Es gibt im Webdesign eine Reihe von Faktoren, Elementen und Designentscheidungen, die einem das Leben schwerer machen können; die dafür sorgen, dass es schwieriger wird, auf einer Seite zu navigieren, sich mit ihr zu identifizieren und ihr zu vertrauen. Sofern du nicht vorhast, deine Zielgruppe zu verprellen, lies weiter, um alles über die sechs größten Webdesign-Fehler zu erfahren – und wie du sie vermeidest.

beispiel für eine schlechte website
Könnte es einen besseren Versuch geben, eine schlechte Seite zu erstellen? via The world’s worst website ever

1. Deine Website überladen

Ohne solides Fundament riskierst du, einen der häufigsten Webdesign-Fehler zu begehen: zu viele Elemente hinzuzufügen, einfach weil es sie gibt.

Es loht sich immer, sich über die Grundprinzipien des Designs zu belesen, bevor man anfängt. Es ist wichtig, direkt zu Beginn eine Vorstellung davon zu haben, was deine Website erreichen soll und wie sie das tun soll. Das liegt daran, dass Webdesign-Programme heutzutage so viele verschiedene Tools und Optionen zu bieten haben (Pop-ups, animierte Logos und eingebettete Videos), dass Amateurdesigner schnell überfordert sind.

Verliere dich nicht in überladenen Designs, die Nutzer:innen mit ungewollten Pop-up-Anzeigen, automatisch startenden Videos und einer unübersichtlichen Navigationsleiste überfordern; mache es wie Marie Kondo und halte deine Webdesigns aufgeräumt.

Illustration von Händen, die Puzzleteile auf einem Computerbildschirm zusammenfügen
Halte es einfach. Erfolgreiches Webdesign erfordert, alles Stück für Stück zusammenzusetzen. Illustration von OrangeCrush

Deine Designs nicht zu überfrachten ist relativ einfach, denn glücklicherweise musst du dazu lediglich der Versuchung widerstehen, deiner Website zusätzliche Elemente hinzuzufügen, nur um „zu sehen, was passiert“. Sofern du nicht sagen kannst, welche Aufgabe ein bestimmtes Element auf deiner Seite hat, sollte es nicht dort sein. Konzentriere dich also darauf, eine solide, einfache Struktur zu entwickeln, um Besuchenden das bestmögliche und nahtloseste Erlebnis bieten zu können.

Pytia webdesign
Ein simples und doch beeindruckendes Webdesign von Arthean

2. Direkt an den Computer gehen

Der zweithäufigste Fehler im Webdesign führt uns direkt ins Herz des Designprozesses. Die meisten Unternehmer:innen (und auch einige Amateur-Webdesigner:innen) betrachten Webdesign noch immer als einen Prozess, der „am Computer“ stattfindet.

Es stimmt zwar, dass deine Kreation am Ende auf einem Computer zu sehen sein wird, doch was das Designen betrifft, könnte diese Aussage nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Stattdessen solltest du dich klassischeren Arbeitsweisen zuwenden, wenn du mit dem Designen deiner Website beginnst, bevor du ein Webdesign-Programm oder Website-Baukasten nutzt.

Illustration einer Frau, die Ideen auf Haftnotizen ausarbeitet
Kümmere dich erst um dein Design, bevor du es hochlädst. Illustration von OrangeCrush
webdesign sketch
Skizziere zuerst die Idee für dein Webdesign, bevor du dich an den Computer setzt. Via Design Beep

Der beste Weg, um mit dem Designen einer Website zu beginnen, besteht tatsächlich darin, dir Stift und Papier zu schnappen. Erstelle zuerst eine Liste mit Zielen deiner Website und designe dann ein paar Seiten, deren Fokus darauf liegt, diese Ziele zu erreichen.

Auf diese Weise zu designen wird dir die Möglichkeit geben, Überflüssiges in deinem Design zu finden und zu eliminieren. Es hilft wunderbar dabei, deine Seite zu straffen.

Diese Herangehensweise ist einer der Gründe, weshalb die besten Webdesigner:innen so scheinbar hohe Preise berechnen können. Nicht weil sie wissen, wie man ein Programm bedient, mit dem man eine Website erstellt (das kann heutzutage beinahe jeder), sondern weil sie wissen, wie man eine Seite richtig strukturiert, und dir helfen können sicherzustellen, dass deine Vision funktioniert, noch bevor einer von euch einen Computer auch nur anrührt.

