Das erste Mal mit einem Grafikdesigner zu arbeiten, kann herausfordernd sein. Du überlässt im Grunde deine gesamte Markenidentität und deinen Ruf einem völlig Fremden. Doch auch wenn das ziemlich riskant klingen mag, ist es aus unternehmerischer Sicht das Klügste, was du machen kannst.

Solange du weißt, wie die richtige Zusammenarbeit mit deinem Grafikdesigner funktioniert, wird dein fertiges Produkt deine wildesten Erwartungen übertreffen. Aber vergiss nicht: Wir bewegen uns hier im kreativen Bereich, daher laufen die Dinge ein klein wenig anders.

illustration tipps zur Arbeit mit grafikdesignern
Illustration von OrangeCrush

Hier sind unsere 7 besten Tipps für die Zusammenarbeit mit einem Grafikdesigner. Beachte diese und wir versichern dir, dass du das bestmögliche Produkt in Anbetracht deiner Zeit, Energie und deines Geldes bekommst. Wir haben zudem einige unserer Top Level Designer nach ihrer Meinung gefragt, damit du weißt, was am besten funktioniert – und zwar direkt von erfahrenen Designern höchstpersönlich!

1. Zeigen, nicht erzählen

So ziemlich jeder Kunde möchte ein Design, das „heraussticht“. Aber was bedeutet das? Du denkst vielleicht „Das werde ich wissen, wenn ich es sehe“, und dein Designer ist vermutlich derselben Meinung, also warum zeigst du es ihm nicht einfach, statt darüber zu erzählen?

beispiel moodboard
Moodboard für eine Sportbekleidungsmarke. Design von valelle.

Statt es nur mit Worten zu sagen, zeige deinem Grafikdesigner anhand von Anschauungsbeispielen, was du möchtest. Sammle Beispiele deines gewünschten Stils von anderen Logos, Webseiten, Anzeigen, Schildern, T-Shirts, Visitenkarten usw. Natürlich sagt ein Bild mehr als Tausend Worte, aber Bilder geben deinem Designer auch die Möglichkeit, all die künstlerischen Feinheiten und Techniken zu sehen, die dir gefallen, damit er sie in dein Projekt einarbeiten kann.

Es müssen auch nicht immer exakte Beispiele sein. Erweitere den Kreis der Beispiele etwas und sei kreativ. Zeige deinem Designer dein Lieblingsgemälde von Van Gogh als Inspiration für dein Logo. Oder einen Ausschnitt aus einer Zeitung des 18. Jahrhunderts, um zu verdeutlichen, welche Schriftart du für deine Website möchtest. Wenn ein Designer sehen kann, was du möchtest, ist dies häufig hilfreicher, als es mit Worten zu erklären.

Wenn du Zeit hast, kannst du ein Moodboard mit Bildern, Farben, Symbolen und Typografie erstellen, um zu veranschaulichen, wonach du suchst. Moodboards eignen sich hervorragend, um einen visuellen Stil herauszukristallisieren.

2. Finde zuerst heraus, was du benötigst

Beispiel 99designs kreativ-briefing
Beispiel für Kreativ-Briefing von 99designs.

Es gibt zwei Arten von Kunden: Die, die wissen, was sie wollen, und die, die es nicht wissen. Rate mal, welche Kunden am Ende häufiger zufrieden sind.

Je besser du weißt, was du möchtest, umso eher kann dein Designer dies liefern. Dazu gehört sowohl der kreative Teil (visueller Stil, Farbschema, Thematik) als auch der geschäftliche Teil (deine Zielgruppe, dein Ziel, deine Hauptargumente). Natürlich solltest du viele der kreativen Entscheidungen dem Designer überlassen (deshalb hast du ihn ja engagiert!), aber es gibt ein paar unternehmerische und markentechnische Entscheidungen, die er nicht für dich treffen kann.

Achte auch darauf, den Umfang des Projekts frühzeitig festzulegen. Wenn du ein anpassbares Logo oder eine Reihe von Projekten statt nur eines hast, solltest du das lieber früher als später merken. Du kannst viele dieser vorausgehenden Einzelheiten in einem gut durchdachten Briefing kommunizieren, welches eine grundlegende Übersicht deines Projekts darstellt.

Dazu kannst du gern unsere Vorlage für ein Kreativbriefing nutzen, um dein eigenes Briefing zu erstellen.

