffälliger sein, um die Aufmerksamkeit der Leute zu erregen, wohingegen ein Flyer, der jemandem auf der Straße persönlich gegeben wird, mehr Informationen in kleinerer Schrift enthalten kann.

Ausarbeitung deines Flyer-Konzepts

Okay, du hast nun also deine Strategie, aber es gibt noch einen weiteren Schritt, bevor du mit dem Designen beginnen kannst! Jetzt musst du in Sachen Stil und Inhalt des Flyers konkreter werden. Sobald du das tust, wird das Design an sich zum Kinderspiel.

1. Welche Farben möchtest du verwenden?

Black flyer for wine company
Bist du modern und elegant wie diese Weinmarke? Flyer-Design von Lalitha für Islero Wines.

Kräftige und leuchtende Farben werden Aufmerksamkeit erregen, aber das Design muss auch zu deiner Marke, deiner Branche und deiner Zielgruppe passen.

Welche Farben werden deine Botschaft bekräftigen? Beispielsweise Grün und Gelb für Gesundheit und Wohlbefinden oder leuchtende Primärfarben für Kinder. Soll er super leuchtend und bunt sein oder eher simpel elegant mit zwei oder drei Farben? Könnte er in Schwarz-Weiß funktionieren (eine besonders wichtige Frage, wenn du ein knappes Budget hast)?

2. Welche Elemente der Markenidentität sollen hervorgehoben werden?

Wie auch immer deine Botschaft auf deinem Flyer lautet, der Leser muss wissen, von wem sie stammt. Welche Elemente deiner Markenidentität werden dafür sorgen, dass die Menschen sich daran erinnern, wer du bist und was du tust? Was muss unbedingt auf deinem Flyer sein – dein Logo, dein Slogan und deine Webadresse? Wie sieht es mit der Typografie aus? Hast du eine Markenschrift? Hast du ein Maskottchen oder andere Bilder, anhand derer man dich sofort erkennt?

3. Welche Bilder sollen enthalten sein?

Apropos Bilder: Auf welchen Stil hast du es abgesehen? Hochwertige Fotografie kann äußerst wirkungsvoll dabei sein, Menschen zu überzeugen. Hast du deine eigenen Bilder oder wärst du bereit, Stockfotos zu nutzen? Wie sieht es mit anderen Bildern aus? Wäre es angemessen, Grafiken oder Symbole oder vielleicht sogar Cartoons oder Zeichnungen zu verwenden? Wie zuvor auch musst du an deine Marke, Branche und Zielgruppe denken, wenn du diese Entscheidungen triffst.

4. Welcher Text soll enthalten sein und welche Priorität hat er?

Flyer for ice cream and ice cream mix
Hier wird der Leser ausdrücklich gebeten, mit dieser leckeren Marke in den sozialen Netzwerken zu interagieren, und alle Webadressen sind enthalten. Flyer-Design von Luz Viera.

Nun ist es an der Zeit, den genauen Text zu bestimmen, der auf dem Flyer sein wird. Erinnere dich an die Kernbotschaft, die du zuvor festgelegt hast, und sorge dafür, dass diese die wichtigste Botschaft ist. Als Nächstes musst du entscheiden, welche anderen Informationen auf dem Flyer sein müssen und in welcher Reihenfolge sie zu sehen sein sollten. Kann irgendetwas weggelassen werden, falls nicht genug Platz ist?

5. Wie lautet der Call-to-Action?

Innerhalb der Texthierarchie muss dein Call-to-Action, den du in deiner Strategie ausfindig gemacht hast, super deutlich zu erkennen sein. Welchen Schritt sollen die Leute als Nächstes gehen und welche Informationen – Social Media Profil, Webadresse oder etwas anderes – benötigen sie, um diesen Schritt zu gehen? Mache dies klar und deutlich, damit der Leser nicht raten muss.

