Bei Kreativität dreht sich alles um Zusammenarbeit. Es stimmt einfach: wenn Menschen zusammenarbeiten, entstehen wunderbare Dinge. Und genau das ist der Grund, weshalb Design-Feedback so wichtig ist. Du solltest dich mit der Fachsprache auskennen und versuchen, den besten Weg zu finden, um deinem Designer deine Vision zu vermitteln.

Das ist einfacher gesagt als getan? Jap. Es kann ziemlich schnell passieren, dass Ideen nicht richtig ankommen…

und das führt zu Frust bei dir und deinem Designer. Oh, und dein Design wird definitiv nicht so gut werden, wie es könnte.

Also, kümmern wir uns um das Problem.

Wir haben die sechs größten Tücken zusammengetragen – unsere „Feedback-Fails“ – die du vermeiden musst, damit dein Designer deine Vorstellung richtig verstehen kann und die Arbeit abliefert, die du brauchst.

Oh, und um dir zu zeigen, wie die Realität aussieht, unten findest du Illustrationen von ein paar Beispielen wie es nicht geht. Das ist 100-prozentig echtes Feedback, das unsere 99designer von ihren Kunden erhalten haben.

Feedback-Fail #1: Unklare Kommentare

„Die Bäume sehen zu amerikanisch aus“ von Mariangeldibujante

Der schlimmste Satz, den ein Designer zu hören bekommen kann: „Mach, dass es auffällt.“ Das bedeutet einfach rein gar nichts.

Ungenaues Design-Feedback gibt deinem Designer nicht genug Informationen, um das Design zu verbessern. Solche Kommentare beruhen oftmals auf Bauchgefühl.

„Ich mag es einfach nicht.“ Ok, warum nicht?

Das sieht eigenartig aus.“ Was bedeutet eigenartig?

„Mach es besser.“ Eine bestimmte Sache? Oder mehrere Sachen?

Ungenauigkeit führt dazu, dass der Designer während des Design-Prozesses unnötig viel raten muss. Und entgegen der allgemeinen Überzeugung, können Designer nicht deine Gedanken lesen. Ohne klare Anweisungen tappen Designer bezüglich deiner Vorstellung im Dunkeln und dein finales Design wird darunter leiden.

So gibst du besseres Design-Feedback

Sei spezifisch. Sei sehr, sehr spezifisch. Beschreibe genau, worum es dir geht. Geht es um die Farbe? Ist das Layout komisch? Ist die Schriftart ein wenig altbacken?

Statt „Mach, dass es auffällt“ könntest du sagen „Ich möchte, dass die Überschrift mehr heraussticht. Kannst du mir eine andere Schriftart oder andere Farboptionen zeigen?“ oder, wenn dir die Worte fehlen, nutze sehr deutliche visuelle Beispiele, die in die gewünschte Richtung gehen. Finde etwas, das für dich „auffällig“ ist und sage deinem Designer, was du daran magst.

Kurz gesagt, finde heraus, was genau dein Bauchgefühl auslöst und benutze deutliche Worte, um mit deinem Designer zusammenzuarbeiten und zusammen eine tolle Lösung zu finden.

Feedback-Fail #2: Unmögliche Wünsche

„Das Logo ist ein Blitz. Er soll realistisch aussehen. Aber auch minimalistisch. Und du solltest ihn nur erkennen können, wenn er dir offenbart wird. Nur die Eingeweihten sollten in der Lage sein, den Blitz zu sehen.“ von Marla Zebra

Wenn Designer dein Briefing lesen, besteht ihr einziges Ziel darin, deine kreative Vorstellung zum Leben zu erwecken. Aber das bedeutet auch, dass du vernünftig sein musst. Obwohl es sich bei Design um Kunst handelt, gibt es bestimmte Design-Regeln und nicht alles ist möglich.

Bestimmte Farben und Formen funktionieren einfach nicht zusammen. Manchmal passt nicht alles auf eine einzige Seite.

Und ein Blitz-Logo kann nicht gleichzeitig realistisch, minimalistisch und „verborgen“ aussehen. Das ist eine unmögliche Forderung.

Es ist kein Problem, deine Designer vor große Herausforderungen zu stellen. Das ist ihr Job. Aber manchmal kann selbst Design nicht jedes Problem lösen.

So gibst du besseres Design-Feedback

Stelle Fragen und höre zu. Tolle Designer werden Widerstand leisten, wenn deine kreative Vorstellung einfach nicht machbar ist oder sie der Meinung sind, eine bessere Lösung gefunden zu haben. Stelle ihnen viele ehrliche Fragen, aber vertraue darauf, dass sie den besten Ansatz zu deinem Projekt kennen. Wenn du etwas nicht verstehst, frage nach. Wenn ihr zusammenarbeitet, werdet ihr etwas schaffen, worauf ihr beide stolz sein könnt.

Feedback Fail #3: Verwirrende Anweisungen

„Kannst du dem Design etwas mehr Testosteron geben?“ von João Brito

Verwirrend zu sein ist genauso schlimm, wie unklar zu sein.

Große, beschreibende Worte sind großartig, um ein Briefing einzuleiten und kreative Inspiration zu geben. An dieser Stelle kannst du deine Designer dazu einladen, richtig einfallsreich zu sein.

Wenn du allerdings in der Feedback-Phase bist, solltest du sehr deutlich sein. An diesem Punkt bedeuten deine blumigen Worte für dich möglicherweise etwas anderes als für deinen Designer. Verwirrendes Feedback wie dieses wird zu einer endlosen Kette von Überarbeitungen führen, die bei dir in Frust und beim Designer in einem Burn-out resultieren.