Tipp von Designer Mky:

Sammle deine Gedanken und erstelle eine Liste mit all den Dingen, die du benötigst.
- Mky

„Sammle deine Gedanken und erstelle eine Liste mit all den Dingen, die du benötigst, bevor du den Designer bezüglich deines neuen Projekts kontaktierst. Dies wird ihm helfen, einen ordentlichen Zeitplan und Preis festzulegen. Wenn du das nicht machst und während des Projekts immer wieder neue Aufgaben hinzukommen, wird es ein Chaos geben (Vergiss nicht: Du bist nicht der Einzige, mit dem der Designer arbeitet.).“

3. Einigt euch zuerst über die Einzelheiten

Während du und dein Designer euch über die kreativen Dinge einig werdet, solltest du die konkreten Einzelheiten nicht vernachlässigen. Deadlines, Zeitpläne, zu erbringende Leistungen, Bezahlung… Du kannst sehr viele Probleme vermeiden, indem du diese Dinge zu Beginn ansprichst, statt bis zum Ende deines Projekts zu warten.

Lege einen realistischen Zeitrahmen für dein Projekt fest.
- ’Pinch

Grafikdesigner Pinch Studio sagt: „Es ist wichtig, realistische Zeitrahmen für Projekte festzulegen, da kurze Abgabetermine zu einem Desaster führen können.“

Illustration von Geschäftsleuten am Tisch
Illustriert von Stefan Alfonso.

Keine der beiden Seiten mag es, über diese ganzen Einzelheiten zu verhandeln, aber die Mühe lohnt sich. Eindeutige Absprachen ermöglichen einen effizienteren Designprozess, bei dem ihr euch nicht nach der Hälfte des Projekts ums Geld streitet.

Das gilt auch für die nebensächlichen Einzelheiten. Dinge wie das letztendliche Dateiformat mögen nicht wichtig erscheinen, aber wenn man dies übersieht, könnte es am Ende zu nervigen oder gar desaströsen Konsequenzen führen.

Tipp von Designer Mky:

Gib zur vereinbarten Zeit Feedback oder stelle die nötigen Mittel zur Verfügung.
- Mky

„Erinnerst du dich noch an die Deadline, die du mit deinem Designer vereinbart hast? Nun, die gilt nicht nur für den Designer, sondern auch für dich! Wenn dein Designer die Dateien rechtzeitig abliefern soll, musst du bitte auch rechtzeitig Feedback geben oder die nötigen Mittel zur Verfügung stellen, statt wochenlang zu verschwinden. Natürlich kommt manchmal etwas dazwischen, aber schicke ihm eine E-Mail und lasse es ihn wissen, wenn sich etwas ändert!“

4. Formuliere Feedback als Problem, nicht als Lösung

Illustration 4 Figuren Hand in Hand symbolisieren Zusammenarbeit mit Grafikdesignern
Von LINART

Selbst die besten Designer machen nicht immer gleich alles beim ersten Mal richtig. Die meisten Projekte werden mindestens einmal überarbeitet, aber wenn du deine Kritik nicht gut formulieren kannst, werden es schnell zwei, drei, vier oder mehr Überarbeitungen, bevor du mit dem Ergebnis zufrieden bist.

Ein Profi-Tipp, um diesen Prozess so schnell wie möglich voranzutreiben, lautet, dein Feedback als Problem zu formulieren, nicht als Lösung. Anders gesagt, beschreibe deutlich, was dich stört, aber sage nicht, wie man das Problem behebt.

Sagen wir zum Beispiel, dass du ein neues Redesign deiner Website evaluierst. Gutes Feedback könnte etwa lauten: „Wir brauchen einen Call-to-Action auf der Homepage.“ Weniger gutes Feedback wäre: „Platziere einen großen, roten Button genau an dieser Stelle!“

Dein Designer ist ein Experte in Sachen Design. Wenn du ihm sagst, was er tun soll, ignorierst du nicht nur seine Expertise, sondern raubst ihm auch die Möglichkeit, sich selbst eine Lösung zu überlegen, die noch besser ist als deine. Wenn es Zeit für Feedback ist, sage was du benötigst, aber nimm nicht die Überarbeitung an seiner Stelle vor.

Tipp von Desigenr svart ink:

Ihre Energie und ihr Enthusiasmus gibt auch mir Energie.
- svart ink

„Ich wünschte all meine Kunden wüssten, dass ihre Energie und ihr Enthusiasmus auch mir Energie gibt. Ein fauler und desinteressierter Kunde, der von einem Designer Wunder erwartet, indem er nur fünf Wörter Feedback gibt, weiß wahrscheinlich nicht, was er will. Solche Kunden verschwinden häufig und geben Projekte auf, weil ihnen die Richtung der ersten beiden Konzepte nicht gefällt. Ich wünschte sie wüssten, dass der Designer umso engagierter ist, je engagierter der Kunde selbst ist.“

5. Heiße Designer in deinem Team willkommen

Illustration zu Zusammenarbeit und Teamwork
Illustriert von Cross the Lime

Du möchtest eine freundlichere Beziehung zu deinem Grafikdesigner? Versuche, ihn mehr wie einen Freund oder Kollegen zu behandeln. Freelancer werden häufig als Gebrauchsgegenstand oder austauschbar betrachtet, aber wenn du sie in deiner Gruppe willkommen heißt, kannst du sie zu einem Teil deines Teams machen.

