Den richtigen Namen fürs eigene Unternehmen finden

„Das ist Hektor, mein Auto.“ „Wir taufen das Schiff auf den Namen Albatros.“ „Hinter mir fährt Ulf in seinem LKW mit der blinkenden Namensplakette gegen die Frontscheibe gelehnt.“ „Im Facebook nenne ich mich Zwiebelfisch32.“

Menschen lieben Namen.

Nicht mehr nur Lebewesen, sondern auch Objekte, Projekte, Einrichtungen und natürlich Marken tragen Namen. Namen personifizieren und helfen uns, eine emotionale Beziehung zu den Namensträgern aufzubauen. Diese Emotionen macht man sich gerade im Marketing zunutze.

Neben Werten und Persönlichkeitsmerkmalen ist besonders der Name des Unternehmens bzw. der Marke für eine starke Corporate Identity ausschlaggebend.

namensfindung

Ich bin und ich kann – Was muss ein Name leisten?

Welche Ansprüche haben wir an einen Namen? Im besten Fall transportiert der Markenname bereits so viel Informationen, dass sich dem Leser augenblicklich erschließt, mit wem er es tun hat. Jeder Name offeriert eine gewisse Anmutung, einen Hauch von Persönlichkeit. Fiktiv oder deskriptiv? Lang, kurz oder eine Abkürzung? Deutsch, Spanisch oder Englisch? Gibt es eine zweite Bedeutungsebene? Im Namen manifestieren sich die Kernwerte der Marke. Definiert diese! Da der Name sehr häufig auch Teil des eigenen Logo ist, kann das Design dessen der Aussagekraft des Namens gestalterisch unter die Arme greifen und somit die Botschaft unterstreichen. Da sich Logo und Name wechselseitig beeinflussen, ist ebenfalls zu beachten, dass die Struktur des Namens der Gestaltung des Logos nicht hinderlich wird. Wer seinen Markennamen als Teil des Logos sehen möchte, sollte auf zu lange Wörter oder gar Wortgruppen verzichten.

Ein erfolgreicher Name wird über früh oder lang die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Zielgruppe sein. Aus diesem Grund sollte er nicht zuletzt gut zu merken und einfach auszusprechen sein.

Auch im Hinblick auf die eigene Website und die Domainverfügbarkeit ist das intensive Nachdenken über den Namen wichtig. Zudem soll der Name natürlich einmalig sein. Hierzu empfiehlt es sich, Wunschnamen und -domain zu googeln, bestehende Apps zu checken und die Sozialen Netzwerke zu durchforsten. Zudem lohnt es sich, bereits eingetragene Handelsmarken sowie die Verständlichkeit bzw. Missverständnisse bezüglich anderer Sprachen zu überprüfen. So lassen sich frühzeitig böse Überraschungen vermeiden.

Damit ihr es auf der Suche nach einem geeigneten Namen für euer Unternehmen leichter habt, haben wir euch 7 Tipps zur Namensfindung zusammengestellt.

Tipp 1 – die richtigen Prioritäten setzen

Bei der Namensfindung gibt es zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen: Der Name soll gut zu merken sein, einfach auszusprechen, möglichst kurz und gleichzeitig einzigartig, er soll etwas über das Unternehmen oder Produkt aussagen, Google soll ihn lieben und natürlich sollen die .com und .de Domains noch frei sein. Ein Name kann all diesen Wünschen und Anforderungen natürlich in der Regel nicht gleichermaßen gerecht werden.

Hier heißt es: Prioritäten setzen! Sonst wird die Namenssuche zum Endlos-Projekt. Je nachdem, wo es hängt, fragt euch als: Muss es wirklich auch eine .com-Domain sein? Muss ein bestimmtes Wort wirklich zwingend im Namen enthalten sein? Macht euch eine Liste mit den wichtigsten Anforderungen an euren Namen und priorisiert diese. So habt ihr gleich eine gute Grundlage für die Entscheidungsfindung.

Tipp 2 – Wort- und Begriffsfelder bestimmen

Eure Wunschnamen sind alle schon vergeben? Dann gilt es jetzt, neue Anknüpfungspunkte bei der Namenssuche aufzutun. Bestimmt gezielt Worte oder Begriffsfelder, mit denen euer Unternehmen im weitesten Sinne assoziiert werden soll. Beispiel: Ihr sucht einen Namen für ein Portal, auf dem gebrauchte Boote gehandelt werden. Boot ist natürlich bereits vergeben, Bootshandel auch. Aber die Begriffsfelder Wassersport und Marktplatz/Second Hand bieten natürlich noch mehr Material. Gegebenenfalls erhaltet ihr auch weitere Anregungen durch Berücksichtigung verwandter Themen wie Meer, Wasser, Wind, o.ä. Und spinnt ruhig noch weiter: Gibt es Anlehnungen aus der Mythologie wie Neptun oder feststehende Begriffe, aus denen sich etwas machen lässt? Auch Online-Tools wie der openthesaurus.de liefern weitere Anknüpfungspunkte. Schöpft aus diesem Material, um durch Wortkombinationen, Wortneuschöpfungen oder Ableitungen neue Namensideen zu entwickeln: obooto, shipshop, luvit, neptoon, dealswithboats, secondboat etc.

