Mockups sind kreative, oftmals fotorealistische Präsentationen, die einen Ausblick darauf geben, wie ein Design in der Realität aussehen oder funktionieren könnte. Wenn du also eine dieser 4 Techniken zur Erstellung eines Mockups umsetzt, ermöglichst du einen Blick in die Zukunft: ein Logodesign auf einem Beutel, der von Käufern getragen wird, eine App, in der von einer unsichtbaren Hand gescrollt wird, oder sogar eine vollständig gebrandete Ladenfront. Um dabei überzeugend zu sein, musst du wissen, wie man Mockups erstellt, die professionell aussehen. In diesem Artikel verraten wir dir, wie das geht.

Auch wenn sie aus Bildern bestehen, sind Design-Mockups am wirkungsvollsten, wenn sie eine Story erzählen. Die Sorgfalt und Details, die in dieser Story stecken, bestimmen darüber, ob die Leute sie fesselnd oder einschläfernd finden.

Ein Raster von Bildern mit verschiedenen Mockup-Vorlagen
Da Mockups ein wirkungsvolles Präsentationswerkzeug sind, werden wir uns die 4 besten Techniken anschauen, um ein professionelles Mockup zu erstellen.

Es gibt zwei Elemente, die eine Mockup-Technik erfolgreich machen: ein kreatives Szenario und die realistische Einbindung des Designs. Wir haben zum ersten Thema bereits Tipps gegeben, die sich auf die Ausarbeitung eines Mockup-Konzepts und die Wahl der richtigen Bilder zum Erzählen einer Geschichte konzentrieren. In diesem Artikel schauen wir uns nun die technischen Aspekte dazu an, wie du mit den 4 gebräuchlichsten Mockup-Techniken ein Mockup für dein Design erstellst.

Hier sind die 4 besten Wege, ein Mockup zu erstellen:

  1. Erstelle ein individuelles Mockup von Grund auf
  2. Erstelle wiederverwendbare Mockup-Vorlagen
  3. Nutze einen Mockup Generator
  4. Nutze ein Software-Plugin zum Erstellen eines Mockups

1. Erstelle ein individuelles Mockup von Grund auf

Ein individuelles Mockup ist eines, das speziell auf dein Design zugeschnitten ist. Wenn du einzigartige Mockups erstellen möchtest, ist dies die Technik, die wir empfehlen, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Angesichts der Tatsache, dass der Zweck eines Mockups die Präsentation ist, die letzten Endes überzeugen soll (also das Designkonzept verkaufen soll), macht es Sinn, dass das überzeugendste Mockup das ist, das auf einen bestimmten Kunden zugeschnitten ist.

Logodesign und Mockup für eine Getränkemarke
Ein individuelles Mockup zeigt auf kreative Weise, wie ein Design in einem zukünftigen, bestimmten Kontext aussehen würde. Design von Logo Dish

Aber natürlich ist es nicht gerade praktisch, für jedes Projekt jedes Mal Mockups von Grund auf zu erstellen. Dafür, dass man es im Grunde nur ein Mal nutzt, ist es ganz schön aufwendig. Es ist auch nur nützlich, wenn das Mockup-Konzept äußerst originell ist – es macht keinen Sinn, sich den ganzen Stress anzutun, wenn das Ergebnis sich nicht von einer Vorlage unterscheiden lässt. Letzten Endes liegt es an dir, ob dir das Projekt oder der Kunde wichtig genug ist, um dir die zusätzliche Mühe zu machen, ein Mockup zu erstellen, das einzigartig ist.

Logodesign und Mockup-Präsentation für eine Technologiemarke
Zusätzlich zu einer bestimmten Szene sind in Sevarikas die Markenfarben zu sehen, um für eine eindrucksvolle Präsentation zu sorgen.

Für ein wirklich individuelle Mockup benötigst du eigene Fotos und keine Stockfotos. Dadurch kannst du eine Mockup-Szene kreieren, die deiner Designvision sehr viel näher ist, wohingegen Stockfotos eher für allgemeine Umgebungen und Szenen sind. Wenn du das nötige Equipment, die Erfahrung und die Zeit hast, kannst du die Fotos selbst machen. In diesem Fall solltest du dir die Szene vorher überlegen oder sie skizzieren – ähnlich wie man ein Storyboard für einen Film erstellt.