So gibst du besseres Design-Feedback

Sag einfach was du meinst. Versuche, dein Feedback auf die einfachste, mögliche Art und Weise zusammenzufassen. Wenn dein Design beispielsweise „mehr Testosteron“ braucht, sage deinem Designer, was das tatsächlich für dich bedeutet.

Ist es „weniger Pink und mehr Blau“? Ist es „schärfere Linien und weniger Kurven“? Ist es „eine Bierdose, ein Pickup-Truck und eine rauchende Schrotflinte“?

Sei konkret oder dein Designer wird eine Entscheidung für dich treffen.

Feedback Fail #4: Unrealistische Erwartungen

„Wenn ich das Website-Design sehe, möchte ich den Drang haben, die Buttons abzulecken.“ von Inktrovert_Dilla

Wie du sicher schon weißt, kann Design einige ziemliche magische Dinge vollbringen. Ein tolles Design kann aus großen Ideen etwas machen, das sowohl schön als auch leicht verständlich ist.

Aber es kann nicht alles.

Ein Logo kann nicht (und sollte nicht) eine Million Geschichten erzählen. Ein Poster hat nur begrenzten Platz. Eine Visitenkarte muss in deine Tasche passen.

Photoshop kann jede Menge. Es kann aber nicht den Kopf einer Person sichtbar machen oder auf magische Weise den Kamerawinkel verändern. Vielleicht irgendwann in der Zukunft.

Es ist nicht falsch, Designern eine Herausforderung zu geben (tatsächlich mögen sie das). Aber unrealistische Erwartungen machen eine Zusammenarbeit schwierig. Wenn du von deinem Designer erwartest, alles umsetzen zu können, wirst du enttäuscht werden.

So gibst du besseres Design-Feedback

Verstehe die Grenzen. Wie gesagt, ein Design kann nicht alles. Halte deine Anforderungen deutlich, simpel und einfach zu verstehen. Ziehe in Betracht, deine Kollegen einen Blick auf dein Briefing oder Feedback werfen zu lassen. Sie werden dir sagen können, ob deine Kommentare Sinn ergeben oder ob sie unrealistisch sind.

Feedback Fail #5: Falsche Fachausdrücke

„Kannst du mir das Design auch in Pixeln schicken? Du hast es mir in Megabytes geschickt.“ von wongso_salimun

Sage nicht Anschnitt, wenn du Beschnitt meinst. Bitte nicht darum, die Unterschneidung anzupassen, wenn du die Laufweite meinst. Fordere keine dunklere Schattierung, wenn du eigentlich einen helleren Farbton willst.

Designer erhalten ihre Anweisungen von dir. Je präziser du mit deinem Design-Feedback sein kannst, umso besser. Zu wissen was du willst, aber die falschen Worte zu benutzen, wird zu Verwirrung führen und den Fortschritt deines Designs verzögern.

So gibst du besseres Design-Feedback

Dieser Punkt ist einfach: Kenne deine Fachsprache und benutze die Begriffe richtig. Wenn du die Sprache deines Designers sprechen kannst, stehen die Chancen viel besser, ein großartiges Design zu bekommen. Du verstehst sie. Sie verstehen dich.

Und rate mal! Wir haben eine Anleitung für dich zusammengestellt, mit all den Designbegriffen, die du kennen solltest. Schau sie dir an. Präge sie dir ein. Und schon bald wirst du lernen, dass CMYK und RGB doch keine Star Wars-Droiden sind.

Feedback-Fail #6: Pingelige Kommentare

„Mach es Blau. Das ist zu Blau. Mach es Grün. Eigentlich ist das zu Grün. Ich habe vergessen, dir zu sagen, ich bin… FARBENBLIND.“ von janeaminafelstead

Okay, du kennst alle Design-Fachbegriffe, also gibst du deinem Designer eine Liste von super spezifischen Überarbeitungen. Also auf den Pixel genau. Richtig?

Ja, mach das lieber nicht.

Feedback, welches so pingelig und detailliert ist, kann ebenfalls den kreativen Prozess stören. Vergiss nicht, dass Kreativität aus Zusammenarbeit entsteht und so etwas macht aus deinem Projekt etwas komplett Einseitiges. Wenn du anfängst, deinen Designer „an der Hand” zu halten, beharrst du darauf, mehr zu wissen als er.

Anstatt etwas zu kreieren und deine kreative Vision in die Tat umzusetzen, wird der Designer zu einem besseren Pixelschubser. Und am Ende bekommst du ein Design, dem die Leidenschaft und Vorstellungskraft fehlt, die es verdient.

So gibst du besseres Design-Feedback

Vertraue deinem Designer. Sie sind geschulte, erfahrene Experten darin, die Vision in deinem Kopf zu verstehen und aus ihr etwas Wunderschönes und Bedeutungsvolles zu machen. Kreative Zusammenarbeit bedeutet, deine Ideen zu kommunizieren und viele Fragen zu stellen – und nicht den Designer anzuweisen, exakt das zu tun, was du willst.

Kommuniziere deutlich bis du das bekommst, was du brauchst. Aber überlasse die winzigen Details deinem Designer.

Einfachheit + Klarheit = großartiges Design

Die Gleichung ist ganz einfach. Und wir versprechen, dass du es in die Tat umsetzen kannst. Das nächste Mal, wenn du mit einem Projekt loslegst, bewaffne dich mit diesen Tipps. Denn wenn du gutes Design-Feedback gibst, bist du auf dem besten Wege zu einem fantastischen Design und einer noch besseren Beziehung zu deinem genialen Designer.

Lass uns aus #FeedbackFail ein #DesignWin machen.

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