Denke an die Anzahl an Bilder, die wir jeden Tag sehen – auf unseren Facebook-Seiten und Twitter-Timelines, auf Webseiten, die wir besuchen, und in Apps, die wir auf unseren Telefonen benutzen. Obwohl Werbetafeln und Print-Werbung beweisen, dass Bilder schon immer einen Platz im Marketing hatten, lässt es sich nicht abstreiten, dass sie heutzutage aufgrund der sozialen Medien eine noch wesentlich größere Rolle spielen. Wenn sie richtig verwendet werden, können sie die Bindung zwischen einem Kunden – oder einem potenziellen Kunden – und deiner Marke vertiefen. Lies weiter, um mehr darüber zu erfahren, wie man die richtige Bildsprache erzeugt, damit dein Content in den Köpfen der Kunden bleibt, die bei dir vorbeischauen.

Wie unterscheidet sich Markenbildsprache von einem Logo?

Ein Logo ist ein Zeichen oder Symbol und der wichtigste erste Schritt, um eine Marke aufzubauen. Es ist ein Emblem, anhand dessen man ein Unternehmen problemlos am Briefkopf, der Beschilderung, online und sogar dem verkauften Produkt erkennen kann. Es ist nach Maß gefertigt und muss absolut einzigartig sein, um einfach und schnell erkannt zu werden.

twitter header design
Triptychons gut gebrandete Bilder für Frauenkleidung mit Community-Bildern. Von vectro.

Markenbildsprache auf der anderen Seite bezeichnet, wie du die Ästhetik deiner Marke bildest. Diese Bilder können in einer Vielzahl von Formen auftauchen, von Werbetafeln über Instagram, Webseiten bis hin zu Werbeanzeigen. Ob modern oder traditionell, simpel oder komplex, sauber oder ausgefallen, diese Bilder sind mehr als einfache Anschauungsmaterialien. Sie vermitteln dem Betrachter eine Emotion (bekannt als „Brand Feelings“). Dies geschieht oft auf einer nicht greifbaren Ebene, wodurch Vertrauen und Selbstvertrauen im Laufe der Zeit und bei wiederholter Darstellung aufgebaut werden.

Einfacher gesagt: Betrachte die Bildsprache einer Marke als Gelegenheit, mit deinen potenziellen Kunden zu kommunizieren. Zeige ihnen, wer du bist, weshalb sie dir vertrauen sollten und wie, wenn sie sich für dein Produkt entscheiden, du ihr Leben besser oder einfacher machst.

Wie erzeugst du die beste Bildsprache für dein Unternehmen?

Denke an deine perfekte Kundin: Was ist ihr wichtig? Wie sieht ihr Tag aus? Wenn du dir diese Person vorstellen kannst und das, was sie will, kannst du einfacher Bilder finden, auf die deine Zielgruppe reagiert. Verstehe und erkenne deine Wettbewerber und arbeite daran, dich von ihnen zu unterscheiden.

via Mercedes
via Dodge

Mercedes und Dodge zum Beispiel versuchen zwar beide, dasselbe Produkt zu verkaufen, wollen aber unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. In Anzeigen von Mercedes sind die Autos meist Silber und zeigen eine urbane Umgebung mit sauberen Serifenschriften. Die Farbe und Szenerie erinnern an Luxus, Selbstvertrauen und Technologie. Dodge entscheidet sich für rote Autos und die Autos befinden sich oftmals auf einer Rennstrecke. Zusätzlich verwenden sie auffällige serifenlose Schriftarten, um die Vorstellung zu verkaufen, ihre Autos wären schnell, leistungsstark und solide.

Wie schaffen es diese Unternehmen, dass dieselben Produkte (Autos) so unterschiedliche Zielgruppen ansprechen?

Kurz gesagt: Design.

facebook cover design
Modernes Facebook-Cover für ein Sneaker-Unternehmen. Via Feel Designs.