Du kannst auch einen professionellen Fotografen engagieren, aber das sind natürlich Ausgaben, die nicht für jeden Designer machbar sind, sondern eher für eine Designagentur, die mit großen Kunden arbeitet. Eine tolle Alternative sind Fotos, die dem Kunden gehören: Top Level Designer goopanic wendet sein Branding für Academia de Artes beispielsweise auf tatsächliche Fotos der Uni und ihrer Studenten an. Selbst wenn diese Fotos nicht so eine gute Qualität haben wie professionelle Stockfotos, vermitteln sie dem Kunden ein authentischeres Bild davon, wie ihr Design am Ende aussehen wird.

Logodesign und Mockup-Präsentation für eine Kunstschule
Von goopanic

Sobald du die Fotos hast, wirst du ein Bildbearbeitungsprogramm benötigen, um dein Design in die Bilder zu integrieren. Die am häufigsten genutzte Software dafür ist Adobe Photoshop, aber Affinity Photo und Gimp sind zuverlässige Alternativen. Diese Programme bieten eine Reihe von Tools und Tutorials, um realistische Ergebnisse zu erzielen und diese sind im Wesentlichen:

  • Transformieren-Werkzeuge, um das Design an ein Bild anzupassen
  • Füllmodi, um Texturen aus dem Originalfoto einzufügen
  • Einstellungsebenen, für Belichtung, Farbe und Kontrast

Wenn du eigene Animationen einbringen möchtest, nutze eine Animationssoftware wie After Effects: Du kannst zum Beispiel Ebenenmasken verwenden, um Scroll-Animationen für Apps auf einem Bild eines Telefons zu erstellen.

Benötigte Tools

  • Bilder und/oder Fotoequipment
  • Bildbearbeitungsprogramm (Photoshop, Serif Photo, Gimp)
  • Optional Animationssoftware (Adobe After Effects)

Kosten

  • Mittel bis hoch

Vorteile

  • Das Ergebnis sind Mockups, die näher an der Vorstellung des Designers sind
  • Eigene Bilder; keine Wasserzeichen und es müssen keine Lizenzen erworben werden

Nachteile

  • Teuer und hoher Aufwand; erfordert fortgeschrittene Programmkenntnisse
  • Ineffizient und zeitaufwendig

2. Erstelle wiederverwendbare Mockup-Vorlagen

Individuelle Mockup-Vorlagen sind Mockups, die Designer selbst erstellen, aber so allgemein gehalten sind, dass sie für mehrere Projekte verwendet werden können. Wie wir bereits im vorherigen Abschnitt erläutert haben, kann es unpraktisch und kostspielig sein, für jedes Projekt ein individuelles Mockup zu erstellen. Diese Technik aber ermöglicht es dem Designer, günstige Mockups zu erstellen, die sowohl selbstgemacht als auch wiederverwendbar sind.

Auf diese Weise können Designer auch ihre eigene persönliche Marke oder den für sie typischen Stil in ihre Präsentationen einbringen.

App-Design-Mockup, das eine Person in einem Café mit einem iPhone zeigt
Die Hintergrundszene dieses Mockups ist individuell, aber gleichzeitig beliebig genug, um für verschiedene App-Designs genutzt werden zu können. Design von googa

Der Ablauf beim Erstellen einer Mockup-Vorlage ist im Grunde derselbe wie beim Erstellen eines individuellen Mockups: Du benötigst ebenfalls Fotos und musst ein Bildbearbeitungsprogramm nutzen, um das Design einzuarbeiten. Ein Unterschied liegt in den Fotos, die du für dein Mockup verwendest: Sie müssen unspezifisch genug sein, sodass sie für mehrere Kunden funktionieren – statt beispielsweise bestimmte Szene zu nutzen, konzentrieren sich die Mockup-Hintergründe von Top Level Designerin Daria V. auf illustrierte Akzente, die für jedes Projekt verändert werden können.

Es kann auch hilfreich sein, Kunden in Gruppen einzuteilen, beispielsweise nach Branche (du könntest eine Mockup-Vorlage für all deine Kunden haben, die ein Restaurant besitzen, eine Vorlage für alle Einzelhändler etc.). Dies macht es leichter, Bilder auszuwählen, die in verschiedenen Zusammenhängen funktionieren.

Manche Designer erstellen für physische Produkte Produkt-Renderings mithilfe einer 3D-Software wie Adobe Dimension. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass du sich drehende, animierte Mockups erstellen kannst.

