Typeface und Font bedeuten Schriftart und sind beide dasselbe, richtig? Nicht wirklich. Obwohl beide Begriffe häufig synonym verwendet werden, gibt es einen Unterschied zwischen einer Typeface und einem Font. Und dieser Unterschied ist so fein, dass er manchmal verwirrend sein kann.

Typefaces und Fonts sind im Design und Branding so wichtig wie eh und je und ihre historischen Bedeutungen zu kennen sowie zu wissen, wie sie heutzutage genutzt werden, gibt dir die Möglichkeit zu sagen, was du von einem Design erwartest. In diesem Artikel werden wir uns ansehen, welche Unterschiede es zwischen Typeface und Font gibt und was diese Begriffe bedeuten, damit du sie richtig nutzen kannst und wie ein echter Profi aussiehst!

illustration: Typeface vs. font
Illustration von OrangeCrush

Typeface vs. Font – Was ist der Unterschied?

Während der Begriff Typeface eine Reihe von Designmerkmalen von Buchstaben und anderen Zeichen beschreibt, beschreibt der Begriff Font die unterschiedlichen Stärken und Größen einer Typeface. Eine Font-Familie ist eine Gruppe verwandter Fonts.

An dieser Stelle kann es ein wenig komplizierter werden. Daher schauen wir uns an, was die Begriffe genau bedeuten.

Was ist eine Typeface?

Eine Typeface ist eine Reihe von Designmerkmalen von Buchstaben und anderen Zeichen, zum Beispiel das Vorhandensein oder Fehlen von Serifen, die Stärke und Balance der Buchstaben, die Laufweite und der Höhenunterschied zwischen Groß- und Kleinbuchstaben.

Typefaces werden nach ihrem Stil kategorisiert. Zu einigen der häufigsten Typefaces gehören:

Serifen-Typeface

Serifen-Typefaces sind, wie der Name bereits andeutet, Typefaces mit Serifen. Serifen-Typefaces und Fonts fühlen sich elegant und klassisch an.

Dies ist eine Serifenschrift mit blau eingekreisten Serifen
Via Post Press

Garamond ist ein bekanntes Beispiel für eine Serifen-Typeface.

Garamond-Schriftart
Via Wikimedia Commons

Bodoni und Didot sind zwei weitere.

Bodoni schrift
Via Font Mirror
Didot-Schrift- und Schriftartvariationen vor einem hellbraunen Hintergrund mit Farbverlauf
Via Free Fonts Vault

Viele Serifen-Typefaces haben eine lange Geschichte, die Jahrhunderte zurückgeht. Eine der ältesten Typefaces der westlichen Welt, Roman, wurde 1470 von Nicolas Jensen entwickelt, um gedruckten Text leichter lesbar zu machen, da bis zum damaligen Zeitpunkt in Europa gedruckte Bücher eine gebrochene Schriftart verwendeten, die auf der Handschrift aus Büchern basierte.

Blackletter print and illustrations on a page
Blackletter-Typeface, basierend auf der Kalligraphie, mit der im Mittelalter Bücher von Hand kopiert wurden. Via Toptal.com
Renaissance-era text in Roman typeface
Jensons römische Typeface. Via Toptal.com

Serifenlose Typefaces

Serifenlose Typefaces haben im Gegensatz zu Serifen-Typefaces keine Serifen. Sie vermitteln eine gelassenere, informellere Atmosphäre.

Helvetica ist eine bekannte, serifenlose Typeface. Verdana und Futura zählen ebenfalls dazu.

Verdana Schrift
Via Wikimedia Commons
rot-schwarz-weißer Kasten mit Variationen von Futura
Via downloadfonts.io

Dekorative Typefaces

Dekorative Typefaces sind spaßige, auffällige Typefaces, die sich ein bisschen mehr nach einer Nische anfühlen als normale Typefaces mit und ohne Serifen.

schwarz-weiß verzierte Blattschrift
T-Shirt Design von Black Arts 888

Outlaw und Morris Troy sind zwei bekannte dekorative Typefaces.

black and white Outlaw font
Outlaw. Via FFonts.net

Diese Typefaces eignen sich weniger gut für Fließtext. Nicht nur, weil sie ablenken können, sondern auch, weil sie schwer zu lesen sein können. Dies gilt besonders, wenn sie kleiner sind. Ein Font in einer dekorativen Typeface kann sich zwar hervorragend für eine Überschrift oder ein Außenschild eignen, um Aufmerksamkeit zu erregen, allerdings abschreckend wirken, wenn du ihn in einer Speisekarte oder Broschüre verwendest.

Schwarz-Weiß-Modell mit einer dekorativen Schriftart im Vintage-Stil
Logodesign von C1k

Script Typefaces

Script Typefaces sind Typefaces, die aussehen wie Schreibschrift. Wenn du kommunizieren möchtest, dass deine Marke handwerklich und persönlich ist, kann sich eine Script Typeface wunderbar dafür eignen.

fetter weißer Skripttext vor schwarzem Hintergrund
Logodesign von green in blue

Script Typefaces können schlicht oder verziert sein. Zu den beliebten Script Typefaces gehören Kuenstler Script, Kauffmann und Brush Script.