6. Muss der Flyer eine bestimmte Größe oder Form haben?

Flyer kommen in ziemlichen Standardformaten daher – meistens A5. Möchtest du bei der Standardform und -größe bleiben oder etwas, das heraussticht? Wenn es sich um ein Luxusprodukt handelt und du viele Informationen vermitteln möchtest, brauchst du vielleicht eher so etwas wie eine größere Broschüre. Fällt dir ein kreatives Format ein, mit dem die Leute sich beschäftigen wollen – und sei es nur durch auf- und zuklappen? Oder eines, das sie weiter nutzen, nachdem sie es bekommen haben?

Mit ein wenig Glück werden Kinder mit diesem kleinen Monster spielen wollen und Eltern behalten den Flyer. Flyer-Design von tadaam.
Wenn deine Marke und dein Budget dafür herhalten, könntest du über ein umfassenderes Design nachdenken. Flyer-Design von Adwindesign für Broadway Supercars.

Designe deinen Flyer

Nun, da du deine Strategie und dein Konzept für den Flyer hast, kannst du mit dem eigentlichen Design beginnen.

1. Finde inspirierende Flyer, die dir gefallen

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, was alles möglich ist, schaue dir andere Flyer an. Sammle Flyer, wenn du sie bekommst, und schaue, was dir gefällt und was nicht. Schau dir Designs im Internet an, um zu sehen, welcher Stil dich anspricht. Um deiner Inspiration auf die Sprünge zu helfen, schaue dir diese 99 Flyer-Designideen an, die dir Flügel verleihen werden.

2. Nutze dein Designkonzept als Briefing für einen Freelancer oder Designwettbewerb

Juhu! Du hast nun alles, was du für ein klares Briefing brauchst. Um mit dem Designprozess fortzufahren, kannst du entweder deinen Lieblingsfreelancer auswählen, damit dieser deinen Flyer designt, oder einen Designwettbewerb für einen Flyer starten und eine ganze Reihe an unterschiedlichen Designideen von Designern aus der ganzen Welt erhalten.

3. Vergleiche die Designvorschläge mit deinen Kriterien

Vergleiche deine erhaltenen Designs mit deinem Briefing und dem, wonach du suchst. Ist das Branding deutlich? Enthalten sie alle wichtigen Informationen? Ist die Hierarchie der Botschaften richtig? Dich an diese Ziele zu halten wird dir helfen, dich durch die Designs zu arbeiten, ohne dich von irgendwelchen künstlerischen Kreationen mitreißen zu lassen, die eigentlich gar nicht das tun, was sie tun sollen.

4. Wähle dein finales Design

Ein wirkungsvolles Flyer-Design lockt die richtige Zielgruppe an, vermittelt eine klare Botschaft und Nutzen und regt die Leute dazu an, eine bestimmte Handlung vorzunehmen. Du kannst eine Umfrage als Teil deines Designwettbewerbs nutzen, um echtes Feedback von Menschen aus deiner Zielgruppe zu sammeln. Wähle das Design, das zu deinen Kriterien passt und am besten für deine Zielgruppe funktioniert.

Flyer for guitar lessons
Dieser Flyer spricht eine definierte Zielgruppe an (Menschen, die über Gitarrenstunden nachdenken) und hat einen klaren Call-to-Action (Rufe jetzt an!). Flyer-Design von roberto615.

5. Lies Korrektur

Wenn du das fertige Design erhältst, musst du kontrollieren, dass es keine Rechtschreibfehler gibt. Lass jemand anderen drüberschauen, jemand, der nicht so sehr im Projekt involviert ist wie du. Achte darauf, dass alle Informationen vorhanden sind. Du wärst überrascht, wenn du wüsstest, wie oft das Datum der Veranstaltung oder die Webadresse fehlt. Du willst nicht, dass deine ganze harte Arbeit durch solch einen offensichtlichen, aber entscheidenden Fehler zunichte gemacht wird.

6. Stelle sicher, dass du die benötigten Dateien bekommst

Du wirst dir deine Flyer-Designs auf dem Bildschirm nur in RGB ansehen, aber CMYK für den Druck benötigen, also achte darauf, dass du diese konvertierten Dateien bekommst. Wenn dein Design Fotos enthält, müssen diese hochauflösend sein. Für den Druck benötigst du eine Mindestauflösung von 300 dpi. Wenn dein Design über den Rand des Papiers hinaus geht (also nicht von Weißraum umgeben ist), achte darauf, dass der Designer einen Anschnitt einbezogen hat. Das ist ein kleines bisschen zusätzliches Design außerhalb deiner gewünschten Größe für Druck- und Schnittfehler.