Das beginnt schon bei der Art der Kommunikation. Sprich mit ihm mit demselben Respekt, den du auch deinen Kollegen entgegenbringst. Wenn du ein Meeting absagen musst, sage rechtzeitig Bescheid.

Gib dem Designer zudem dieselben Freiheiten, die du deinen normalen Angestellten gibst. Das bedeutet Zugang zu Firmendokumenten; Dinge wie Marktsegmentierung, Verkaufsanalysen, Website-Daten und Marketing Personas können unglaublich nützlich für Grafikdesigner sein, um genauer auf deine Unternehmensziele eingehen zu können.

Außerdem solltest du ihm die Kontaktinfos deines Teams zukommen lassen, damit er sich mit den richtigen Leuten in Verbindung setzen kann. Wenn du der Einzige in deinem Unternehmen bist, der mit dem Designer Kontakt hat, wird der Arbeitsablauf darunter leiden.

6. Erkläre so ausführlich wie möglich

Normalerweise ist es nicht gut, wenn man etwas zu ausführlich erklärt, aber wenn es um abstrakte Konzepte geht, hilft jeder kleine Schritt. Zeige dem Designer nicht nur visuelle Beispiele, sondern gib ihm auch so viele Infos wie möglich dazu.

Illustration über die Wichtigkeit des Zuhörens bei der Zusammenarbeit mit Designern
Illustriert von EvaVanGeenen

Vermeide vage Begriffe und erkläre lieber zu viel als zu wenig. Zusätzlich zu den Projekteinzelheiten und kreativen Stilen solltest du deinem Designer auch deine Motive und Unternehmensziele mitteilen. Was ist das angestrebte Ziel dieses Projekts? Inwiefern passt es zu deinem Unternehmen als Ganzes? Professionelle Designer kennen sich in diesem Bereich besser aus, als du denkst, und diese ganzen Einzelheiten zu kennen, kann ihnen helfen, sich noch effektivere Designlösungen zu überlegen.

Tipp von Designer Mky:

Zu viele Informationen sind immer besser als zu wenig.
- Mky

„Zu viele Informationen sind immer besser als zu wenig. Dein Designer wird dir höchstwahrscheinlich jede Menge Fragen zu deinem Unternehmen schicken und wissen wollen, welche Art Design du möchtest, damit er besser versteht, was du benötigst, und etwas entwerfen kann, das dem so gut wie möglich entspricht. Du weißt vielleicht nicht immer, was du brauchst, aber beantworte alle gestellten Fragen, so gut du kannst. Wenn es dir nicht wichtig genug ist, dich mit dem Thema genauestens auseinanderzusetzen, weshalb sollte es dann dem Designer wichtig genug sein?“

7. Sei offen

Wenn du einen Grafikdesigner engagierst, bezahlst du nicht nur für sein künstlerisches Können, sondern auch für sein Wissen und seine Expertise. Wenn er dir sagt, dass eine neue Idee besser ist als die alte, solltest du demgegenüber offen sein.

Illustration: offen und kreativ sein in zusammenarbeit mir designern
Illustriert von Von Milano

Es kommt häufig vor, dass Kunden eine fixe Idee im Sinn haben, was sie wollen, und einen Designer engagieren, damit dieser diese Idee zum Leben erweckt. Aber Grafikdesign ist eine komplizierte Disziplin und die Chancen stehen nicht schlecht, dass der Designer etwas über deine Vision weiß, das du nicht weißt. Die Idee in deinem Kopf ist vielleicht nicht so umsetzbar, wie du gedacht hast, oder – was sogar wahrscheinlicher ist – die Idee deines Designers könnte sogar besser passen als deine ursprüngliche Idee.

Vertraue dem Können deines Designers. Natürlich ist deine Meinung wertvoll, aber es ist besser, deine Ideen mit denen eines Experten zu kombinieren, als stur auf ein halb gares Konzept zu bestehen. Der Entwurf deines Designers entspricht vielleicht nicht dem, was du dir vorgestellt hast. Aber das könnte eine gute Sache sein!

Tipp von Designer Pinch Studio:

„Je mehr der Kunde weiß, umso reibungsloser läuft es. Es gibt keinen Zaubertrick, der den Prozess vereinfacht. Es braucht nur Geduld von beiden Seiten und ein bisschen Orientierungshilfe von uns Designern, um die Hindernisse zu überwinden.“

Ein bisschen Vertrauen kann viel bewirken

Vertrauen ist wichtig, aber schwer umzusetzen, wenn du mit einem Designer arbeitest, mit dem du noch nie zusammengearbeitet hast. Aber wenn du erstmal weißt, wie du besser mit Grafikdesignern zusammenarbeitest, wirst du bereit für eine kreative Kollaboration sein, bei der du darauf vertrauen kannst, dass sie zu Resultaten führt, die deine Ideen zum Leben erwecken.

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