Einen Newsletter zu starten, ist technisch gesehen dank Tools wie Mailchimp, Benchmark Email und Constant Contact keine große Sache mehr. Es zu schaffen, dass eure Abonnenten den Newsletter auch wirklich lesen möchten, ist nicht ganz so einfach.

Wir zeigen euch zunächst fünf erfolgreiche Beispiele für Newsletter aus dem amerikanischen Raum. Danach beschäftigen wir uns näher damit, welches Modell am besten zu gesetzten Zielen und bestimmten Produkten passt.

1. Maple

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Maple ist ein Gourmet-Lieferservice aus New York, dessen Angebot aus kleinen, aber feinen Lunch- und Dinner-Menüs besteht. Jedes Menü enthält zwischen 3 und 4 Gänge und wechselt täglich.

Anstatt darauf zu bauen, dass die Leute von sich aus die Maple-Seite aufrufen, sich das Angebot ansehen und eine Bestellung machen, regelt das der Newsletter.

Jeden Tag um 11.15 Uhr bekommen die Abonnenten eine Email mit dem Betreff „Todays’s Lunch [Datum] at Maple“. Um 17.15 Uhr wird dann die nächste Email mit dem Betreff „Today’s Dinner Menu: [Datum] at Maple“ verschickt und listet das tagesaktuelle Dinner-Angebot auf.

Was ihr euch merken solltet:

  • Einheitlich bleiben. Die Versandzeit, der Titel und das Design des Maple-Newsletters bleiben immer gleich. Dadurch weiß der Kunde genau, was er zu erwarten hat.
  • Neues bieten. Neben den gleichbleibenden Rahmenbedingungen ändert sich eines aber doch: das Essen. Die Neugier auf das Tagesmenü wird geweckt, auch wenn man nicht geplant hat, etwas zu bestellen.
  • Legt Wert auf das Design. Von qualitativ hochwertigen Fotos bis zu angenehm lesbaren Texten ist das Lesen dieses Newsletters eine wahre Freude.

2. InsideHook

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InsideHook bezeichnet sich selbst als Stadtführer für den etablierten und abenteuerlustigen Mann. Warum also sollte ich, ein Student in den Zwanzigern und in einer Kleinstadt lebend, mich für deren Newsletter anmelden? Ganz einfach: Er ist wirklich großartig.

Jede Ausgabe des täglich erscheinenden Newsletters schafft es, den perfekten Ton zwischen humorvoll und informativ zu treffen. Dies zeigt sich zum Beispiel an Artikeln mit Titeln wie „Wie man den Flughafen mit Lichtgeschwindigkeit durchquert“.

Interessanterweise verweist der InsideHook Newsletter nicht nur auf die Artikel des eigenen Portals, sondern auch auf angesagte Inhalte von anderen Portalen im Netz.

Was ihr euch merken solltet:

  • Wenn ihr es schafft, Unterhaltung und Information zusammenzubringen, dann ist euch ein erfreuter Leser garantiert, was zu erhöhten Leseraten und Weiterleitungen führt.
  • Mit guten Inhalten könnt ihr auch Menschen erreichen, die nicht zu eurer Zielgruppe gehören.
  • Wenn ihr externe Quellen integriert, könnt ihr den Werbeaspekt eures Newsletters minimieren.

3. Brilliant.org

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Brilliant ist eine Art Wikipedia für Mathematik, Naturwissenschaft und Technik. Ein Besuch auf der Seite lohnt sich, aber der tägliche Newsletter ist im wahrsten Sinne des Wortes brilliant.

Jede Nacht gegen 00.30 Uhr, erhalte ich eine Email von Brilliant mit einer Aufgabe zum Kopf zerbrechen. Eine von der Art, die man zunächst beiläufig liest, die einen dann aber nicht mehr loslassen, bis man sie gelöst hat.

Um die Lösung zu finden, muss man sich durch die Brilliant Webseite klicken und bevor man sich versieht, befindet man sich in einer suchtähnlichen Endlosschleife von Denkaufgaben.

Was ihr euch merken solltet:

  • Gebt euren Abonnenten einen Grund, sich durch eure Seite zu klicken.
  • Gestaltet eure Newsletter interaktiv. Eure Leser werden so von passiven zu aktiven Teilnehmern.
  • Lasst euch etwas einfallen, um die Neugier eurer Abonnenten zu erregen. Das kann eine kleine Denksportaufgabe sein oder eine Betreffzeile, die einen in ihren Bann zieht.