3. Raster, Guidelines und Spalten nicht berücksichtigen

Der nächste Schritt bei der Erstellung deiner Website besteht darin, Templates für deine Seiten zu erstellen. Selbst die einfachsten Website-Baukästen haben Tools zum Einstellen von Rastern, Guidelines und Spalten. Viele jüngere Webdesigner:innen berücksichtigen diese Tools nicht und denken, sie wären nur für ältere, „klobigere“ Seiten brauchbar.

In Wahrheit sind Raster noch immer das wichtigste Element zur Strukturierung einer gut designten Website und sollten immer verwendet werden, um die visuellen Elemente einer Seite anzuordnen. Raster und Guidelines formten schon lange bevor es Webdesign gab die Grundlage guten Grafikdesigns und werden mit Sicherheit auch zukünftig ein fundamentales Tool sein.

Illustration von Händen, die das Layout von Webdesigns organisieren
Kümmere dich erst um deine Designs, bevor du sie hochlädst. Illustration von OrangeCrush

Unabhängig davon, ob die Linien deines Rasters und deiner Spalten auf deiner Website zu sehen sind oder nicht, werden sie die Basis des zugrunde liegenden Frameworks deiner Seite und der Proportionen zwischen den Elementen sein. Raster helfen dabei, Webseiten sowohl horizontal als auch vertikal aufzuteilen, und bestimmen daher die Ausrichtung zwischen verschiedenen Designelementen.

Man kann auch ein rasterbasiertes Design mit einem moderneren Design und Marktforschungstechniken kombinieren. Durch die vielen unterschiedlichen Arten, wie die Menschen mit dem Internet interagieren, sind ähnlich viele unterschiedliche Erwartungen entstanden, wie verschiedene Webseiten aussehen sollen.

Design der Kosmetik-Website mit dem Thema Rosa und Lila
Beachte, wie aufgeräumt dieses Webdesign ist. Von Adam Muflihun

4. Mangel an visueller Hierarchie

Der vierte Webdesign-Fehler auf unserer Liste ist etwas komplexer, zumindest für diejenigen, für die Webdesign neu ist. Einer der häufigsten Fehler, die wir auf neuen Webseiten sehen, ist, dass sie die Bedeutung einer visuellen Hierarchie verkennen.

Visuelle Hierarchie wird definiert als planmäßige Anordnung der Elemente entsprechend ihrer Wichtigkeit. Wenn du hier also etwas falsch machst, könnte es passieren, dass die Nutzer:innen von den verschiedenen Elementen deines Designs überwältigt werden, da jedes von ihnen um Aufmerksamkeit ringt. Die Nutzer:innen werden nicht effektiv in Richtung deines CTA gelenkt und dir entgehen letztendlich Conversions.

Um eine starke visuelle Hierarchie zu erzeugen, musst du dir sorgfältig überlegen, aus welchem Grund die Leute auf deine Seite gehen werden. Stelle Nachforschungen zu UX an und stelle sicher, dass der User Flow intuitiv und nahtlos ist.

Illustration einer Frau, die Formen in der Luft balanciert
Die Gestaltung deines Webdesigns fühl sich oft wie ein Balanceakt an. Illustration von OrangeCrush

Ein gutes Beispiel dafür bieten E-Commerce-Seiten. Die besten von ihnen halten ihr individuelles Branding aus der User Experience raus. Stattdessen fungieren sie als Portale für Kunden, um etwas über Produkte zu erfahren und diese kaufen zu können, die auf sie zugeschnitten sind.

In der Regel erinnern gut designte E-Commerce-Seiten Nutzer:innen nur an einer (wichtigen) Stelle daran, auf welcher Seite sie sich befinden: direkt nachdem sie problemlos ein bestimmtes Produkt gekauft haben.

Interieur-Multiprodukt-Galerie auf der E-Commerce-Site
Diese E-Commere-Seite zeigt mehrere Produkte in einem ordentlichen und asymmetrischen Design, damit die Nutzer:innen ohne Probleme die Kategorie finden, nach der sie suchen. Von MyCreativeMind

5. Nicht auf Barrierefreiheit achten

Barrierefreiheit ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt im Webdesign und wenn man darauf nicht achtet, kann dies schwerwiegende Auswirkungen auf die Ergebnisse haben, die deine Seite zu erzielen versucht. In den vergangenen Jahren haben viele Unternehmen erkannt, wie wichtig es ist, dass Webseiten auch für Menschen mit Beeinträchtigungen zugänglich sind.

Natürlich gibt es ein moralisches Argument dafür, deine Seite so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen, aber es gibt auch eine unternehmerisches Argument. Schließlich können deine Chancen auf einen erfolgreichen Verkauf nur steigen, wenn du ein breiteres Publikum ansprichst.