Flyer for a baby photographer
Die Fotos müssen eine hohe Qualität haben (besonders wenn sie dein Geschäftsmodell sind!)  Flyer-Design von Jelena 021 für Loomi Photography.

Druck und Verteilung deiner Flyer

Dies ist der Zeitpunkt, an dem dein Flyer wirklich zum Leben erweckt wird und du ihn an deine Zielgruppe verteilst.

1. Finde einen Drucker

Bei der Wahl deines Druckers musst du Preis, Qualität, Art des Drucks und Zeit beachten.

Digitale Druckereien bieten in der Regel schnellere Lieferzeiten und eignen sich super für kleinere Auflagen in Farbe. Bei größeren Mengen können sie recht teuer werden. Offset-Druck erfordert in der Regel eine Mindeststückzahl von mehreren Hundert Stück, ist aber flexibel bei der Anzahl der Farben (wenn du keinen Vollfarbdruck benötigst, kannst du Geld sparen). Die Vorbereitungszeit ist in der Regel länger. Wenn du eine hohe Auflage (1.000 und mehr) drucken lässt, ist es mit Sicherheit die beste Option für dich, selbst wenn du für einen Eilauftrag extra zahlen musst.

Allerdings wirst du wahrscheinlich einen Kompromiss eingehen müssen. Es ist unwahrscheinlich, die beste Qualität für einen eiligen Auftrag zu einem geringen Preis zu finden. Denke auch daran, wo sich die Druckerei befindet, wenn du die Flyer selbst abholen musst und keine Zeit für eine Lieferung hast.

2. Wähle die Qualität und Textur des Papiers

Wie dick soll das Papier sein? Soll es eher wie eine Postkarte sein oder reicht dir ein dünnes Flugblatt? Soll es matt oder glänzend sein? Muss es gefaltet werden? Lass dir von der Druckerei ein paar Muster geben, damit du deine Optionen siehst. Auch hier gilt, dass du eventuell abhängig von deinem Budget Kompromisse eingehen musst.

3. Entscheide dich für eine Stückzahl

Der Preis pro Flyer wird bei einer größeren Stückzahl natürlich sinken – aber du willst kein Geld damit verschwenden, mehr Flyer zu drucken, als du brauchst. Wenn es sich um eine zeitlich begrenzte Veranstaltung oder ein saisonales Angebot handelt, wirst du sie nicht wiederverwenden können, also plane entsprechend.

4. Denke über einen Probedruck nach

Idealerweise schaust du dir einen Probedruck an, bevor deine Bestellung gedruckt wird. Auf dem Papier sieht alles anders aus als im Netz, daher kannst du auf diese Weise das finale Produkt kontrollieren, die Qualität der Bilder und Farben sehen, sicherstellen, dass der Text in der tatsächlichen Größe lesbar ist und noch einmal die Rechtschreibung kontrollieren!

5. Verteilung

Dein Flyer-Projekt ist aber mit dem Druck noch nicht beendet, sondern das ist erst der Anfang! Jetzt ist deine Chance sicherzustellen, dass sich deine ganze harte Arbeit bezahlt macht. Wie sorgst du dafür, dass deine großartige Kreation in den richtigen Händen landet? Wie maximierst du die Chance, dass die Flyer gesehen, gelesen und ihren Anweisungen gefolgt wird? Gehe an die richtigen Orte und erreiche die richtigen Menschen.

6. Digitale Verteilung

Und vergiss schließlich nicht, dass du noch mehr aus deinen Flyern herausholen kannst, indem du sie auch online verwendest. Verschicke sie als PDF an deinen E-Mail-Verteiler und poste ihn in den sozialen Netzwerken, um ohne zusätzliche Kosten noch mehr Menschen zu erreichen.

Strategie und Planung stehen, nun muss ein starkes Flyer-Design her?
Unsere Designer helfen dir dabei!