Es ist äußerst wichtig, sorgfältig darüber nachzudenken, wie Farbe, Komposition, Typografie, Inhalt und Stil zusammenarbeiten, um verschiedene Stimmungen zu erzeugen. Lerne die Grundlagen der Farblehre und Typografie, um zu verstehen, welche Botschaft deine Bilder vermitteln. Dunkle Farben und schwere Schriftarten vermitteln zum Beispiel Ernsthaftigkeit; blasse, neutrale Farbpaletten können für eine moderne oder sogar futuristische Atmosphäre sorgen.

Wenn du deine Zielgruppe kennst, kannst du die Designelemente wählen, auf die du dich konzentrieren musst. Zielgruppen sind keine Einheitsgröße: Deiner Zielgruppe gefällt vielleicht dein Logo auf einem sauberen Hintergrund mit ein paar unterstützenden Bildern, während andere vielleicht nur auf trendige, animierte GIFs stehen, die sie zum Lachen bringen. Du musst eventuell sogar ein paar Tests durchführen, um zu sehen, was wirkt. Versuche zwei oder drei verschiedene Stile und poste Bilder auf deinem Instagram-Account. Schaue dann, welches das meiste Engagement erreicht.

gopro's instagram screenshot
GoPros Markenbildsprache auf Instagram

Sobald du herausgefunden hast, was funktioniert, bleibe dabei. Obwohl du nicht möchtest, dass deine Bilder ausdruckslos sind, sollten sie einander ähneln – ob du nun die Farbpalette, Typografie oder den Stil wählst. GoPro hat erfolgreich eine Followerschaft aufgebaut, indem sie Bilder von glücklichen, aktiven Menschen verwenden, die ihre wilden Abenteuer filmen. Die Bilder und Videos sind unterschiedlich, aber werden durch etwas Größeres miteinander verbunden: die GoPro-Kameras, die das Filmmaterial einfangen. Auf diese Art verkaufen sie ihre Marke (aktiv, spaßig, abenteuerlustig), während sie gleichzeitig konsequent bei ihrem gewählten Stil bleiben.

Nutze immer interessante Perspektiven, die den Blick eines beschäftigten Kunden auf sich ziehen, während sie durch ihren Feed scrollen. Dein Produkt an einem überraschenden Ort; ein helles Wandbild, das an eine aufregende Umgebung erinnert; eine einzigartige Person, die das Aussehen deines gewünschten Kunden widerspiegelt. Dadurch ist es möglich, deinen Feed lebendig zu gestalten und nicht so wirken zu lassen, als wäre er nur zu Werbezwecken da.

Muss es Fotografie sein?

Auffällige Illustration via Fast Task.
Kreativ skizzierte Landingpage für app. Via Bathi.

Obwohl Fotografien die häufigsten Markenbilder sind, haben viele moderne Unternehmen ihr Branding um Illustration herum entwickelt. Da Loyalität nur aus Authentizität entsteht, würde jeder wohl lieber eine überraschende Illustration sehen statt ein langweiliges Stock-Foto.

bird graphic
Hinreißende Illustration für einen Artikel über Flugangst via Headspace.com

Die Meditations-App Headspace hat einen sehr erfolgreichen Blog namens The Orange Dot gestartet, auf dem es Inhalte über körperliche und geistige Gesundheit gibt. Der ganze Blog ist verknüpft mit wunderschönen, charmanten Illustrationen und ansprechenden Farbtönen. Schnell, versuche an etwas zu denken, das sich schwerer vermarkten lässt als Meditation! Und doch gibt dir Headspace ein gutes Gefühl. Und dadurch willst du die App ausprobieren.

warby parker photograph and illustration
Hippe Mischung aus Handskizze und Fotografie via Warby Parker

Warby Parker nutzt Illustration zusammen mit hipper Fotografie, um eine Ästhetik zu kreieren, der das Knowhow widerspiegelt. Da ihre Produkte (Brillen) unweigerlich mit ein bisschen Streberhaftigkeit in Verbindung gebracht werden, haben sie sich entschieden, den lustigen Weg zu gehen.