Animiertes rotierendes 3D-Modell eines Kartonverpackungsdesigns
Von Mahmoud Shahin

Um deine Mockup-Vorlage in Photoshop zu erstellen, musst du im Grunde das Dokument so vorbereiten, dass das Design für zukünftige Projekte problemlos ausgetauscht werden kann. Photoshop bietet zu diesem Zweck zwei nützliche Tools:

Photoshop Smartobjekte:

Ein Smartobjekt ist im Wesentlichen ein Container, der ein Bild in einem dazugehörigen Dokument speichert, wodurch du Änderungen innerhalb deiner größeren Komposition an ihm vornehmen kannst, ohne dass dies Auswirkungen auf das Originalbild hat. Wenn du das Bild im Smartobjekt ersetzt, wird deine Kompositionen mit all deinen Änderungen aktualisiert.

Bei einem Mockup musst du also nur deine Designebene zu Beginn des Projekts in ein Smartobjekt umwandeln (gehe zu Ebene > Smarktobjekte > In Smartobjekt konvertieren). Danach kannst du einfach das Design innerhalb des Smartobjekts ersetzen, wenn du ein Mockup benötigst.

Photoshop Aktionen:

Aktionen zeichnet alle Änderungen auf, die du in einem Photoshop-Dokument vornimmst, damit du diese mit nur einem Knopfdruck wiederholen kannst, und erspart dir so redundante Schritte. Bei einem Mockup könntest du also eine Aktion nutzen, um alle Transformationen und Effekte aufzuzeichnen, die du auf ein Design anwendest, damit dieses zum Bild passt, und dieselben Änderungen in Zukunft einfach per Knopfdruck auf ein anderes Design anwenden.

Logo design and gold foil business card mockup
Design von ultrastjarna
Logo design and gold foil business card mockup
Design von ultrastjarna

Benötigte Tools

  • Bilder und/oder Fotoequipment
  • Bildbearbeitungsprogramm (Photoshop, Serif Photo, Gimp)
  • Optional 3D-Software, um Produkt-Renderings zu erstellen

Kosten

  • Mittel

Vorteile

  • Da sie mehrfach genutzt werden können, lohnt sich der Aufwand, individuelle Mockups zu erstellen
  • Eigene Bilder; keine Wasserzeichen und es müssen keine Lizenzen erworben werden

Nachteile

  • Erfordert fortgeschrittene Programmkenntnisse
  • Es kann unnötiger Aufwand sein, wenn die Ergebnisse sich nicht genug von einer Vorlage eines Drittanbieters unterscheiden

3. Nutze einen Mockup Generator

Ein Mockup-Generator ist ein Onlinedienst, der Stockfotos und KI-Software nutzt, um ein Mockup automatisch mithilfe einer Vorlage zu erstellen. In der Regel muss der Designer nur sein Design hochladen und die Software kümmert sich um alles Technische.

Screenshot der Homepage des Placeit-Design-Mockup-Generators
via Placeit

Diese Technik ist bei Weitem die günstigste und einfachste Lösung, hat aber auch ihre Nachteile. Die resultierenden Mockups sind wenig originell und da viele Designer denselben Service nutzen, sieht man auf Portfolio-Seiten immer wieder die exakt gleichen Mockups. Gleichzeitig kann diese Technik im Notfall hilfreich sein und sofern der Kunde kein Verfechter von Design-Mockups ist, wird er vermutlich kein Problem damit haben.

Bei der Auswahl eines Dienstes musst du auf folgende Dinge achten: Preis, Qualität und Relevanz. Viele Mockup Generatoren sind kostenlos, aber du solltest auf versteckte Nachteile wie Wasserzeichen oder eine begrenzte Anzahl an Vorlagen achten. Ansonsten basieren die Preise in der Regel auf einem Abo-Modell und die meisten Dienste, die ich mir angesehen habe, kosten zwischen 10 bis 20 € pro Monat.

Erstellung von generischen Corporate Design Mockups
Schau dir Mockups anderer Designer an, um sicherzustellen, dass du am Ende kein Mockup hast, das aussieht wie jedes andere.

Qualität kann vom persönlichen Geschmack abhängen, aber du solltest dir Mockups anderer Designer und Wettbewerber ansehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was clever und was gewöhnlich aussieht. Du kannst auch Dienste wie Trustpilot nutzen, um Nutzerbewertungen zu finden, die dir verraten, wie gut ein Dienst funktioniert und wie die tatsächlichen Ergebnisse aussehen.