Genau wie dekorative Typefaces können auch Script Typefaces in kleinen Größen schwer lesbar sein. Behalte dir diese für dein Logo, deine Überschriften oder deine Schilder vor und wenn du viel Text hast, überlasse einer Serifenschrift oder serifenlosen Schrift die Arbeit.

Textlogo über einem Pfeil mit einer Weltkugel darauf
Achte darauf, wie der Markenname mit einer Script-Schrift hervorgehoben wird, wohingegen der Rest des Logos in einer schlichteren, serifenlosen Schrift gehalten ist. Logodesign von : : scott : :

Was ist ein Font?

Der Begriff Font beschreibt die unterschiedlichen Stärken und Größen einer Typeface. Wenn also eine Typeface normal, fett, kursiv, schmal oder sonst wie verändert ist, nennt man das Font.

variationen der Times New Roman
Via StackExchange

Hier ist ein einfacher Weg, um den Unterschied zwischen Typeface und Font zu sehen: Öffne Google Docs und gehe mit dem Mauszeiger auf das Auswahlmenü der Schriftart. Siehst du den kleinen Pfeil auf der rechten Seite bei manchen Schriftarten? Gehe mit dem Mauszeiger auf diesen Pfeil und dir werden verschiedene Optionen wie „Leicht“, „Mittel“ und „Fett“ angezeigt.

Die Hauptoptionen sind Typefaces. Die Unteroptionen sind Fonts.

Font-Familien

Eine Font-Familie ist eine Gruppe verwandter Fonts. Garamond ist beispielsweise eine Typeface mit eigenen Designmerkmalen für Buchstaben und andere Zeichen. Diese Typeface hat viele Fonts. Der Font kann kursiv sein oder fett und in Schriftgröße 14 oder 16. Dies Sammlung all dieser Fonts nennt man Font-Familie.

Typeface und Font: Eine sehr, sehr kurze Geschichte

Warum aber wird nun zwischen Typeface und Font unterschieden?

Es geht zurück auf die Zeit, in der Texte noch von Hand mit beweglichen Lettern gedruckt wurden. Es wurden verschiedene Zeichensätze entwickelt, von denen jeder sein eigenes, unverwechselbares Aussehen hatte, und diese Zeichensätze nannte man Typen. Jede Variation einer Type wie schmal oder fett hatte ihr eigenes Fach. Diese Variationen kennen wir heute als Fonts.

Schwarz-Weiß-Darstellung eines kalifornischen Setzkastens
Via R Hollis

Über Typeface und Font hinaus

Sobald du dich mit jemandem über Texte und Design unterhältst und mit deinem neuen Wissen zu Typeface und Font glänzt, wirst du wahrscheinlich auf den Begriff Typografie stoßen.

Was ist Typografie?

Typografie ist die Art und Weise, wie Text innerhalb eines Designs angeordnet wird. Bei der Typografie geht es darum, herauszufinden, wie man einen Text auf ansehnliche Weise in ein Design einbringt, ohne seine Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Bei der Typografie designt man nicht die eigentlichen Buchstaben, sondern arbeitet mit bestehenden Typefaces und Fonts.

Um ein textbasiertes Design mithilfe von Typografie zu gestalten, wählt der Designer oder die Designerin den richtigen Font in einer Größe, die zum Design passt, und nimmt dann Anpassungen wie die Laufweite zwischen den Buchstaben und das Größenverhältnis zwischen Groß- und Kleinbuchstaben vor.

Black, white and red book cover with prominent text
Buchcoverdesign von Mila.
illustration of an upset cartoon cat with text
T-Shirt-Design von YeiM

Warum spielt das eine Rolle? Wisse, was du meinst, meine, was du sagst

Illustration einer runden Glühbirne mit Bleistift für die Spitze und Blätter mit Text
Illustration von foggyboxes

Viele Menschen sagen „Font“, obwohl sie „Typeface“ meinen. Und sehr viele Menschen sagen „Typeface“, wenn sie „Font“ meinen.

Wenn du anhand des Kontextes verstehst, worüber die Person redet, spielt es dann wirklich eine Rolle, welches Wort sie benutzt? Und spielt es eine Rolle, welches Wort du benutzt, oder wäre es nicht einfach nur pedantisch, sich an die Definition des Wörterbuchs zu halten?

Wir finden, dass es in keiner Wiese pedantisch ist. Tatsächlich glauben wir, dass es notwendig ist, selbst in unserer heutigen Welt, in der die meisten Dinge, wenn nicht gar alle, am Computer geschrieben werden.

Wenn du einem Designer oder einer Designerin genau sagen kannst, dass du eine bestimmte Typeface nutzen möchtest, vermittelst du den allgemeinen Stil, den du dir wünschst, aber lässt ihnen Raum für Kreativität und die Möglichkeit, den perfekten Font für dein Projekt zu finden. Wenn du ihnen im Gegensatz dazu sagst, dass du einen bestimmten Font möchtest, machst du unmissverständlich klar, welche Vorstellung du hast – und wenn du eine genaue Vorstellung von deinem fertigen Projekt hast, benötigst du dazu das richtige Vokabular, um dies auszudrücken.

Bist du auf der Suche nach jemandem, der mit den richtigen Typefaces und Fonts dein Projekt zum Leben erwecken und deine Marke zum Ausdruck bringen kann? Dann schau dir unsere Design-Community an, um jemanden zu finden, der perfekt zu deiner Marke passt!

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