Im Grafikdesign kommt es auf die Software an. Sicher, ein talentierter Designer kann auch etwas Wunderschönes mit Microsoft Paint kreieren. Aber die intuitive Bedienung und Flexibilität eines guten Programms kann den entscheidenden Unterschied ausmachen. Welche Grafikdesign-Software ist also die richtige für dich?

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Welche Grafikdesign-Software ist die richtige für dich? Wir schauen uns die beliebtesten Programme genauer an. Illustration von Vladanland

Software ist für Designer so etwas wie der verlängerte Arm ihrer künstlerischen Fähigkeiten. Sie kennen Tastenkombinationen, gewöhnen sich an das Layout und nutzen ihre Lieblingssoftware wie eine zweite Sprache. Ein intuitives und flexibles Programm zu haben ist wichtig.

Für welche Designsoftware solltest du dich nun entscheiden? Suchst du nach der kostspieligen Flexibilität von Photoshop oder nach etwas Simpleren – und Günstigerem?

Keine Sorge. Wir haben unsere Lieblingsdesigner gefragt, welche ihrer Meinung nach die besten Grafikdesign-Software 2019 ist. Hier sind die Ergebnisse:

Die besten kostenpflichtigen Designprogramme

Adobe Photoshop

Adobe Photoshop interface
Bild via Engadget

Adobe Photoshop ist bei weitem die bekannteste Grafikdesign-Software. Von einfacher Bildbeschneidung, die sogar deine Oma verstehen würde, bis hin zu komplizierteren Rasterdesigns hat Photoshop einfach alles, was man zur Bildbearbeitung benötigt. Photoshop ist bekannt für seine klassischen Funktionen wie das Zeichenstift-Werkzeug, Ebenen und Masken, aber die aktuelle Version bringt noch mal ein paar neue, coole Funktionen mit sich, wie beispielsweise das Rahmen-Werkzeug zur unkomplizierten Maskierung und einen neuen Arbeitsbereich für inhaltsbasierte Füllung. Mit seinen potenziell grenzenlosen Möglichkeiten ist Photoshop das perfekte Designprogramm für den Anfang.

In Sachen Bildbearbeitung gibt es nichts, was Photoshop nicht kann.

Am besten geeignet für: Bildbearbeitung

Kosten: Adobe bietet nun einen Aboservice für seine Produkte mit einer 30-tägigen Probezeit. Der Preis in der Kategorie Fotografie kostet für Einzelanwender 11,89 € im Monat (Lightroom, Lightroom Classic, Photoshop, 20 GB Cloud-Speicherplatz) und die komplette Creative Cloud 59,49 €. Für Schüler, Studierende, Lehrer und Dozenten sowie Unternehmen und Bildungseinrichtungen gelten allerdings andere Preise.

Erforderliches Niveau: Anfänger bis Fortgeschritten

Vorteile:

  • Beinahe grenzenlose Möglichkeiten
  • Integrierte Datenbank mit Stockfotos
  • Jede Menge Designtools zur Bildbearbeitung

Nachteile:

  • Gewöhnungsbedürftige Benutzeroberfläche
  • Suboptimale Updates
  • Keine Möglichkeit, echte Vektordateien zu erstellen

Sketch

Sketch graphic design interface
Bild via Stack Exchange

Sketch ist ein vektorbasiertes Tool nur für Mac und ein Programm, das sich hauptsächlich auf Web-, App- und Interface-Design konzentriert. Es hat der Konkurrenz zuletzt einen schweren Dämpfer versetzt, da einige Entwickler statt Photoshop-Dateien Sketch-Dateien von Designern bevorzugen. Sketch ist zwar nicht für Bildbearbeitung oder Drucksachen gedacht, eignet sich aber hervorragend zum Designen von Symbolen und Benutzeroberflächen für Webseiten und Apps. Designer können zudem interaktive Prototypen erstellen, welche sich Entwickler vorher anschauen können, indem sie diese antippen oder durchblättern, um zu sehen, wie sie am Ende aussehen werden.

Sketch eignet sich hervorragend für Web-, App- und Interface-Design.

Am besten geeignet für: Benutzeroberflächen

Kosten: 99 $ pro Jahr und Gerät

Erforderliches Niveau: Anfänger

Vorteile:

  • Leicht zu lernen
  • Günstiger als andere bekannte Programme

Nachteile:

  • Nur für Mac
  • Nicht geeignet für Printdesigns oder Illustrationen

Adobe Illustrator

Adobe Illustrator interface
Bild via Digital Arts

Photoshop und Illustrator teilen ein paar gemeinsame Tools und Funktionen, aber Adobe Illustrator dreht sich um Vektordesign. Erstelle mit Illustrators Gitter-Werkzeug, Zeichenstift-Werkzeug, Farbfeldern und Farben oder dem Form- und Pathfinder-Tool wunderschöne Logos, Typografie, Symbole und Skizzen. Obwohl es ein wenig dauert, es zu erlernen, lohnt sich der Aufwand aufgrund der beinahe grenzenlosen Möglichkeiten, Vektordesigns zu erstellen.