4. Levo League

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Levo League, eine Plattform für aufstrebende Karrierefrauen am Anfang ihrer Laufbahn, verschickt eine ganze Menge an unterschiedlichen Newslettern. The Brief und The Slice sind die täglich bzw. wöchentlich erscheinenden Ausgaben, die über aktuell angesagte Themen informieren. Dazu kommen Gewinnspiele, Wettbewerbe, allgemeine Ankündigungen und Leseempfehlungen.

Was ihr euch merken solltet:

  • Bei einer Leserschaft mit unterschiedlichen Interessen, lohnt es sich, eure Newsletter dementsprechend zu organisieren. So kann jede Zielgruppe einen speziell auf sie zugeschnittene Informationen erhalten.
  • Dies gilt auch umgekehrt: Wenn ihr viele verschiedene Themen habt, müssen diese nicht unter allen Umständen in einen Newsletter integriert werden.
  • Nutzt eure Newsletter als Sprachrohr und verschafft euch Gehör in eurer Community.

5. Skillshare

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Skillshare ist eine Online Learning Community, die ihren Mitgliedern auf Basis eines monatlichen Beitrags unbegrenzten Zugang auf Kurse zu unterschiedlichen Themen bietet. So zum Beispiel Food Photography: Shootings in Restaurants oder Einführung in HTML: Wie erstellt man eine Portfolio Webseite.

Alle paar Tage verschickt das Unternehmen eine Email, um die neuesten Live Sessions und die aktuell beliebtesten Kurse anzukündigen. Das ist ganz schön clever. Sie bringen die Leute dazu ihren Service zu nutzen, indem ihnen immer wieder neue Kurse vorgeschlagen werden. Außerdem können die Nutzer sehen, wofür sich andere Mitglieder gerade interessieren.

Was ihr euch merken solltet:

  • Nutzt euren Newsletter, um ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen. Ob durch Ankündigungen von Veranstaltungen, Webinars und Twitter-Chats, oder durch das Hervorheben der Aktivitäten anderer Nutzer.
  • Versucht ein Gefühl von Aktualität zu vermitteln, indem ihr den Fokus auf Trends und angesagte Themen legt.
  • Wollt ihr euren Newsletter nutzen, um über euer Produkt zu sprechen? Dann stellt sicher, dass die Informationen für den Nutzer auch wertvoll sind.

Wählt das passende Modell

Nach diesem Blick auf 5 Beispiele und ihre Erfolgsfaktoren, solltet ihr nun bereit sein, das richtige Modell für euren Newsletter zu wählen. Wie das geht? Wählt einfach das Beispiel, welches eurem Bereich am ähnlichsten ist.

  • Maple: Liefer- bzw. Produktservice
  • InsideHook: Lifestyle und Medien
  • Brilliant: Bildung und Unterhaltung
  • Levo League: Community und Publikationen

Dabei gilt es jedoch stets, die Ziele im Hinterkopf zu behalten, die ihr mit eurem Newsletter erreichen wollt.

Hier sind ein paar Beispiele:

  • Kunden auf neue Produkte oder Veränderungen aufmerksam machen
  • Eine langfristige Beziehung zum Kunden aufbauen
  • Ein Sprachrohr für eure Marke generieren
  • Die Kunden auf die Webseite locken
  • Verkaufszahlen steigern
  • Die Kunden anregen, euer Produkt zu nutzen

Nehmen wir zum Beispiel an, dass euer Fokus auf Ziel Nr. 1 liegt: Nutzer über neue Features zu informieren und / oder Verkaufszahlen zu steigern. Dann ist das Modell von Maple genau das Richtige. Natürlich sind zwei Emails am Tag nicht für jedes Produkt sinnvoll. Daher muss die Frequenz der Newsletter entsprechend angepasst werden. Geht es euch primär um den Aufbau von längerfristigen Kundenbeziehungen, die Message eures Brands und die Steigerung der Besuche eurer Nutzer? Dann seid ihr mit den Modellen von InsideHook oder Levo League besser beraten. Um eure Kunden dazu zu bringen, eurer Produkt zu nutzen, solltet ihr euch den Newsletter von Brilliant zum Vorbild nehmen.

Ihr könnt euch zwischen all den vielversprechenden Modellen nicht entscheiden? Kein Problem. Erstellt einfach zwei Versionen und testet sie über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen. Danach werdet ihr wissen, welches Modell zu mehr Aktivität führt.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf  Sitepoint und wurde von Aja Frost verfasst.