Illustration einer Frau, die an einem Computer arbeitet
Laufweite, Kontrast, visueller Fokus und Farbe zählen zu den wichtigsten Faktoren eines barrierefreien Designs. Illustration von OrangeCrush

Selbst wenn du momentan nicht gesetzlich verpflichtet bist, deine Seite barrierefrei zu gestalten, werden es in nicht allzu ferner Zukunft die Branchenstandards erfordern. Eine nicht barrierefrei gestaltete Website nachträglich barrierefrei zu gestalten, ist oftmals ein kosten- und zeitintensives Unterfangen.

Denke also darüber nach, wie du Texte, Bilder und Töne in deinen Webdesigns nutzt, bevor du sie erstellst. Füge deinen Bildern Alt-Texte hinzu, nutze Audiobeschreibungen und achte bei Texten auf eine gute Laufweite sowie eine serifenlose und gut lesbare Schrift. Wenn dein Webdesign Videos enthält, gib den Besuchenden die Möglichkeit, diese selbst zu starten, statt sie automatisch abzuspielen, und recherchiere, welche User Experience du kreieren willst.

Wenn beim Designen die Barrierefreiheit im Vordergrund steht, führt dies zu innovativeren, kreativeren und klüger designten Webseiten. Du hast die Freiheit, mit Trends zu experimentieren, kannst aber sicherstellen, dass diese sinnvoll in dein Design integriert sind. Gutes Design sollte niemals deine Präsenz schmälern, doch wenn deine Website einigen Menschen nicht zugänglich ist, passiert genau das.

Bauwebsite mit rot-weißem Farbschema
Diese Website nutzt serifenlose Schrift, Laufweite und gegensätzliche Farben, um eine gute Lesbarkeit zu erzeugen. Von dandyvasanth

6. Nicht für Mobilgeräte designen

Der letzte Webdesign-Fehler auf unserer Liste ist einer, der noch immer von der Mehrheit der Unternehmen gemacht wird, die zum ersten Mal eine Website designen. Genau so, wie viele denken, dass Webdesign „am Computer“ stattfindet, denken immer noch viele Menschen, dass mobiles Browsen eine „Alternative“ zum Browsen auf einem Desktop ist. Das stimmt schlicht nicht mehr. Tatsächlich ist mobiles Browsen mittlerweile für den Großteil des Internetverkehrs verantwortlich und daher erstellen viele Designer:innen zuerst eine mobile Seite, bevor sie die Desktop-Seite erstellen.

Dies nennt man „Mobile-First-Strategie“ und ist mittlerweile selbst bei großen Unternehmen ein sehr beliebter Ansatz. Zuerst für den Desktop zu designen kann ein Fehler sein, da du riskierst, dass deine Website zu. überfrachtet oder langsam ist, sodass sie auf Mobilgeräten nicht besonders nutzerfreundlich ist. Designe deine Website stattdessen zuerst für Mobilgeräte und entwickle dann eine Desktop-Version der Seite.

Illustration von zwei Personen, die ihre Mobiltelefone verwenden
Dein Webdesign zuerst für Mobilgeräte zu entwickeln, macht alle glücklicher. Illustration von OrangeCrush

Die Gründe dafür, deine Seite zuerst für Mobilgeräte zu entwickeln, liegen auf der Hand. Laut dem Londoner Webentwickler Alexander Williams von Hosting Data sollte die Steigerung der Conversions dein oberstes Ziel beim Designen einer Website sein, und in einer Welt, in der die Mehrheit der Besucher ein Smartphone nutzt, müssen sie in der Lage sein, Produkte direkt von ihrem Telefon aus kaufen zu können.

Dasselbe gilt selbstverständlich auch für Tablets, Smart Devices und so ziemlich jede Form internetfähiger Hardware. Dein Webdesign muss also über verschiedene Geräte erreichbar und responsiv genug sein, um sich automatisch an so viele Geräte wie möglich anpassen zu können. Wie wir bereits an anderer Stelle erwähnt haben, kann es schwierig sein, dies zu erreichen, da es viele Faktoren zu berücksichtigen gilt, vom Layout deiner Seiten bis hin zu den Größen deiner Bilder.

Landingpage für ein Kinderbuch zum Thema Monster
Diese außerirdische Website strotzt vor Persönlichkeit – und responsivem Design. Von set4net

Im Zweifelsfall…

… solltest du einen Profi engagieren. Auch wenn die hier aufgelisteten Webdesign-Fehler scheinbar simpel sind, können sie doch leicht passieren, wenn du neu im Webdesign bist. Selbst die großen Unternehmen machen es manchmal falsch. Die Zusammenarbeit mit Kreativschaffenden bietet deiner Marke die größtmögliche Chance.

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