Ich verwende hauptsächlich Photoshop und Illustrator. Ich habe Stift und Papier komplett abgeschafft, fertige all meine Skizzen in Photoshop an und zeichne dann das Design in Illustrator, wo ich es auch für Animationen vorbereite, wenn diese Teil des Projekts sind.

Am besten geeignet für: Vektorbilder

Kosten: Illustrator allein kostet kostet 23,79 € im Monat und die komplette Creative Cloud 59,49 € im Monat.

Erforderliches Niveau: Fortgeschritten

Vorteile:

  • Hilfreiche Benutzeroberfläche
  • Große Bandbreite an Tools
  • Unterstützt präzise Bearbeitung

Nachteile: 

  • Schwierig zu erlernen

Affinity Designer

affinity designer examples
Via Affinity Designer

In Sachen Funktion und Stil ist Affinity Designer eine eindrucksvolle und günstige Alternative zu Adobe Illustrator. Affinity wird sogar dafür gelobt, dass es sich einfacher und schneller bedienen lässt als Illustrator, besonders wenn man mit Ebenen arbeitet. Es ist einfach genug, damit Anfänger es als Lerntool nutzen können, aber ausreichend leistungsstark für freiberufliche Grafikdesigner mit kleinem Budget.

Affinity hat vor Kurzem ein großes Upgrade mit neuen Funktionen und Performance-Verbesserungen erhalten. Die Software ist eine tolle Option für jeden, der nicht so viel für die Adobe-Produkte ausgeben möchte, aber etwas benötigt, mit dem sich auf einem hohen Niveau arbeiten lässt.

Affinity Designer ist eine eindrucksvolle und günstige Alternative zu Adobe Illustrator.

Am besten geeignet für: Vektordateien

Kosten: 54,99 €

Erforderliches Niveau: Anfänger bis Fortgeschritten

Vorteile: 

  • Einfacher Einstieg
  • Schnell
  • Wesentlich günstiger als die großen Programme

Nachteile: 

  • Einige in Illustrator verfügbare Tools fehlen

Adobe InDesign

Adobe InDesign interface
Bild via Adobe

Adobe InDesign ist ein Muss für Verleger und wird seit 1999 für Layouts von Magazinen und Zeitungen verwendet. Erstelle beeindruckende Magazine, Infoblätter und Broschüren und exportiere sie mühelos als PDF oder in HTML. Obwohl der Funktionsumfang recht eingeschränkt ist, ist InDesign leicht zu erlernen und eignet sich sehr gut für Anfänger, um zu lernen, wie man Text und Grafiken miteinander kombiniert.

InDesign eignet sich hervorragend zum Layouten von Magazinen, Postkarten, Flyern und Drucken.

Am besten geeignet für: Layouts

Kosten: InDesign selbst kostet 23,79 € im Monat und die komplette Creative Cloud kostet 59,49 € im Monat.

Erforderliches Niveau: Anfänger bis Fortgeschritten

Vorteile: 

  • Unangefochtener Champion der Verlagsbranche
  • Intuitive Funktionen für Beschneidung und Skalierung
  • Riesige Auswahl an Schriftarten

Nachteile: 

  • Einige Beschwerden zur PDF-Formatierung

Die beste kostenlose Grafikdesign-Software

GIMP

GIMP interface
Bild via Capterra

GIMP (GNU Image Manipulation Program) ist wahrscheinlich das bekannteste kostenlose Open-Source-Grafikprogramm zur Erstellung von Rastergrafiken und bietet viele Funktionen der kostenpflichtigen Programme. Auch wenn es nicht so schön aufgebaut ist wie beispielsweise Photoshop, bekommst du dennoch dieselben fortschrittlichen Funktionen wie Fotoretusche, Zeichnen und Beschneiden, die du auch bei bekannteren Programmen findest.

Am besten geeignet für: Rasterbilder

Erforderliches Niveau: Anfänger

Vorteile: 

  • Gute Community
  • Enthält für ein kostenloses Programm sehr viele Tools

Nachteile: 

  • Wird nicht so häufig aktualisiert wie andere Programme
  • Weniger bekannt
  • Weniger intuitive Bedienung

Gravit Designer

Gravit Designer interface
Bild via Gravit Designer

Gravit Designer ist ein kostenloses Vektorprogramm, das sich hervorragend für die Erstellung von Logos, Bildbearbeitung, Illustrationen und Animationen eignet. Du kannst Gravit online über ihre cloudbasierte Software nutzen, obwohl einige Bewertungen sagen, dass es dort etwas langsamer läuft als die auf dem Rechner installierte Version. Das Layout ist modern und vollständig individualisierbar. Gravit Designer Pro jedoch ist nicht weiter kostenlos (49 € im Jahr).

Gravit eignet sich hervorragend für die Erstellung von Logos, Bildbearbeitung, Illustrationen und Animationen.