Welches sind erfolgreiche Markenbilder?

Schuhe vor pflanzlichen Hintergründen via TOMS Facebook-Seite.
Patagonia bietet Outdoor-Inspiration…
…und bleibt seiner Mission treu. Via Patagonia’s Instagram

Erfolgreiche Branding-Bilder erzeugen eine innere Erzählung und außenliegende Gemeinschaft. Unternehmen mit Mission wie TOMS und Patagonia nutzen soziale Medien, um ihre Follower daran zu erinnern, dass sie mehr als nur eine Marke kaufen, wenn sie ihre Produkte erwerben. TOMS bleibt immer nah an der natürlichen Welt, indem sie durchweg sonnige Hintergründe gefüllt mit Blumen und Pflanzen für ihre sozialverträglichen Produkte verwenden. Patagonia verwendet wildere, umwerfende Schauplätze, um ihre naturverbundenen Fans zu inspirieren.

Ein Foto von einer Fabrikangestellten von Everlane via Everlane Facebook-Seite.
Ein Foto von Schauspielerin Rowan Blanchard via Everlanes Facebook-Seite.

Everlane geht seit Kurzem aufgrund seiner neuen, radikalen Transparenz bei Produktion und Marketing in der Welt der Frauenbekleidung durch die Decke. Ihr Design ist reizend und sauber und ihre Fotografien sind alle hell und gut beleuchtet. Sie haben regelmäßig Kampagnen wie „100% Human“ für LGTBQ-Rechte und #factoryfridays, die den Leuten zeigen, wer wirklich ihre Produkte in den weltweiten Fabriken anfertigt. Ihre Zielgruppe schätzt hochwertiges, durchdachtes Design und möchte genau wissen, woher die Produkte kommen.

Ein Foto von Glossiers Logo und Produkt im DIY-Stil. Via Glossiers Facebook-Seite.
Ein Bild von Glossiers beliebtesten Produkten. Via Everlanes Facebook-Seite.

Im selben Markt hat Glossier eine starke Make-Up-Marke basierend auf einem Stil, der „Un-Marketing“ genannt wird, geschaffen. Ihre Fotos zeigen eine Mischung aus hochwertiger Mode und DIY. Sie haben Fans dazu ermuntert, Bilder von ihren Make-Up-Regalen zu posten (genannt „Shelvies“). Kunden schreien danach, Fotos zu kreieren, die perfekt zur sorgsam entwickelten Ästhetik der Marke passen, und reißen sich um einen Repost durch das Unternehmen. Sowohl Glossier als auch Everlane haben erfolgreiche Unternehmen auf dem Fundament starker Markenbildsprache aufgebaut. Junge Leute mögen diese Bilder und folgen der Marke, weil sie ihre Ästhetik im Design und den Werten des Unternehmens sehen.

Markenbildsprache verschafft dir einen Ruf

Erfolgreiche Markenbilder können Kundenloyalität aufbauen, die darüber hinausgeht, dein Produkt oder deine Dienstleistung zu kaufen, weil der Preis stimmt oder sie dein Logo kennen. Sie kaufen es wegen der Werte dahinter. Wenn dir die Umwelt am Herzen liegt, wirst du eher eine Jacke von Patagonia kaufen; wenn du dich für ein Auto interessierst, das viele Jahre hält, kaufst du vielleicht einen Toyota. Dies sind langjährige Überzeugungen, die du von Menschen aller Altersgruppen, Märkte und Demografien hörst.

Erzeuge eine erfolgreiche Markenbildsprache und du wirst eine loyale Fanbase entwickeln, die sich selbst in der Marke sieht. Sobald dies passiert, werden aus einfachen Kunden Botschafter und Verfechter deines Produkts.

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