Screenshot der Homepage des Artboard Studio-Design-Mockup-Generators
via Artboard Studio
Screenshot der Homepage des Smartmockups-Design-Mockup-Generators
via Smartmockups

Einige dieser Seiten spezialisieren sich auf bestimmte Arten von Mockups. Du wirst eine wählen müssen, die zu deinen Projekten passt, besonders wenn du ein Abo kaufst. Artboard Studio und Mockup Mark sind beispielsweise auf Mockups für Print und Kleidung spezialisiert. Dienste wie AppMockUp und Mockuuups Studio spezialisieren sich auf Mockups für digitales Design. Smartmockups, renderforest und Placeit bieten hingegen Mockup-Vorlagen für sowohl Print als auch Digital.

Benötigte Tools

  • Zuverlässige Internetverbindung
  • Optional eine Mitgliedschaft bei einer Mockup-Seite

Kosten

  • Kostenlos bis gering

Vorteile

  • Schnell und mit wenig Aufwand verbunden; keine Programmkenntnisse nötig
  • Die Qualität kann manchmal nah an einem individuell erstelltem Mockup sein

Nachteile

  • Die Mockups sehen beliebig aus und ähneln vielen anderen Designs im Internet
  • Das Abo-Modell ist nur nützlich, wenn mehrere Mockups benötigt werden

4. Nutze ein Mockup-Plugin

Mockup-Plugins sind Drittanbieterintegrationen, die sich mit deinem Designprogramm verbinden, um Mockups zu erstellen. Diese Anwendung ermöglichen es Designern, mit ein und demselben Programm Designs und Mockups zu erstellen. Sie haben zusätzlich den Vorteil, dass der Designer die Tools des Programms nutzen kann, um Änderungen am Mockup vorzunehmen, nachdem dieses erstellt wurde.

Screenshot der Startseite des Mokup Frames-Design-Mockup-Plugins
via Mokup Frames

Sie bieten das beste aus beiden Welten: eine günstige und einfache Vorlage mit der Möglichkeit, diese zu personalisieren. Allerdings eignet sich diese Technik hauptsächlich für digitale Designs, da die meisten Plugins auf Programme zur Erstellung von Prototypen abzielen, beispielsweise Sketch, Figma und Adobe XD.

Screenshot der Startseite des Angle Design Mockup-Plugins
via Angle
Screenshot der Homepage des Rotato-Design-Mockup-Plugins
via Rotato

Es gibt ein paar beliebte Dienste, die Plugins zum Download anbieten und dazu gehören Angle, Rotato und Mokup Frames. Da man diese Programme herunterladen kann, zahlt man in der Regel einmalig für sie. Ihr Preis ist meist höher als der für Mockup-Generator-Webseiten, aber auf lange Sicht sind sie günstiger, da du nicht für ein Abo bezahlst.

Um das Plugin in deinem Programm zu installieren, musst du der Anleitung der jeweiligen Seite folgen. Dann kannst du dein Design aus deinem Programm auf ein Mockup anwenden. Der Ablauf ist ähnlich wie bei einem Mockup Generator: Das Plugin wird dein Mockup automatisch erstellen und dann nutzt du die vorhandenen Tools, um es fertigzustellen.

Benötigte Tools

  • Designprogramm (Sketch, Figma, Adobe XD)
  • Plugin-Lizenz und Download

Kosten

  • Niedrig

Vorteile

  • Schnell und einfach; wenig Programmkenntnisse erforderlich
  • Mockups werden als Teil des Designprozesses innerhalb des Designprogramms erstellt

Nachteile

  • Die Mockups sehen beliebig aus und ähneln vielen anderen Designs im Internet
  • Mockups unterscheiden sich nicht groß von denen, die online mit einem Mockup Generator erstellt werden

Zeit, ein Mockup zu erstellen, das auffällt!

Design-Mockups sind unglaublich wirkungsvolle Tools zur Präsentation, die nicht nur eine Designidee verkaufen – sie bieten dem Betrachter einen Blick in eine Zukunft, in der das Design bereits existiert. Wenn sie gut gemacht werden, wird der Kunde geradezu gezwungen sein, diese Zukunft Realität werden zu lassen.

Wie in diesem Artikel deutlich wird, gibt es viele Techniken, um Mockups zu erstellen und jede hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Aber egal wie du deine Mockups erstellst, die Ergebnisse hängen letzten Endes vom Designer ab und davon, wie viel Mühe er sich dabei gibt, ein lebensechtes Mockup zu erstellen.

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Dieser Artikel wurde ursprünglich von Rebecca Creger verfasst und 2013 veröffentlicht. Er wurde um neue Beispiele und Informationen ergänzt.