Am besten geeignet für: Vektorbilder

Erforderliches Niveau: Anfänger

Vorteile: 

  • Jede Menge Funktionen und Möglichkeiten
  • Das Cloud-Programm ist super

Nachteile: 

  • Die kostenlose Version ist nicht annähernd so gut wie die Pro-Version

Inkscape

Inkscape interface
Bild via Softonic

Eine gute Community hat etwas Schönes. Inkscapes Nutzerbasis ist leidenschaftlich und hilfreich und die plattformübergreifende Software holt das Beste aus Open-Source-Design heraus. Nutzer können mit dem großen Umfang an Lernmitteln hübsche Grafiken und Designs erstellen. Eine steile Lernkurve, die klobige Benutzeroberfläche und die weniger schöne Version für Mac schmälern allerdings den Gesamteindruck.

Am besten geeignet für: Vektorbilder und SVG-Dateiformate

Erforderliches Niveau: Fortgeschritten

Vorteile: 

  • Viele Filter
  • Hilfreiche Website und Community

Nachteile

  • Manchmal recht langsam
  • Steile Lernkurve

Vectr

Vectr interface
Bild via Medium

Vectr eignet sich hervorragend für (du ahnst es) Vektorbilder und kann entweder im Browser oder als eigenständiges Programm auf dem Rechner genutzt werden. Vectr verfügt nicht über alle Funktionen, die ein professioneller Designer benötigt. Anfänger und Menschen, die hin und wieder etwas designen, werden allerdings die niedrige Lernkurve zu schätzen wissen. Außerdem gibt es für Neueinsteiger Dutzende Tutorials auf ihrer Website.

Anfänger werden Vectrs niedrige Lernkurve zu schätzen wissen.

Am besten geeignet für: Vektorbilder

Erforderliches Niveau: Anfänger

Vorteile: 

  • Sehr anfängerfreundlich
  • Gute Auswahl an Tutorial-Videos

Nachteile: 

  • Recht begrenzter Funktionsumfang
  • Komplizierter Anmeldeprozess

Zusätzliche Designprogramme

Es gibt immerzu neue Programme, Apps und Tools, die Designern beim Skizzieren, Modellieren und anderen Aufgaben helfen. Hier sind ein paar, die unsere Community empfiehlt:

Procreate – iPad-Programm, um unterwegs zu skizzieren

Procreate on iPad
Bild via Digital Arts

Hat die Inspiration plötzlich in der U-Bahn zugeschlagen? Mit Procreate können Designer schnell unterwegs etwas skizzieren. Mit mehr als 130 Pinseln ist es ein großartiges Tool und kostet nur 10,99 €.

Krita – kostenloses Open-Source-Grafikprogramm

Krita interface
Bild via KDE

Krita ist ein kostenloses Skizzen- und Zeichenprogramm, eignet sich super für Comics und Mangas und wurde 2019 von TechRadar zum besten kostenlosen Zeichenprogramm gewählt.

Canva – Drag-and-Drop Online Editor

Canva interface
Bild via Canva

Canva ist die erste Anlaufstelle für jeden, der sich überhaupt nicht mit Design auskennt und schnell und unkompliziert etwas kreieren möchte. Es bietet eine große Bandbreite an Templates, Schriftarten und Bildern, von denen einige kostenlos sind und andere gekauft werden müssen. Wähle aus den vorhandenen Templates aus oder erstelle deine eigenen Designs komplett selbst und nutze dann Canvas Drag-and-Drop Editor. Natürlich lässt sich damit nicht so viel anpassen wie in Photoshop, aber es ist eine großartige Alternative für absolute Anfänger. Canva nutzt ein sogenanntes Freemium-Modell, bei dem du auf die Pro-Version upgraden musst, um alle zusätzlichen Funktionen nutzen zu können.

Scribus – kostenlose Alternative zu InDesign

Scribus interface
Bild via Zwodnik

Scribus ist ein Open-Source Publishing-Programm. Auch wenn es nicht annähernd so gut aussieht und so viel kostet wie InDesign, ist es dennoch ein guter Ersatz für den Notfall.

Autodesk SketchBook – kostenlose Skizzen-Software

autodesk sketchbook example sketch
Via SketchBook

SketchBook ist ein tolles Programm, wenn du schnell Ideen skizzieren und konzeptionelle Skizzen, Zeichnungen und Illustrationen erstellen willst – und es ist komplett kostenlos.

Finde deine perfekte Grafikdesign-Software

Die „beste“ Grafikdesign-Software zu wählen ist schwierig, denn es ist natürlich immer Ansichtssache und häng davon ab, was genau du kreieren möchtest. Jeder Designer muss für sich entscheiden, welche Software am besten für seinen Designstil, seine Bedürfnisse, Medien und natürlich Kunden funktioniert. Aber es gibt immer wieder neue Designsoftware zu entdecken. Behalte den Überblick über alle verfügbaren Optionen und probiere sie aus! Vielleicht findest du ein neues Lieblingsprogramm, das perfekt zu dir und deiner Kunst passt.

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