Manchmal hat man ein erstaunliches Logo-, Website- oder Designerlebnis und dennoch macht es einfach nicht klick. Die Arbeit ist innovativ und frisch, aber stellt nicht die emotionale Bindung zum Kunden her, die man gern hätte.

Was kann man also tun? Man muss etwas tiefer graben. Die besten Designs sind nicht solche, die einfach stylish aussehen und ihre Marke repräsentieren. Sie gehen einen Schritt weiter – sie versetzen sich in die Gedanken des Kunden.

Nachdem wir „100 Things Every Designer Needs To Know About People“ gelesen haben, ist uns klar geworden, dass die Liebe zu einem Design nicht das Ergebnis irgendeines logischen Prozesses ist. Viel mehr reagieren wir auf einem unterbewussten und psychologischen Level.

Hier sind fünf UX-Einblicke in den menschlichen Verstand, welche die Kundenerfahrung grundlegend verbessern.

1. Wir verarbeiten Informationen besser in Form einer Geschichte

storyform

Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden?

„Der Umsatz ist aufgrund besserer Verpackung um 5% gestiegen.“

„Eine unserer Kundinnen, Julie, sah die neue Cornflakesverpackung im Supermarkt. Die hellen Farben und der gestraffte Text sind ihr ins Auge gestochen und sie fühlte sich dazu hingezogen, sich für uns zu entscheiden, anstatt für die Marke, der sie seit 5 Jahren treu ist.“

Das Eine ist eine fade, langweilige Statistik. Das Andere eine Geschichte, die unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht, indem sie unsere empathische Seite anspricht. Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass wir Julie und ihre neue Cornflakesverpackung in Erinnerung behalten, als eine wahllose „Umsatzsteigerung“.

Pro-Tipp: Für eine optimale Nutzerbindung füge ein Video einer Erfolgsgeschichte auf deiner Homepage ein.  

2. Soziale Merkmale motivieren uns für ein Produkt

social

Wir sind gesellige Wesen, vorprogrammiert, uns an Interaktionen mit anderen zu erfreuen. Tatsächlich ist es so, dass soziales Engagement zu einem Ausstoß von Dopamin führt, dem selben Hormon, das ausgestoßen wird, wenn wir lachen oder Schokolade essen.

Typisches Beispiel: Das Highlight meines Logo-Design-Wettbewerbs war es, eine Umfrage zu erstellen, die ich an meine Freunde und Familie schickte. So konnte ich ihren Input bekommen, sehen, welche Designs sie mochten, und meine Begeisterung teilen. Letztendlich wurde die Umfrage zu einem wichtigen Teil, als es darum ging, den Gewinner auszuwählen.

Pro-Tipp: Binde Share-Buttons sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram ein, um die Leute dafür zu begeistern, dein Produkt zu kaufen.

3. Wir spiegeln Emotionen, die wir sehen, wider

emotion

Wir haben besondere Neuronen, genannt Spiegelneuronen, welche die Emotionen, die wir um uns herum erleben, nachahmen. Wenn wir ein Bild von jemandem sehen, der lacht, lachen wir auch und fühlen uns ein bisschen glücklicher.

Der beste Weg, uns das zunutze zu machen, ist sicherzustellen, dass der Inhalt unserer Seite das Gefühl, das wir beim Kunden erzeugen wollen, widerspiegelt. Beispielsweise könnten Seiten, die Spenden für kranke Kinder sammeln, ein Foto eines traurigen kleinen Jungen verwenden. Wir empfinden Mitleid mit ihm und das motiviert uns, für das Projekt zu spenden.

Interessanterweise erzeugt schon das reine Lächeln ein Gefühl von Fröhlichkeit. Wir brauchen keinen Grund glücklich zu sein – die physische Handlung wird dieselben Endorphine in unserem Gehirn ausstoßen. Wir wollen ebenfalls auf die Emotionen achten, die wir in den Leuten erzeugen. Wenn eine Seite beispielsweise winzig kleinen Text hat, sodass man die Augen zusammenkneifen muss, wird dieses Zusammenkneifen der Augen Frust hervorrufen. Und aller Wahrscheinlichkeit nach wird ein frustrierter Kunde das Produkt nicht kaufen.  

Pro-Tipp: Wähle Elemente für deine Seite, die das Gefühl, das du deinen Kunden vermitteln willst, widerspiegeln.  

4. Zeit ist relativ

clock

Angenommen dein bester Freund ist für eine Stunde in der Stadt. Ihr geht zusammen Mittagessen und die Stunde fühlt sich an wie fünf Minuten. Vergleiche das mit einer Stunde auf dem Zahnarztstuhl, wo du jede Minute mit quälender Langsamkeit spürst.  

Nutzer neigen eher dazu, einen Prozess abzuschließen, wenn ein Ende in Sicht ist. Eine Möglichkeit, dies sicherzustellen, ist, eine Statusleiste einzufügen, die zeigt, bei welchem Schritt sie sind. Bei Schritt 2 von 5 zu sein ist ermutigender, als durch einen scheinbar endlosen Prozess zu treiben.

Pro-Tipp: Füge auf deiner Seite Statusleisten für jede Aktion ein, die mehrere Schritte benötigt.

5. Wir machen Wertigkeit an visuellen Reizen fest

workspace

Eine schlampige, vollgestopfte Website wird keinen Kunden anziehen, selbst wenn das Produkt das beste der Welt ist. Ein Sprichwort besagt „Ziehe keine voreiligen Schlüsse“. Wie sich herausstellt, ist es aber genau das, was wir tun.

Sieh dir deine Website an. Sind die Seiten gut ausgestaltet, mit jeder Menge Leeraum? Ist sie leicht zu navigieren? Sind die Farben hell? Wenn nicht, ziehe es in Erwägung einen Wettbewerb für Webdesign durchzuführen, um sicherzustellen, dass dein Online-Content die Qualität deines Produkts angemessen widerspiegelt.

Pro-Tipp: Überprüfe deinen Online-Content in regelmäßigen Abständen und stelle sicher, dass er optisch überwältigend ist.