Tipp 3 – Viele Augen sehen mehr als zwei

Ladet euer Team, eure Freunde, Geschäftspartner oder Xing-Kontakte dazu ein, euch zu helfen, einen geeigneten Namen zu finden oder einen ausgewählten Namen zu bewerten. Denn viele Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Setzt euch eine feste Zeitspanne, in der ihr mit eurem Namensfindungs-Team ohne Rücksicht auf alle Vorgaben Namensvorschläge generiert. Gebt die richtigen Stichworte vor und dann kann das Brainstorming losgehen. Schreibt mit, denn noch der absurdeste Vorschlag kann dich oder ein anderes Teammitglied am Ende auf die entscheidende Idee bringen. Mit Online-Umfragen könnt ihr prüfen, ob der Name objektiv gut ankommt.

Tipp 4 – Kreativitätstechniken nutzen

Kennt ihr das Kinder-Zeichenspiel, bei dem alle erst einen Kopf malen, dann wird das Papier im Kreis an den Tischnachbarn weitergereicht, dann wird der Rumpf gemalt, wieder weitergereicht und die Beine sind dran? Am Ende entstehen überraschende Figuren, die sich so niemand alleine ausdenken könnte. Ganz ähnlich funktioniert eine effiziente Kreativitätstechnik für’s Brainstorming. Dabei schreiben die Teilnehmer eines Brainstormings in einer ersten Runde all ihre Ideen auf und reichen diese dann in den nachfolgenden Runden an ihren Nebenmann weiter. So können erste Ansätze zu fertigen Namensvorschlägen reifen, indem die unterschiedlichen Erfahrungen aller Teilnehmer mit einfließen.

Tipp 5 – Deskriptiver Name oder Kunstname

Einen kurzen beschreibenden Namen zu finden, der sich schnell und einfach in die Adresszeile des Internetbrowsers eingeben lässt, ist meist schwierig. Wenn sie nicht ohnehin bereits vergeben sind, sind sie zumeist sehr lang. Dennoch sollte man einen Versuch unternehmen, einen beschreibenden Namen zu finden, denn für das Suchmaschinen-Ranking bietet es Vorteile und die Nutzer wissen gleich, worum es geht. Beispiel: dealswithboats. Dass man im Internet jedoch auch (oder gerade) mit Kunstnamen erfolgreich sein kann, muss man spätestens seit Yahoo niemandem mehr erklären. Die Vorteile liegen auf der Hand: Kunstnamen sind eher verfügbar, meist kürzer und damit leicht zu merken. Letztendlich zählt natürlich der gute Klang, eine einprägsame Schreibweise und dass der Name zum Unternehmen und der Zielgruppe passt. Beispiele: neptoon, obooto.

Tipp 6 – Name und Claim

Ein schlechter Name lässt sich mit einem guten Claim oder Firmenslogan nicht retten. Klangvolle Kunstnamen hingegen können flankiert von einem informativen Claim schnell klar machen, worum es geht. Umgekehrt gewinnen beschreibende Namen durch einen emotionalen Claim an Charme und können dazu beitragen, die Werte eines Unternehmens erfolgreich zu transportieren. Im Sinne unseres Beispiels neptoon – Boote und mehr oder dealswithboats – welcome on board.

Tipp 7 – Domain, Markencheck und alternative Domainnamen

Ist die Domain noch frei? Entstehen Konflikte mit bereits eingetragenen Marken? Mit diesen Fragen steht oder fällt die endgültige Entscheidung für einen Namen. Im Internet finden sich zahlreiche Domainchecker und viele Anbieter liefern auch gleich Alternativ-Vorschläge, wenn ein Name bereits vergeben ist. Domainnamen mit Zusätzen wie -gmbh,–online oder 24 können im Einzelfall schon mal die Lösung sein, in der Regel jedoch solltet ihr hier aber besser weitersuchen. Wwer will der Konkurrenz schon zusätzlichen Traffic bescheren, weil der Zusatz bei der Adresseingabe einfach vergessen wird? Was den Markencheck angeht, sollte man neben der deutschen grundsätzlich auch die europäische und internationale Marken-Datenbank checken, da auch sie Marken mit Schutzwirkung in Deutschland enthalten. Tipps zur Online-Recherche liefert dieses PDF des Deutschen Marken- und Patentamtes.

Und wenn das Kind dann einen Namen hat, kann es auch schon weitergehen – mit dem Logo!