Die Entscheidung zum Rebranding seiner eigenen Marke lässt sich nicht von heute auf morgen fällen. Ein Rebranding erfordert eine Menge Arbeit, angefangen beim Brainstorming bis hin zu den finalen Korrekturen, um einen stimmigen Look für alle Kommunikationsmittel garantieren zu können.

Unternehmen entscheiden sich aus völlig verschiedenen Gründen zu einem Rebranding. Um wirklich sicher zu gehen, dass das Rebranding eine gute Idee für dein Unternehmen und deine Marke ist, haben wir 5 Fragen zusammengestellt, die du dir stellen solltest, bevor du richtig loslegst.

1. Was funktioniert mit dem alten Logo nicht?

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Eine entscheidende Frage! Diese Frage eröffnet das Gespräch mit eurem Designer, der verstehen muss, was euch an eurem alten Logo stört, um es besser machen zu können.

Antworten auf diese Frage könnten sein: Unlesbarkeit, falsche Assoziationen, fehlende Dynamik, Namensänderung des Unternehmens oder der wohl häufigste Grund, sein Logo zu überarbeiten: veralteter Look.

Was, denkt ihr, hat mit dem alten Morton Salt Logo nicht funktioniert? Die Tatsache, dass sie ein neues Farbschema und eine modernere Illustration des Mädchens gewählt haben, lässt erahnen, dass sie ihr Logo veraltet und somit nicht mehr passend zur Markenbotschaft empfanden.

2. Was soll bleiben?

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Neben tollen neuen Inspirationen, Ideen und Visionen eures Designers ist auch immer wichtig, welche Elemente eures alten Logos bestehen bleiben sollen. Diese sollten früh an den Designer kommuniziert werden, um zufriedenstellende Entwürfe zu erhalten. Hier kann es sich um die Farben handeln, aber auch an der Schriftart oder der Groß- und Kleinschreibung des Logos wird gern festgehalten.

In diesem Vorschlag für eine Überarbeitung des NASA-Logos scheint diese Frage nicht gestellt worden zu sein. Die NASA wies den Vorschlag, der eine Vielzahl der alten Elemente gänzlich aufgibt, ab.

3. Wie groß darf der Unterschied zwischen Rebrand und Original sein?

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Braucht ihr eine totale Veränderung oder nur ein paar Korrekturen hier und da? Wie weit wollt ihr gehen? Wie viel Freiraum gebt ihr dem Designer? Stellt sicher, dass ihr euch auch am Ende immer noch mit eurer Marke und eurem neuen Logo identifizieren könnt!

Chevron bespielsweise ist auf den Zug des 3D Logos aufgesprungen, wenn auch spät, schließlich ist dieser bereits seit den frühen 2000ern unterwegs. Ihre Antwort auf die Frage der Distanz zum alten Logo ist deutlich „möglichst nah“. Das neue Logo kommt ohne den Rahmen daher und wirkt so moderner. Die Schrift variiert leicht, ebenfalls hin zum Zeitgemäßen. Die Farben kommen den alten sehr nahe. Eine Generalüberholung mit dem Effekt, jünger und dynamischer zu wirken und dennoch sehr nah am Original zu bleiben und somit den Wiedererkennungswert zu erhalten.

4. Gibt es etablierte Assoziationen zwischen dem bestehenden Logo und den Kunden?

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Die größte Herausforderung des Rebrandings liegt darin, dass die Kunden bereits ganz bestimmte Assoziationen zu der Marke und dem Logo haben. Hier ist es wichtig herauszufinden, welche diese sind und dann im nächsten Schritt, ob diese erhalten bleiben oder gelöst und erneuert werden sollen. Daraus leitet sich für den Design-Prozess ab, ob es sich um eine leichte visuelle Veränderung handeln muss oder ob der Kreative aus den Vollen schöpfen kann. Wo möchtest du mit deiner Marke hin?

Apple gilt als ein ausgezeichnetes Beispiel für eine Marke mit felsenfesten visuellen Assoziationen. Mit der Form des Apple Logos wird nicht experimentiert. Die Apfelform hat sich über die Jahre etabliert und ist zu einem unglaublich wertvollen Bestandteil der Marke geworden.

5. Wo soll das neue Logo eingesetzt werden?

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Diese Frage bezieht sich auf alle Arten von Logo Designs, aber ist bei Rebrandings ganz besonders wichtig. Da sich die meisten Unternehmen, die ein Rebranding in Betracht ziehen, in einem Umbruch befinden, passen sie häufig in diesem Zuge auch ihre Kommunikationsmaßnahmen an. Neue Einsatzbereiche für das Logo haben Einfluss auf seine Gestaltung.

Schauen wir uns beipielsweise Marmal an (siehe Bild oben). Das neue Branding schreit förmlich nach Dynamik und Anpassungsfähigkeit und benötigt ein Logo, das auf Verpackungen, Tassen und Bildschirmen gleich gut aussieht. Die Designerin Monika Kusheva hat dies berücksichtigt und ein geometrisches Logo gestaltet – ein Design-Stil, der leicht adaptiert werden kann, online und offline.

Fazit

Besprecht diese Fragen mit eurem Designer, so spart ihr Zeit und Energie. Nutzt die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Designer, um eurem Wunschdesign so nah wie möglich zu kommen! Viel Spaß!