Seien wir mal ehrlich: Rebranding bringt immer ein großes Risiko mit sich. Trotzdem wagen es Firmen immer wieder – entweder soll ein ganz neuer Weg eingeschlagen, die Marke verändert oder diese sogar von einem schlechten Image aus vergangenen Tagen befreit werden.

Gescheiterte Rebrandings sind für uns lehrreiche Beispiele. Wenn man analysiert, warum Rebrandings fehlgeschlagen sind, kann man diese Fehler in Zukunft vermeiden. In diesem Beitrag nehmen wir ein paar Rebranding Fehltritte unter die Lupe.

Die Olympischen Spiele London, 2012 — Was zum Teufel ist DAS?

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Bildrecht: underconsideration

Jede Olympiade kann als eine Art Rebranding des klassischen Konzepts bezeichnet werden. Das Logo sollte als Grundlage einzigartig und auffallend sein. Trotzdem muss es die 5 Ringe integrieren, welche die modernen Olympischen Spiele symbolisieren. Als das Logo für die dreißigste Olympiade in London 2012 der Öffentlichkeit präsentiert wurde, stieß es nicht gerade auf Begeisterung. Obwohl die Designfirma Wolff Olins mehrere hunderttausend Euro für ihre Logo Kreation nahmen, wurde es von Kritikern zerrissen: es wurde als irritierend, sogar hässlich, bezeichnet und dafür kritisiert, dass es weder die Olympischen Spiele, noch London repräsentiere. Das “Puzzle” oder “Lisa Simpson Logo”, wie es genannt wurde, war mit Sicherheit auffallend und mutig, aber trotz allem total fehl am Platz.

Was können wir von diesem Beispiel lernen? Es gibt verschiedene Faktoren, die zu einem erfolgreichen Rebranding führen. Einzigartigkeit ist einer davon, allerdings darf hierbei der Geist des Unternehmens nicht zurückbleiben. Wenn ihr also über ein Rebranding nachdenkt, überlegt genau, was das Bild in Eurem Logo über Eure Firma aussagt. Stellt es Zuverlässigkeit, Einfallsreichtum oder vielleicht die Fähigkeit, verschiedene Dinge anzugehen in den Vordergrund? Dabei sollte direkt erkennbar sein, worum es sich bei dem Logo handelt, denn ein verunsicherter Betrachter wird nicht unbedingt ein neuer Kunde werden.

Nova und SyFy— die Sprache zählt

NBC Universal Logos

Bildrecht: wikia

Plant ihr eine Internationalisierung? In Zeiten des Internets ist fast unvermeidlich. Aus dem Grunde sollte man sicherstellen, dass der Markenname richtig und vorteilhaft übersetzt wird. Eine Zeit lang waren weltraumbezogene Namen für Autos sehr beliebt. Ford hatte sein Galaxy, Plymouth hatte sein Satellite und Chevy sein Nova. Nova war ein toller Name – auf Englisch. Als die Marke in Südamerika vermarktet werden sollte, wurde es dennoch schnell zum Problem: “No va” auf Spanisch bedeutet “nicht gehen”. Oops. Auch wurde das auffallende und freundliche Logo von SyFy international zum Fehltritt, da “SyFy” in vielen Ländern eine Abkürzung von Syphilis darstellt- eine Assoziation, die man keiner Marke wünscht. Deswegen, informiert euch gut über die Länder, in denen Eure Marke verbreitet werden soll und geht sicher, dass die Übersetzung vorteilhaft ist.

New Coke— wenn es nicht kaputt ist, dann versuch es nicht zu reparieren!

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Bildrecht: Coca-Cola Company

Manchmal ist man versucht noch mehr aus seinen Produkten herauszuholen. Cola-Cola versuchte dies 1985, als sie ihr traditionelles Rezept optimierten und die “New Coke” auf den Markt brachten. Es war mehr oder weniger sofort klar, dass es ein Fehler war, denn Limotrinker mochten ihre Cola genauso wie sie war. Spätere Versuche, die “New Coke” als “Coke II” zu rebranden. Dies schlug genauso fehl und der Schritt zurück zur originalen “Cola-Cola Classic” war die einzige Rettung für den fallenden Absatz. Nur der Konkurrent Pepsi konnte sich über den Fehltritt freuen und davon profitieren. Was können wir daraus lernen? Die Idee, das man an einer etablierten Marke herumbastelt, um ein Rebranding zu realisieren, sollte man sich zweimal überlegen.

Natürlich gibt es noch viele weitere Rebranding Misserfolge und belehrende Geschichten zu erzählen. Deswegen sagen wir klar: Wenn ein Rebranding in Erwägung gezogen wird, nehmt Euch die Zeit, nicht nur die großen Erfolge anzuschauen, sondern achtet auch auf große Fehltritte in der Geschichte.